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Ein Leben in der Komfortzone – für immer!

Sicher kennen Sie die Lehre von der Wandlung im Leben eines Menschen: Komfortzone, Schicksalsschlag, Grenzen überwinden, Entwicklungssprung, Komfortzone… unsoweiterundsoweiter, wie in einem typischen Computerspiel bei der Reise des Helden. Gestern waren Dennis Arntjen und ich beim „Runden Tisch“ in Köln, eingeladen vom bekannten Unternehmensberater Lambert Schuster, der regelmäßig für seine Klienten und Geschäftsfreunde Themennachmittage mit Workshop-Charakter durchführt. Rund 80 Unternehmer waren gekommen, und tatsächlich ging es um diese Entwicklungsbereitschaft im Unternehmerleben. Denn das ist wohl typisch für Unternehmertypen – andauernd passiert etwas, was sie aus ihrer Komfortzone reißt, andauernd müssen sie Hindernisse überwinden und Aufgaben bewältigen, die auf den ersten Blick unüberwindbar zu sein scheinen…

Mechthild Julius, erfahrene Soft Skill Trainerin aus dem Rheinland, führte die Teilnehmer durch den dreieinhalbstündigen Nachmittag. Wir beantworteten untereinander Fragen zum Unternehmertum, wir ordneten uns in unserer jetzigen Situation in eine der vier Phasen ein:

  • Komfortzone
  • Hindernisse/ Abwehr
  • Ambivalenz/ Umschwung
  • Neues Land/ Erneuerung

Wir führten Gespräche und versuchten uns in der Kunst des aktiven Zuhörens. Erstaunlich war, dass die einzigen der rund 80 FriedenAnwesenden, die sich in der Komfortzone richtig fühlten, Angestellte waren oder Menschen, die zurzeit nicht unternehmerisch tätig sind. Alle anderen drängten sich dicht zusammen in den herausfordernden, bekümmernden und/ oder beglückenden Phasen. Ich selbst spürte, welche Abneigung, fast Verachtung ich gegen die Komfortzone habe. Als Lambert Schuster mich bat, der Runde mitzuteilen, warum ich mich der Ambivalenz-Zone zugeordnet habe, sagt es ich voller Überzeugung: „Ich lebe permanent im Spannungsfeld zwischen Grenzen, die ich überwinden muss und der Freude, neues Land zu betreten. Und genau dieses Spannungsfeld ist es, was mir Energie und Motivation gibt. Bin ich länger als zwei, drei Tage in der Komfortzone, werde ich unruhig und unzufrieden. Stillstand halte ich gar nicht aus!“

Doch dann, bei der Abschlussrunde, als wir wieder im Kreis herumgingen und mit einem Fremden eine Frage beantworten sollten, traf ich auf den Inhaber einen Ingenieurbüros. Und dieser erklärte mir lächelnd, er lebe grundsätzlich immer in der Komfortzone. Auch wenn persönliche Schicksalsschläge eintreten, auch wenn geschäftlich schlimme Einbrüche passieren, auch wenn der Himmel einstürzt – er bleibt in seiner inneren Sicherheit und nimmt das Äußere als das, was es ist: Das Äußere!

Das hat mich sehr bewegt. Ich denke an den Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der als Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus vergeblich mit Freunden der Tyrannenmord plante, und der kurz vor dem Ende des tausendjährigen Reichs im KZ hingerichtet wurde, und der gerade dort dieses wunderbare Gedicht „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ schrieb. Ich denke an Martin Luther King, Nelson Mandela, an Menschen, die auch dann in ihrer Komfortzone bleiben, wenn sie dem Schrecken einer Übermacht ausgeliefert sind.

Nun habe ich ein neues Ziel: Ich möchte in mir die unangreifbare Komfortzone finden, die nicht erschütterbar ist. Ich möchte meinen Platz dort einnehmen und nie wieder verlassen, selbst wenn ich Tyrannenmorde planen und umsetzen müsste. Ich möchte in dem tiefen Vertrauen leben, das nichts umsonst ist, nichts willkürlich, nichts ungerecht und nichts bedrohlich. Meine Seele bleibt heil, was auch passiert. Das ist wahre Freiheit: Die Komfortzone der inneren Gewissheit.

„Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Bildquelle: pixabay_Bessi

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