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Facebook Fanpage ohne Persönliches Profil – davon ist abzuraten

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Immer wieder werde ich bei Facebook Vorträgen gefragt, ob es nicht besser sei ohne persönliches Profil bei Facebook eine Fanpage einzurichten. Möglich ist das seit einiger Zeit schon – doch die Nachteile sind so gravierend, dass ich davon abraten würde. Leider sind die Menschen in Deutschland durch die Medien so extrem misstrauisch gegenüber Facebook, dass sich sogar Selbstständige und Unternehmer (die ja meistens an Öffentlichkeit interessiert sind) davor schützen wollen, als Person bei Facebook zu sein.

Privat bei Facebook?

Ich selbst kann nur jedem, der beruflich Verantwortung trägt davor warnen, bei Facebook Worte, Bilder, Videos oder Links zu posten, die der Reputation oder Karriere schaden könnten. Facebook ist löchrig wie ein Schweizer Käse – durch Likes, Kommentare, Markierungen, Zusatzdienste (wie Spotify oder Farmville) und die Möglichkeit zu Teilen entstehen auch bei geschützten Privateinstellungen Übergänge, die für Fremde sichtbar sind.

Auch Angestellte, die bei Facebook ihren Frust posten oder als Verheiratete mit einer Kollegin/ einem Kollegen flirten müssen damit rechnen, dass das gelesen wird und Konsequenzen nach sich zieht. Nichts bei Facebook ist wirklich „geheim“ – selbst wenn man Nachrichten schreibt und chattet, speichert, nutzt, analysiert und archiviert zumindest Facebook selbst die Inhalte (die dann aber wirklich nicht für andere Facebook-User sichtbar sind).

Facebook Fanpage ohne persönliches Profil?

Ich selbst finde, dass professionelle Social Media Manager (wie wir sie in unserer Akademie ausbilden) und Selbstständige/ Geschäftsführer besser geschützt sind in ihren privaten Profilen als Angestellte. Als Geschäftsmensch bin ich mit grundsätzlich meiner Rolle im „öffentlichen Leben“ bewusst und tappe nicht so schnell in eine Kommunikationsfalle wie ein Angestellter.

Ich als Profi achte in jedem Moment darauf, wie meine Aussagen bewertet werden könnten. Ich achte auf meinen Musik-, Buch- und Filmgeschmack, meine politische Überzeugung und meine Urteile gegenüber Ereignissen und Menschen. Mit ist bewusst, dass meine Posts bei Facebook, Twitter, Xing-Gruppen und Co aufmerksam mitverfolgt werden und geschäftliche Auswirkungen haben (und auch haben sollen!).

Ich freue mich, wenn eine Zeitung über mich und mein Unternehmen schreibt, wenn ich im Radio oder im Fernsehen erscheine und wenn ich die Möglichkeit habe, mich öffentlich zu präsentieren. Ich veröffentliche meine Unternehmensadresse, Telefonnummer und meine E-Mail gern im Web, da ich gefunden werden will.

Bei einer Facebook Fanpage bleibt der Administrator (die Administratoren) unsichtbar. Sie können dies leicht überprüfen, indem Sie auf Facebook Fanpages gehen und dort nach Angaben zu den Administratoren suchen – Sie werden nichts finden. Das Einzige was es gibt ist die Möglichkeit, den/die Seiteninhaber unter „Einstellungen“ „Empfohlen“ bewusst hervorzuheben – und selbst Fan der Fanpage zu werden, um im eigenen Newsfeed auch einmal Updates der Fanpage zu erhalten.

Wie man in wenigen Schritten die Seiteninhaber sichtbar macht und gewährleistet, dass man immer im Namen der Seite postet

Konsequenzen einer „anonymen“ Fanpage

Es ist tatsächlich möglich, eine anonyme Fanpage zu erstellen. Ohne bei Facebook eingeloggt zu sein, kann man auf der Startseite die Funktion anwählen „Erstelle eine Seite für eine Berühmtheit, Band oder ein Unternehmen“. Doch die Nachteile sind gravierend:

  • Man kann keinen weiteren Fanpages liken und so bleibt der Newsfeed der Fanpage leer
  • Man kann nicht mit anderen Seiten kommunizieren, da man nicht Fan werden kann
  • Man hat keine Suchfunktionen
  • Man kann keine Freunde einladen, Fan zu werden
  • Man muss eine Handy-Telefonnummer bereithalten zur Verifizierung, die sonst nirgendwo im Web auftaucht, um die Anonymität zu garantieren
  • Falls andere Nutzer die Fanpage für sich beanspruchen, kann es Schwierigkeiten bei der rechtlichen Klärung geben.

Falls Sie eine solche anonyme Fanpage besitzen kann nur geraten werden, sich schnellstens als Administrator mit dem persönlichen Facebook Profil hinzuzufügen, um Ansprüche gegen Fremde zu sichern.

Das persönliche Profil bewusst für PR und Kontaktpflege nutzen, ohne dort intime Details zu posten, ist der richtige Weg – Facebook ist so etwas wie eine virtuelle Schaufensterscheibe zu Ihrem Laden. Und ansonsten zumindest auch Administrator sein, um Recht abzusichern – das sollte man nicht allein den Mitarbeitern überlassen!

Hier noch 8 wertvolle Tipps für Facebook Fanpage Administratoren aus SMO14

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2 Comments

  1. Hallo Eva,

    wieder ein klasse Beitrag von Dir. Ich hatte letztens auch so jemanden in einem Seminar sitzen (nicht bei der BAR). Ich muss dann immer an den Spruch „Wasch mich, aber mach mich nicht nass!“ denken. Wenn ich als Geschäftsmann im öffentlichen Leben stehe und als Ansprechpartner bereit sein will, muss ich einfach aus meiner Anonymität etwas heraustreten.

    Grundsätzlich halte ich es in Social Media so, wie im richtigen Leben: Beim Smalltalk sind die Themen Politik, Sex und Religion tabu. Alles andere geht. Humor ist erwünscht. Und Persönlichkeit (z. B. Musikgeschmack) darf immer durchblicken – das macht einen authentisch und sympathisch.

    Beste Grüße
    Birgit

  2. Nicht wahr? Sehr treffend der Spruch: “Wasch mich, aber mach mich nicht nass!” Aber wir stehen eben immer noch ganz am Anfang einer Kommunikationsrevolution…

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