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Mittelstand trifft Startups. Teil 2 0

Im ersten Teil dieses Artikels habe ich mich mit der generellen Herangehensweise und dem Nutzen von einer Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Startups beschäftigt. Außerdem habe ich drei Maßnahmen und deren Ziele konkret benannt. Heute wird es um drei weitere Maßnahmen gehen, mit denen Mittelständler auf Startups zugehen können.

Eine echte Partnerschaft

Ich schreibe das mit Absicht genau so. Denn viel zu oft erlebe ich, dass erste zaghafte Versuche, eine Partnerschaft zwischen Mittelstand und Startups scheitern, weil eine der beiden Parteien die andere nicht ausreichend ernst nimmt. Wertschätzung und eine klare Formulierung der gemeinsamen Ziele sind hier extrem wichtig.

Im Gegensatz zu einigen anderen Experten, sehe ich die Beauftragung eines Startups als Entwicklungpartner nicht als echte Partnerschaft an. In diesem Fall würde es sich um die Beauftragung eines Dienstleisters handeln. Ich verstehe unter einer Partnerschaft die Zusammenarbeit, mit der am Ende für beide Seiten wichtige Ziele erreicht werden. Wie die Partnerschaft „gewichtet“ wird, welche Partei mehr Geld und welche mehr tatsächliche Arbeitszeit einfließen lässt, das ist zu klären. Wichtig ist aber, dass auf Augenhöhe agiert wird.

Welche Ziele fördern Sie mit dieser Maßnahme? Durch den engen Kontakt zu jungen Unternehmern fördern Sie das unternehmerische Denken Ihrer Mitarbeiter. Nicht im selben Maß wie bei der Durchführung von Startup-Events oder der Durchführung eines Accelerator-Programms, aber immerhin. Wichtiger ist die Tatsache, dass Sie durch eine gut durchdachte und umgesetzte Partnerschaft konkrete Probleme bei der Produktentwicklung oder der Umorganisation Ihres Unternehmens lösen können.

Investitionen in Startups

Gleich vorweg: Diese Maßnahme macht nach meiner Meinung aus Sicht eines Mittelständlers wenig Sinn. Außer Sie sind richtig groß und können mit einer geschickten Investition Ihre Marktführerschaft ausbauen bzw. zum Marktführer werden. Denn auch wenn mit der Investition in ein innovatives Startup die Hoffnung verbunden ist, dadurch Zukunftsmärkte erschließen zu können, ist das Risiko nicht unerheblich und der notwendige Zeitaufwand immens.

Wenn Sie aber investieren, dann seien Sie sich bewusst, dass ein Startup anders arbeitet als Sie es gewohnt sind. Auch wenn Sie die Hoffnung haben, Ihre Investition durch starke Einflussnahme abzusichern, sollten Sie sich zurückhalten. Zur Startup-Kultur gehört es auch, Dinge auszuprobieren und ggf. zu scheitern. Nicht als gesamtes Startup, sondern in kleinen Schritten während der Entwicklung hin zur echten Marktreife.

Welche Ziele fördern Sie mit dieser Maßnahme? Sie erschließen sich Zukunftsmärkte.

4vr9a_sdj78-jeff-sheldonÜbernahme von Startups

Ebenfalls ein heißes Eisen, dass ich nur denjenigen Mittelständlern empfehlen würde die viele finanzielle Ressourcen haben. Wenn Sie sich dazu entschließen eine Übernahme durchzuführen, dann stellen Sie sicher das sie das Startup in der Zukunft nicht ausbremsen und die Startup typische Arbeitsweise nicht behindern. Ansonsten laufen Sie Gefahr, viel Geld zu investieren und die gesteckten Ziele komplett zu verfehlen.

Welche Ziele fördern Sie mit dieser Maßnahme? Sie lösen ggf. eigene Geschäftsprobleme, erschließen sich neue Technologien und komplettieren Ihre eigene Dienstleistungs- und Produktpalette.

Mein Appell an Startups und Mittelstand

Das waren sechs denkbare Maßnahmen, die wahrscheinlich oftmals nicht in Reinform gelebt werden. Es wird vielfach zu Vermischungen dieser Maßnahmen kommen. Das ist nicht weiter schlimm, so lange alle Beteiligten auf Augenhöhe agieren und sich gegenseitig wertschätzen.

Und das ist mein Appell: Es ist wichtig, die „Sprache“ und die Motive  der jeweils anderen Seite zu verstehen. Oftmals handelt es sich um komplett unterschiedliche Denkweisen, die erst einmal auf eine Linie gebracht werden müssen. Das hilft dabei, die Zusammenarbeit zu einem Erfolg zu machen. Auf der Seite der Startups beobachte ich im Ruhrgebiet eine große Bereitschaft diesen Schritt zu gehen und zu lernen. Oftmals wird diese Bereitschaft leider nur von den Konzernen und ganz großen Mittelständlern wahrgenommen und honoriert.

Mittelständler die eher ein paar Hundert als Tausende Mitarbeiter haben, tun sich aktuell noch schwer. Das mag damit zusammen hängen, dass auch das Thema Digitalisierung noch nicht richtig an Fahrt aufgenommen hat. Ich bin aber Zuversichtlich, dass sich dies sehr bald ändern wird.

Wir versuchen mit KMU Digital einen Beitrag zu leisten, der allen Beteiligten hilft und die Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Startups als einen wichtigen Baustein zum gelingen von Digitalisierung ermöglicht.

Ein interessantes Video zu diesem Thema habe ich auch noch gefunden:

Über Dennis Arntjen

Als Vertriebsspezialist, Social Media Kenner und Experte des digitalen Wandels schreibt Dennis Arntjen jede Woche Beiträge rund um die Digitalisierung des Mittelstands. Gemeinsam mit Eva Ihnenfeldt leitet Dennis Arntjen das Unternehmernetzwerk KMU Digital. Dort ist er verantwortlich für die Mitgliederbetreuung, den Vertrieb sowie verschiedene Themen rund um die Organisation von Veranstaltungen.

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