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5 praktische Tipps für die Persönlichkeitsentwicklung – Spaß soll es machen! 0

Wie es nun mal so ist, braucht der Mensch im Allgemeinen eine tiefe Erschütterung und Lebenskrise, um sich in therapeutische Behandlung zu begeben – also um sich kompetente Hilfe von außen zu holen. Läuft es gut in Familie und Beruf, sind wir emotional stabil und können uns anderen Dingen zuwenden: Heim verschönern, Reisen, mit Freunden Abenteuer erleben – oder uns mit ganzem Herzen der Karriere oder der Familie widmen. Doch bedeutet das, dass vom Glück und Schicksal begünstigte Menschen nicht an ihrer Persönlichkeit arbeiten können? Verschließt ein „glückliches Leben“ die Tür zur Persönlichkeitsentwicklung und macht somit dumm und statisch?

Was lässt die Persönlichkeit reifen: Glück oder Unglück?

Studienergebnisse zeigen (Interview in der Zeit mit der Psychologieprofessorin Jule Specht) , dass Leid und schwere Schicksalsschläge eher die Persönlichkeitsentwicklung hemmen als fördern. Der Spruch „Was uns nicht kaputt macht, macht uns erst richtig stark“ ist falsch. Hart kann Leid uns Schmerz uns machen, ängstlich, misstrauisch, besorgt, bitter, lethargisch… Aber Persönlichkeitsentwicklung heißt nun wirklich nicht, dass wir uns einreden, das Leben wäre ungerecht und wir wären Opfer. Wachstum beruht auf Fruchtbarkeit und Liebesfähigkeit.

Die selben Studien zeigen, dass Persönlichkeitsentwicklung keinesfalls mit dem 30. Lebensjahr weitgehend abgeschlossen ist. Gerade im höheren Alter kann sich eine Menge ändern, da der Mensch (wenn alles gut läuft) zugänglicher und stabiler wird. Das sind gute Voraussetzungen für die Persönlichkeitsentwicklung. Ein sicherer und von sich selbst überzeugten Mensch hat mehr Mut, sich zu verändern, als ein ängstlicher. Die Frage ist: Warum sollten sich Menschen mit einem glücklichen bzw. zufriedenen Leben verändern wollen – egal in welchem Alter?

Persönlichkeitsentwicklung macht Spaß!

Interessant in diesem Interview mit Prof. Jule Specht ist noch etwas Drittes. Obwohl Eltern die Selbsteinschätzung haben, dass sie sich durch die Geburten ihrer Kinder sehr verändert haben, liefern die Studien andere Ergebnisse. Anscheinend sind junge Eltern viel zu beschäftigt mit Alltag, Beruf, Familie und Kindererziehung, als dass sie sich Zeit für sich selbst nehmen könnten. Es ist also gerade in einer jungen Familie schwierig, an der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten.

Und überhaupt findet Persönlichkeitsentwicklung eher im Beruf statt als in der Familie. Ob berufliche Anerkennung und berufliche Herausforderung dafür verantwortlich sind? Kann schon sein… Zumindest ist eine berufliche Umorientierung im höheren Alter eine sehr gute Gelegenheit, sich persönlich weiterzuentwickeln. Die Familie kann dabei sogar als Hemmschuh wirken, da sie oft nicht wünscht, dass sich ein Mitglied des Systems verändert. Das erschüttert schließlich die ganze Familie – so wie ein Dominostein vieles zu Fall bringen kann…

Wie kann ich an meiner Persönlichkeitsentwicklung arbeiten?

Falls die Zeit dafür da ist, kann es zu einem wunderschönen Hobby (gerade auch für Rentner) werden, an der eigenen Persönlichkeitsentwicklung zu arbeiten. Ziel ist es immer, sich selbst besser kennen zu lernen und in Übereinstimmung zu kommen mit dem eigenen Fühlen, Denke, Sprechen und Handeln. Ziel kann auch sein, einen echten Change im Leben vorzunehmen – muss es aber nicht!

Wir sehnen uns alle danach, „ganz richtig“ zu sein, so wie wir sind. Sich richtig und liebenswert zu wissen, macht stark und mutig. Der sich selbst liebende Mensch kann Berge überwinden, da er an sich glaubt und anderen gegenüber gönnend und wertschätzend ist. Sich selbst zu lieben ist die Voraussetzung für Nächstenliebe. Die Frage ist nur, in welcher Form und mit welchem Charakter sind wir „ganz richtig“ so, wie wir sind? Wer sind wir überhaupt? Warum sind wir so etwas Besonderes? Warum wird diese Erde einmal weinen, wenn es uns nicht mehr gibt, weil wir gestorben sind?

5 praktische Tipps für die Persönlichkeitsentwicklung

  1. Lesen bildet und inspiriert. Unter dem Stickwort „Persönlichkeitsentwicklung“ gibt es viele Bücher, Blogs, Videos, Communities und Audiobeiträge zu finden im Web. Ob es ein Roman ist oder ein Sachbuch, ob ein Test oder eine Facebook-Gruppe… Folge Deiner Nase und begib Dich auf die spannende Reise zum eigenen Ich. Lesen, gucken, hören, spielen, diskutieren – was für herrliche Möglichkeiten bringt uns das Internet und Social Media!
  2. Dem „Alleinstellungsmerkmal“ auf der Spur: Was macht Dich so besonders? Kein Leben gleicht dem anderen, jede Biografie ist einzigartig. Falls Du es Dir angewöhnen kannst, Dir jeden Abend vor dem Schlafengehen eine kleine Geschichte aus Deiner Kindheit zu erzählen, wäre das sehr hilfreich, um Dein inneres Kind lebendig zu erhalten.
    Gut ist, wenn Du Deine Geschichte mit dem Smartphone aufzeichnest und die Audiobeiträge so abspeicherst, dass Du sie an einem Stück abhören kannst, wenn Du magst. Natürlich kannst Du die Geschichten Deiner Kindheit auch für Deine Erben hinterlassen! Audiobeiträge sind wunderbar, weil man auch die Stimme dazu hört. das verbindet emotional und ist müheloser als ein Schriftstück. Versuche, nicht in Anekdoten zu erzählen sondern Dich darauf zu konzentrieren, wie Du Dich als Kind gefühlt hast in den verschiedenen Situationen: Ängstlich? Glücklich? Traurig? Einsam? Siegreich? Übermütig? Aufsässig? Angepasst? Je regelmäßiger Du Dir von Dir selbst erzählst, desto näher kommst Du den tieferen Ebenen Deiner Persönlichkeit – und dort beginnt die Entwicklung. Dort beginnt das Wachstum
  3. Jeder Mensch braucht Ziele und seien sie noch so klein und unbedeutend. Ob man mit 40 einen Karriereumschwung plant oder eine Badrenovierung. Ob man mit 80 den Umzug ins betreute Wohnen vorbereitet oder eine Geburtstagsparty – letztendlich geht es immer darum, Wünsche, Ziele, Ängste und das relevante Umfeld in Harmonie zu bringen.
    Hier kann es helfen, mit dem inneren Kind darüber zu sprechen (also Selbstgespräche führen), wie man nun am Besten vorgeht. Wie wäre es mit einem Selbstgespräch beim Spaziergang? Falls niemand zuguckt, kann man sich als kleines Kind symbolisch an die Hand nehmen und fragen „Was würdest Du an meiner Stelle tun, Du mein inneres Kind? Soll ich kündigen? Soll ich ins betreute Wohnen umziehen? Was meinst Du?“
    Alternativ kann man auch schriftlichen einen Dialog mit sich selbst führen. Ich selbst nutze gern Tarotkarten, um mich aus meiner Betriebsblindheit zu führen. Wenn ich ein Bild vor mir sehe, während ich mir eine Entscheidungs-Frage stelle, inspiriert mich das enorm. Ich komme auf Ursachen, Assoziationen, versteckte Motive und (Vor-)urteile gegenüber mir selbst, die mir guttun, den Blick erweitern zu können.
  4. Mit Stichworten und Losen arbeiten. Wann immer Dir ein Thema in den Kopf schießt, das Dich berührt, schreib es auf und lege es als Los in ein Kästchen. Mag es das Thema „Mutter“ sein oder „Die Jugend von heute“ oder „Politik“ oder „Nachhaltigkeit“ oder „Gewicht verlieren“… alles rein in das Kästchen und vergessen. Wenn Du Muße und Lust hast, ziehst Du ein Los aus Deinem Kästchen und schreibst darüber. Oder Du malst ein Bild dazu. Oder Du sprichst auf Dein Smartphone einen neuen Audiobeitrag (Ich sag Dir, Deine Kinder und Kindesbeiträge werden später womöglich regelrecht süchtig nach Deinen Audiohinterlassenschaften.
    Pass also gut auf, dass Du Deine Fragmente sicher archivierst. Perfekt wäre, wenn Du Audiobeiträge und Texte auf einer externen Festplatte sammelst, so dass sie komfortabel gespeichert, verschickt, vervielfältigt und angeschlossen werden. Sprechen macht dabei weniger Mühe als schreiben – und macht auch weniger Mühe beim Konsumieren!
  5. Last but not least: Der lebende Nachruf. Viele Menschen haben im Alter das Bedürfnis, ein Persönlichkeits-Testament zu hinterlassen – sozusagen einen Beweis dafür, dass sie ein gutes Leben geführt haben. Doch warum sollte man das nicht schon mit dreißig beginnen? Überlege Dir, was Du gern über Dich sagen würdest, wenn Du an Deinem eigenen Grab eine Nachruf-Rede halten könntest. Warum bist Du so wertvoll und unaustauschbar großartig?
    Trau Dich, Dich über alle Maßen zu loben und ins rechte Licht zu rücken. Natürlich soll erst mal niemand Deine Selbstbeweihräucherung lesen oder hören – sie ist zunächst Dein kleines Geheimnis. Du wirst erleben wie gut es tut, Dich ohne Scheu und Einschränkung selbst zu loben. Du wirst Dein Potential erkennen und das, was Du noch ausbauen willst. Was sind Deine Sehnsüchte und Träume? Was traust Du Dir zu, was Du noch nie leben konntest? Sei mutig und verwegen und lernen die geheimsten Fächer Deines Ich’s kennen.

Liebe zu Dir ist Dünger, um zu wachsen

Das alles sind einige von vielen möglichen Wegen, an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Natürlich ist es immer hilfreich, sich Unterstützung von außen zu holen, um sich nicht zu verrennen und in Selbsttäuschung zu verharren. Doch vieles braucht auch die Einsamkeit und Innenschau, um wachsen und gedeihen zu können.

Wer weiß, vielleicht landest Du auch in einer Selbstverwirklichungs-Gruppe durch Deine Forschungen und findest Gleichgesinnte, mit denen Du Dich regelmäßig treffen kannst, um an Deiner Entfaltung zu arbeiten. Man ist nie zu jung, man ist nie zu alt. Man ist nie zu schwach und nie zu stark. Die Arbeit an der eigenen Persönlichkeit ist unser größter Schatz. So machen wir unsere kleine Welt gesund, in der wir aktiv wirken – aber auch die große Welt außerhalb unseres Einflussbereichs. Denn die Schwingungen pflanzen sich fort und sind fruchtbar. Das ist wunderwunderschön.

 

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

3 thoughts on “5 praktische Tipps für die Persönlichkeitsentwicklung – Spaß soll es machen!

  1. Liebe Eva, mal wieder ein tiefgründiger und erhellender Beitrag von Dir – danke!
    Die Idee mit der „Gute-Nacht-Geschichte“ als Audio-Aufnahme war mir tatsächlich vollkommen neu – ist das „auf Deinem Mist gewachsen“ (Glückwunsch) oder hast Du diesen Ansatz bei einer anderen weisen Person geklaut? Falls ja: beim wem? Ich würde gerne mehr darüber wissen…

    Alles Liebe – Jürgen.

  2. Hi lieber Jürgen! Gute-Nacht-Geschichte finde ich selbst gar nicht im Text – habe echt gesucht (ich vergesse immer sehr schnell, was ich geschrieben habe – passiert ja so viel!). Klar erhalte ich täglich unzählige Inspirationen, sie mich beeinflussen. Kann ich dafür eine Quelle zuordnen, verlinke ich diese stets. Mit fremden Federn schmücken finde ich unanständig. Aber diese Tipps hier sind aus einer persönlichen Erfahrungswelt entsprungen. Audios aufnehmen und irgendwann abhören mache ich seit Ewigkeiten. Früher (vor ca 30 Jahren) eine ganze Zeit lang morgens direkt nach dem Aufwachen. Da habe ich im Halbschlaf meine Träume auf Band gesprochen. Himmel war das lehrreich! Auch die eigene Stimme hören macht etwas mit mir. Da spüre ich, wie klein und verletzlich ich bin, wenn ich mir selbst zuhöre. Das tut gut. Man kann aber auch kleine Predigten zu Bibelstellen spontan formulieren. Vielleicht würde das zu Dir gut passen und Dich erfüllen. Hauptsache wir arbeiten alle an unserer Persönlichkeitsentwicklung, jeder nach seinen Maßstäben. Das braucht unsere Zeit sehr…

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