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Was tun, wenn Fremde beim OTTO-Versand im eigenen Namen bestellen, um zu betrügen? 0

Vor einer Woche erhielt ich eine Zahlungsaufforderung des OTTO-eigenen Inkassounternehmens eos-solutions. Ich hätte Waren im Wert von 300 Euro bestellt und die Rechnung nicht bezahlt. Direkt am nächsten Werktag rief ich bei eos in Hamburg an, um den Sachverhalt zu klären. Die Mitarbeiterin erklärte mir, eine „Eva-Maria Ihnenfeldt“ hätte unter der Adresse Ruhrh… x in Witten im September 2016 Waren von OTTO liefern lassen und anschließend nicht die Rechnung bezahlt. Deshalb klänge es glaubwürdig, wenn ich behaupte, niemals Kunde bei OTTO gewesen zu sein. „OK“, meinte ich „ist dann damit der Fall erledigt?“ Nein, ich müsse bei der Polizei als Geschädigte Anzeige erstatten und diese Anzeige an das Inkassobüro weiterleiten. Die Polizei müsste dann Ermittlungen aufnehmen, um mich zu entlasten.

control-1027103_640„Aber warum schickt OTTO denn einfach Waren an angebliche Identitäten, auch wenn sie nicht einmal unter der Adresse gemeldet sind?“ Die Kundin hätte  mein Geburtsdatum korrekt angegeben, das hätte für den Kauf ausgereicht. Geburtsdatum in Zeiten von Xing und Facebook? Und ich muss jetzt ehrenamtlich tätig werden für das OTTO-eigene Inkassobüro, um mich aus der misslichen Lage wieder zu befreien? Und was passiert, wenn die Polizei die falsche „Eva-Maria Ihnenfeldt“ nicht ermitteln kann? Muss ich dann als Geschädigte die Forderung zahlen, weil irgendjemand es ja tun muss?

Es dauerte noch drei unbeantwortete E-Mails (die letzte mit der Mail-Adresse eines Anwalts in CC, um mich abzusichern), bis das Inkassobüro endlich die Hauptforderung zusandte. Die zweite „Eva-Maria Ihnenfeldt“hat sich übrigens einen Camcorder gegönnt. Nun gehe ich los und mache mich auf ein paar Stunden Wartezeit bei der örtlichen Polizei gefasst, da so eine Strafanzeige meist länger dauert. Natürlich halte ich über den Blog weiter auf dem Laufenden, wie sich die bedrohliche Situation weiter entwickelt. Selbstverständlich werde ich auch noch die Verbraucherzentrale informieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass tatsächlich der Geschädigte in der Beweispflicht ist, wenn OTTO so leichtfertig an Betrüger Waren auf Rechnung verkauft. Gibt es da keine Sorgfaltspflicht des Händlers?

Auf jeden Fall empfehle ich allen Lesern, ihr Geburtsdatum bei Xing und Facebook zu fälschen – falls das nachträglich noch möglich ist. Ich selbst habe in beiden Netzwerken bewusst kein Geburtsdatum veröffentlicht – aber das scheint ja auch nichts geholfen zu haben. Es scheint besser zu sein, sich eins auszudenken, um es den Betrügern und sorglosen Händlern nicht zu leicht zu machen. OTTO ist für mich auf jeden Fall nun eine „No-Go-Area“ – ich werde probieren, dass sie meinen Namen für alle Zeiten grundsätzlich sperren.

Hier geht es zu Teil 2: Wie ich bei der Polizei erfuhr, in welch Dilemma ich mich befinde – und warum ich auf jeden Fall einen Anwalt einschalten sollte

Bildquelle pixabay: Alexas_Fotos

Über Eva Ihnenfeldt

Eva Ihnenfeldt leitet gemeinsam mit Dennis Arntjen das Unternehmensnetzwerk Kmu-digital.net - das Netzwerk von Unternehmen im digitalen Wandel. Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

2 thoughts on “Was tun, wenn Fremde beim OTTO-Versand im eigenen Namen bestellen, um zu betrügen?

  1. Hallo Eva,

    mich würde ja die Lieferadresse interessieren, an die das angeblich geschickt worden ist. Die nächste Frage wäre, ob mit DHL oder einem anderen Unternehmen versandt wurde. Normalerweise können dort die Warensendungen verfolgt werden.

    Die Lieferungen werden quittiert, also sollte man nachvollziehen können, wo das gelandet ist. Wenn OTTO das nicht so versendet, dass nachvollziehbar ist, wo die Sendung gelandet ist, sollte das ruhig öffentlich gemacht werden. Ich denke, es sollte heutzutage Standard sein, Internet-Bestellungen so ausliefern zu lassen, dass nachvollzogen werden kann, wo abgeliefert wurde.

    Dann kann bei der Anzeige auch gleich ein entsprechender Hinweis gegeben werden.

    Ich wünsch Dir viel Glück und dass alles gut ausgeht.

    Liebe Grüße
    Heiner

  2. Hallo lieber Heiner! Ja, die Lieferadresse der falschen „Eva-Maria Ihnenfeldt“ habe ich nun schriftlich, da mir der OTTO-Inkassodienst EOS die beanstandete Hauptforderung (in einem blauen Briefumschlag!) endlich zugeschickt hat. Auch die Hermes-Boten-Bestätigung ist da angefügt, doch die Polizei wusste auch nicht, was das Kürzel „OE“ zu bedeuten hat, mit dem die Empfänger-Annahme bezeichnet ist. Die Unterschrift ist völlig unleserlich. OTTO versendet Waren wohl nur mit der eigenen Tochter-Spedition Hermes. Ich glaube nicht, dass es überhaupt DHL-Pakete über OTTO gibt. Wenn Du mal @otto_de bei Twitter eingibst, siehst Du, dass anscheinend viele Pakete bei Hermes verschwinden, es gibt sehr viele Beschwerden und Nachfragen.

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