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Statistik: Bei Social Media ist Deutschland ein „Entwicklungsland“ – kein Wunder!

Global betrachtet nutzen die Menschen in Jordanien, Indonesien, den Philippinen, Venezuela und der Türkei soziale Netzwerke am selbstverständlichsten – zu annähernd 90 Prozent. Deutschland hingegen rangiert gemeinsam mit Pakistan auf den letzten Plätzen bei den 40 untersuchten Ländern. Durchschnittlich sind es laut Studie weltweit 76 Prozent, die über Facebook, Twitter und Co interagieren. Doch was sind wohl die Gründe, warum gerade wir Deutschen so viele Vorbehalte gegen Social Media pflegen?

Der deutsche Schäferhund - Sinnbild der deutschen Mentalität?

Der deutsche Schäferhund – Sinnbild der deutschen Mentalität?

Ganz sicher ist es so, dass gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern Social Media eine wichtige Rolle spielt, um wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich nach vorn zu kommen. Schließlich gibt es sehr viele Länder, die in ihrer Infrastruktur ohne Smartphones und digitale Strukturen von Wohlstand, Bildung und Handel mehr oder weniger abgeschnitten wären. Also ist die mangelhafte Nutzung bei uns in Deutschland durchaus auch ein Luxusproblem: Die Bank ist in erreichbarer Nähe, wir haben EC-Karten, und über Massenmedien fühlen wir uns informationsmäßig gut versorgt. Mit der Familie und den Freunden kommunizieren wir über WhatsApp, Telefon, E-Mail, SMS – warum also Social Media?

Zum Zweiten ist die Alterstruktur in Deutschland sehr hoch. Je weniger Einfluss junge Menschen auf die gesellschaftlichen Werte haben, desto konservativer und „sklerotischer“ ist eine Kultur. Bei uns bestimmen die Älteren, was richtig und falsch ist – zwar nutzen junge Menschen fast durchgängig Social Media, doch in den etablierten Medien herrscht weiterhin Skepsis und Misstrauen – die Älteren bestimmen die Werte.

Zum Dritten ist Deutschland durch die spezielle Vergangenheit (National-Sozialismus und DDR) und die deutsche Mentalität alles andere als eine unbekümmerte Kommunikationskultur. Die Bedenken, die bei uns herrschen, sind stark von schlimmen Erfahrungen geprägt: Nie wieder Überwachungsstaat, nie wieder Staats-Willkür. Gerade wir Älteren, die noch in ihrer Jugend gegen die Volksbefragung auf die Straße gingen, sind sehr misstrauisch, wenn es um den Schutz persönlicher Daten geht. Schließlich ist es durchaus möglich, unliebsame politische Gegner über das Internet zu identifizieren und „unschädlich“ zu machen – und sei es durch gezielte Verleumdungen – da sind wir wachsam und finden Transparenz extrem unattraktiv.

Doch was passiert, wenn Deutschland von allen anderen Ländern der Welt in Bezug auf die interaktive Kommunikation in Echtzeit abgehängt wird? Gerade in Bezug auf Innovation und kollaboratives Arbeiten ist Social Media sehr wichtig, ebenso bei der Tendenz zum Unternehmertum und zur basisdemokratischen gesellschaftlichen Arbeit. Es kann nicht sein, dass wir 35+ Einwohner in Deutschland den Trollen und Radikalen das Web überlassen, da wir uns zu „fein“ sind, uns dort zu äußern, oder ständig behaupten, wir hätten keine Zeit. Ich wünsche mir, dass die Deutschen endlich verstehen, welche Chancen im Gebrauch der sozialen Netzwerke liegen. Das Netz wird langsam erwachsen – und es wäre schade, wenn wir uns an dem Diskurs und der Zusammenarbeit für gute Ziele nicht beteiligen.

Quelle: www.pewglobal.org

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