Home / Innovation / Eigenmarketing für Bewerber Teil 4: Marketing mit Xing und LinkedIn

Nun sind wir bei praktischen Teil dieser Serie angelangt, nämlich wie man ganz konkret über die beruflichen Netzwerke Xing und LinkedIn die eigene Karriere bzw. Stellensuche befördern kann. Was wir bisher gelernt haben ist, dass Unternehmen das Social Web im Recruiting zu Rate ziehen – und dass Bewerber, die unsichtbar und blass bleiben, oft im Wettbewerb um die besten Jobs den Kürzeren ziehen. Und wir haben gelernt, dass Netzwerke für den beruflichen Erfolg wichtiger sind als vorbildliche Bewerbungsunterlagen. Im Folgenden durchforsten wir also die beruflichen Netzerke danach, wie man dort aktiv Marketing betreiben kann – was in allererster Linie „Netzwerken“ bedeutet.

Wir werden uns im Folgenden auf das deutsche Business-Netzwerk Xing fokussieren, da es im deutschsprachigen Raum weiterhin unangefochten die Nr. 1 ist. Zwar haben schon viele Fach- und Führungskräfte aus Deutschland ein LinkedIn-Profil, doch wirklich kommuniziert wird dort entweder in internationalen LinkedIn-Communities, oder auf deutsch mit international agierenden Unternehmen. Alle Tipps, die hier gegeben werden, lassen sich problemlos auf LinkedIn übertragen.

Das optimale Profil bei Xing

Wie alle sind durch die Schule darauf konditioniert worden, Anweisungen zu gehorchen und uns korrekt zu verhalten. So sehen Karriereauch die allermeisten Xing-Profile von Menschen im Bewerbungsprozess aus wie Kopien von Bewerbungsunterlagen. Das mag sogar ganz nützlich sein, wenn ein Recruiter nach Kontaktdaten sucht, doch marketingmäßig ist ein solches Massen-Profil wertlos. Denn getreu der AIDA-Formel müssen wir zunächst Aufmerksamkeit erzeugen, wenn wir Entscheider für uns interessieren wollen. Aus der Aufmerksamkeit sollte Interesse entstehen, aus dem Interesse der Wunsch des Kontakts entstehen, und aus diesem Kontaktwunsch letztendlich die Handlung: Eine Kontaktanfrage, eine Xing-Nachricht, ein Telefonat, eine E-Mail…

Recruiter, Personaler und Arbeitgeber kommen auf unser Xing-Profil aus verschiedenen Gründen:

  • Sie haben in der Xing-Suchmaschine nach einer Qualifikation gesucht, bei der wir mit unserem Profil weit oben angesiedelt sind
  • Sie haben unsere Bewerbung erhalten und fanden diese interessant genug, um unser Xing-Profil zu besuchen
  • Sie haben von Jemandem eine Empfehlung von uns erhalten und prüfen nun, ob sie weitere Informationen über das Xing-Profil erhalten können
  • Sie haben die Absicht, uns zu kontaktieren, und suchen auf unserem Xing-Profil nach Kontaktdaten
  • Sie haben in einer Xing-Gruppe/ in Xing-Aktivitäten etwas von uns gelesen, was ihr Interesse geweckt hat
  • Sie haben uns bei Google entdeckt und dort unser Xing-Profil angeklickt

Man sieht schon allein an dieser Aufzählung, wie entscheidend es sein kann, dass wir mit unserem Xing-Profil positiv überraschen. Denn nun besteht die Möglichkeit, aus einem flüchtigen Besuch mehr zu machen. Auch wenn wir in diesem Moment von in der passiven Rolle sind, können wir Vorsorge treffen, damit die AIDA-Formel greift.

Aber! Wie Dornröschen darauf zu warten, dass wir in der riesigen Xing-Community tatsächlich von einem Entscheider entdeckt, geprüft und kontaktiert werden, ist natürlich sehr naiv. Zwar werden bestimmte Qualifikationen und Kontaktnetzwerke aus dem Bereich Softwareentwicklung, Ingenieurwesen, ITK etc. tatsächlich aktiv von Recruitern gesucht, doch für die meisten Bewerber gilt: Es ist viel schwerer als man denkt, einen guten Job zu finden. Von Allein gefunden wird man nie.

Für das optimale Xing-Profil ist der erste Blick entscheidend. Profilbild, Berufsbeschreibung, Kontaktanzahl, Aktivitätsindex, Motto, „Ich suche“, „Ich biete“ und die berufliche Biographie sind schnell erfasst. Unter dem Punkt „Portfolio“ können wir durch Texte, Bilder und eventuell auch Videos mehr Transparenz in unsere Persönlichkeit bringen. Wir können dort direkt unsere Kontaktdaten hinterlegen, was sehr wichtig sein kann. Denn nur unsere direkten Xing-Kontakte können E-Mail und/ oder Telefonnummer sehen – alle „Nicht-Kontakte“ sind darauf angewiesen, dass wir unsere gewünschten Kontaktkanäle im Portfolio zur Verfügung stellen. Natürlich kann man auch über „Weitere Profile im Web“ alternative Kontakt- und Kommunikationskanäle anbieten.

Auch die weiteren Kategorien bei Xing sollte man nicht missachten. Gerade Mittelständler aus der Industrie, die Xing oft wegen seiner Seriosität sehr schätzen, prüfen gern sehr genau, was man bei Xing für Kontakte hat, ob man in Xing-Gruppen kommuniziert und ob man Events besucht/ besucht hat.  Gerade beim Punkt „Aktivitäten“ lässt sich mit einem Klick überprüfen, ob der besuchte Xing-Nutzer sich auch aktiv engagiert. Jeder Arbeitgeber sehnt sich nach Mitarbeitern, die für ihren Beruf „brennen“. Man darf zwar nicht zu viel davon erwarten, doch ein Xing-Nutzer, der viel über Xing an Aktivität zeigt, kann schon allein damit aus der Masse der Wettbewerber herausstechen.

Auch Hobbies und Interessen sind gerade Mittelständlern sehr wichtig. Gute Noten in Zeugnissen sind weniger aussagekräftig als das wirkliche Tun im Leben: Sind Sie sportlich aktiv? Interessieren Sie sich für ein ausgefallenes Thema und sind dort Experte? Haben Sie ferne Länder bereist? Ist Ihnen soziales Engagement wichtig? Bilden Sie sich ständig weiter? All diese Aktivitäten lassen auf Ihre Persönlichkeit schließen und geben wertvolle Hinweise darauf, warum Sie sich von anderen Bewerbern positiv abheben.

Fazit zum optimalen Business-Netzwerk-Profil: Je nach Branche und Karriereinteresse gibt es viele Möglichkeiten, das eigene Xing-Profil marketingmäßig „aufzupeppen“. Unzählige Anleitungen und Tipps hierfür sind bei Google zu finden. Doch gleich wie man das eigene Profil aufbaut – wichtig ist die häufige Aktivität und das aktive Tun. Sonst bleibt man ein „Dornröschen“, das auf den Erlöser wartet. Und der kommt erfahrungsgemäß erst nach hundert Jahren.

Aktives Marketing bei Xing

Netzwerke und Empfehlungen sind der wirksamste Hebel im Eigenmarketing. Das gilt sowohl für Selbstständige als auch für Angestellte und Jobsuchende. Bei Xing gibt es viele Möglichkeiten, dieses Eigenmarketing in Schwung zu bringen. Folgende Aktivitäten können bei Xing eingesetzt werden:

  • Kommunikation in Xing-Gruppen
  • Der Besuch von Events
  • Gezielter Kontaktaufbau
  • Aktivierung von beruflichen Kontakten und anderen potentiellen Empfehlern
  • Eigene Statusmeldungen

Dabei stechen zwei Aktivitäten hervor, die besonders zielführend sind: Der gezielte Kontaktaufbau und die Kommunikation in Xing-Gruppen. Natürlich ist ein solches Eigenmarketing für jeden Beruf und jede Branche unterschiedlich. Während bei Hochschulabsolventen noch sehr gut Xing-Gruppen funktionieren, bei denen man sich über allgemeine Jobmessen und deren Qualität und Effizienz austauscht, müssen Fach- und Führungskräfte genau überlegen, welche Xing-Gruppen für sie relevant sein könnten und was sie dort tun wollen. Leider sind sehr viele aktive Xing-Gruppen fest in der Hand von Vertrieblern (z.B. Karriere-Gruppen in der Hand von Karriere-Coaches), doch das sollte Sie nicht abschrecken.

Es macht Mühe, qualitativ wertvolle Xing-Gruppen für sich zu entdecken, doch überall da, wo Ihnen Personaler begegnen, die sich in Xing-Gruppen ausdrücken, können Sie Kontakte entdecken, die eventuell für Ihr persönliches Empfehler-Netzwerk wertvoll sein können. Auch wenn Sie selbst nicht in „Ihren“ Xing-Gruppen viel diskutieren – identifizieren Sie spannende Kontakte und nehmen dies in Ihr Netzwerk mit auf!

Spaß, Neugier und Intuition

Der beste Tipp, den man für das aktive Marketing bei Xing und LinekdIn geben kann ist: Lassen Sie sich von Ihrem Spaß, Ihrer Neugier und Ihrer Intention leiten. Sehen Sie die aktive Nutzung der Business-Netzwerke als „Gesellschaftsspiel“ an, das ähnlich vergnüglich sein kann wie eine andere soziale Freizeitbeschäftigung im Web. Wenn Sie erst einmal die Schei verloren haben, sich im Web überhaupt sichtbar zu machen, folgt die passende Ausrichtung von allein.

Ich würde es mir zur Angewohnheit machen, Xing direkt beim Start des Browsers zu öffnen. So vergisst man nicht, täglich vorbeizuschauen. Anfangs traut man sich noch nicht so richtig, Profile von anderen Xing-Nutzern anzuklicken (denn sie können ja sehen, wer sie besucht hat), doch mit der Zeit merkt man, dass durch die Besuche überhaupt nicht Schlimmes passiert. Entweder der Besuchte bemerkt es überhaupt nicht, dass Sie da waren, oder er/ sie freut sich sogar darüber und reagiert mit einer Kontaktanfrage oder einer Nachricht. Headhunter und Personalvermittler zum Beispiel können wertvolle Kontakte sein, die immer an engagierten Bewerben interessiert sind – selbst wenn diese aus wettbewerbsintensiven Branchen stammen.

Personalentwickler wünschen sich stets Bewerber, die durch ihr Engagement aus der Masse herausstechen, die sich sich ständig weiterbilden und sich mit Leidenschaft in ihren Beruf stürzen. Zum Anderen wünschen sie sich Bewerber, die eine gewisse Bescheidenheit aufweisen und teamfähig sind. Mitarbeiter, die Anderen ihren Erfolg gönnen können und gute, loyale, geschätzte Kollegen sind. Wenn Sie sich selbst so einschätzen, können Sie bei Xing und LinkedIn frei agieren, ohne sich Sorgen zu machen. Es gibt so viele spannende Menschen zu entdecken, so viel fachlich zu diskutieren, zu lernen und sich durch Tipps und Wissen zu unterstützen! Wer über Social Media seine beruflichen Netzwerke aufbaut und pflegt, hat ganz sicher sehr schnell Vorteile, die auch auf lange Sicht Gold wert sind – nur wer wie Dornröschen auf den erlösenden Prinzen wartet, wird sicher enttäuscht werden und überzeugt ausrufen: „Xing kannst Du vergessen, das bringt überhaupt nichts“.

Hier der komplette Überblick über unsere Serie: Social Media Eigenmarketing für Bewerber

 

 

 

 

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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