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Newsletter: Warum interessieren sich Unternehmen eigentlich nicht für ihre Kunden?

Wie viele Newsletter haben Sie abonniert? Auf welche Newsletter warten Sie ungeduldig, weil diese für Sie – egal ob als Verbraucher oder beruflich/ geschäftlich – einen echten Nutzen bringen? Wie viele Newsletter landen bei Ihnen im Spam, und Sie melden sich nur nicht ab, weil es Ihnen zu viel Arbeit macht? Das alles scheinen Fragen zu sein, die nur wenige Unternehmen interessieren, die selbst Newsletter versenden. Das zeigt eine Umfrage bei 101 Marketingentscheidern, die der BVDW durchgeführt hat: 34% gucken nicht einmal nach, wie die Abonnenten auf den Newsletter reagieren! Was ist bloß los – interessiert Ihr Euch nicht für Eure Kunden?

Was „billig“ ist, hat keinen Wert

Es scheint oft so, dass Newsletter allein deshalb weiterhin eines der beliebtesten Instrumente im Marketing-Mix sind, weil sie spider-monkey-637062_640so günstig sind. Hat man erst einmal die Erlaubnis des Abonnenten nachweislich erhalten, kann man ihn für unschlagbar wenig Budget mit E-Mails versorgen. Wen interessiert schon, wie Abonnenten auf den Erhalt im Maileingang reagieren!

Manchmal habe ich sogar den Eindruck, dass Anbieter Newsletter eigentlich selbst spammig finden und sich vor Allem Gedanken darüber machen, wie oft sie ihren Kunden und Unterstützern diese Massen-Mails überhaupt „zumuten“ können. Was für eine destruktive Einstellung!

Wollen Sie den Newsletter-Zufriedenheits-Test wagen?

Ein guter Newsletter bietet dem Abonnenten einen wertvollen echten Nutzen. Falls Sie mal prüfen wollen, ob das bei Ihnen gegeben ist, versenden Sie doch einmal eine kurze Mail an alle Abonnenten mit dem Wortlaut: „Wir würden uns freuen, wenn wir Ihnen mit unserem Newsletter einen echten Nutzen bringen. Sollte das nicht so sein, würden wir uns freuen, wenn Sie den Newsletter mit diesem Link abbestellen. Wir möchten Sie nämlich auf keinen Fall belästigen“

Na, was meinen Sie – wie viele derer, die überhaupt den Newsletter öffnen und das lesen, würden bleiben? Und wie wäre es, wenn Sie alle Abonnenten, die schon seit Langem keine Ihrer Mails mehr geöffnet haben, persönlich anschreiben und fragen, ob Sie diese löschen sollen – wie viele würden das Angebot gern annehmen?

Ein Newsletter ist kein Prospekt und keine Presseerklärung

Händler senden als Newsletter meist „Prospekte“ mit anklickbaren Angeboten – Dienstleister senden gern Newsletter mit mehr oder weniger „unterhaltsamen“ Ich-Botschaften. Wir freuen uns über unsere neuen Azubis – wir haben neue Standorte – wir haben einen Preis gewonnen – wir haben ein tolles Event veranstaltet… Wen interessiert das wirklich? Kommt diese Einstellung aus dem Zeitalter der Pressemitteilungen? Oder geht es nur darum, durch ständige Wiederholungen im Gedächtnis zu bleiben für den „Fall der Fälle“?

Newsletter können der Schlüssel zum Glück sein

Falls man aufmerksam die Reports der Newsletter studiert und analysiert, erhält man wertvolle Hinweise darauf, was die Kunden und Unterstützer wirklich interessiert. Ergänzen kann man dies durch persönliche Gespräche mit den treuesten Abonnenten: „Warum liest Du unseren Newsletter so aufmerksam? Was würde Dich noch interessieren? Was könnten wir noch besser machen?“ Je besser sich Unternehmen und Anbieter in die Rolle des Adressaten versetzen, desto leichter wird es, den optimalen Newsletter zum optimalen Zeitpunkt mit der optimalen Frequenz im optimalen Design zu versenden.

Warum passiert das nicht?

Kaum ein Lehrer teilt freiwillig in der Schule am Ende des Halbjahres Feedbackbögen an seine Schüler aus und erfragt (anonym) ein ehrliches Feedback. Die Wahrheit hört man selten gern. 😉 Aber können wir uns eine solche Arroganz als Unternehmen leisten?

Also nur Mut! Kümmert Euch um Eure Auswertungen! Traut Euch, Euren Newsletter großartig zu finden! Seid stolz auf den echten Nutzern, den Ihr mit Eurem Newsletter bringen könnt. Glaubt an Eure Abonnenten und macht sie „süchtig“ nach jeder neuen Mail.

Adzine vom 28.11.16: E-Mail-Marketing und Kennzahlen

Über Eva Ihnenfeldt

Eva Ihnenfeldt leitet gemeinsam mit Dennis Arntjen das Unternehmensnetzwerk Kmu-digital.net - das Netzwerk von Unternehmen im digitalen Wandel. Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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