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Die Sinnfrage im Job: Erfüllung, Kreativität und Gemeinwohl-Ausrichtung sind wichtiger als Geld und Status 0

Was wäre, wenn es bedingungslose Grundeinkommen gäbe und Menschen nur noch arbeiten gehen würden, weil sie es gern tun? Schon heute zeigen Studien, dass abhängig Beschäftigte vor Allem dann motiviert sind, wenn sie sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können. Gehalt, Karriere und Status als Motivation werden immer unwichtiger. Wertschätzung, sinnstiftende Aufgaben, kreative Freiheiten und gemeinwohlorientierte Unternehmensziele hingegen gewinnen an Bedeutung in einer Gesellschaft, in der die unteren Stufen der Bedürfnisorientierung abgedeckt sind. Wir wollen stolz sein auf das, was wir tun!

„Ich möchte vor Allem nette Kollegen“

Personaler und Arbeitgeber kennen das. Man fragt eine/n Bewerber/In, warum sie sich auf die ausgeschriebene Stelle beworben haben – und als Antwort kommen Aussagen wie „Ich wünsche mir ein nettes Team, in dem ich gerne arbeite und in dem ich Wertschätzung für meine Arbeit erfahre“. Ist natürlich deprimierend, wenn man doch hofft, dass der zukünftige Arbeitnehmer sich vor Allem für die Aufgabe interessiert, die auf ihn wartet.

Menschen, die sich vor Allem „nette Kollegen“ wünschen, haben meist deprimierende Erfahrungen hinter sich oder kommen aus privaten Verhältnissen, in denen ihnen Wertschätzung und Bestätigung versagt bleiben. Ihnen ist es weniger wichtig, WAS sie tun als in welcher Umgebung sie es tun. Kreativität und unternehmerisches Denken kann man da zunächst nicht erwarten – doch manchmal entwickelt sich gerade bei diesen Unglücklichen eine ganz neue kreative Seite, wenn sie dem Braten erst mal trauen und sich entfalten.

Ich wünsche mir ein Unternehmen, mit dem ich mich identifizieren kann

In unserer heutigen Zeit hat das Bewusstsein für Ökologie und sozial ausgerichtetes Miteinander sehr zugenommen. Immer mehr Menschen wünschen sich eine Organisation, auf die sie stolz sein können, weil dort mit Gemeinwohlorientierung gearbeitet wird.

Noch ist das Misstrauen gegenüber Nachhaltigkeitszielen in etablierten Unternehmen (zu recht) groß. Doch immer mehr StartUps und etablierte Firmen zeigen durch ihr Tun, dass es ihnen ernst ist mit der Vision und Mission ihrer Zielsetzung. Gewinne machen ohne Jemandem zu schaden findet sich in immer mehr Consumer-Brands, da Kunden und Mitarbeiter diese Haltung ganz einfach erwarten.

Ich wünsche mir ein Unternehmen, das mich frei lässt

Kreativität und unternehmerische Gestaltung sind der zweite Bereich, der für eine hohe Motivation der Mitarbeiter entscheidend ist. Agile Unternehmensführung, Augenhöhe-Management, fachübergreifende Team-Bildung mit echter Entscheidungskompetenz und Harmonisierung der verschiedenen Organe einer Organisation führen dazu, dass man nicht mehr arbeitet, um Geld zu verdienen – sondern um glücklich zu sein!

So gibt es schon erstaunlich viele Unternehmen, in denen die Arbeitnehmer frei entscheiden können, wann sie arbeiten, wo sie arbeiten, wie lange und woran sie arbeiten. Im Team wird festgelegt, was getan werden muss um gesetzte Ziele zu erreichen. Kontrolle erfolgt über das Team selbst, Vorgesetzte werden überflüssig. Man tut nicht mehr, was „Einem gesagt wird“, sondern was man aus eigener Erkenntnis entwickelt hat gemeinsam mit seinen Kollegen/Innen. Intrinsische (selbst bestimmte) Motivation entsteht nur in Handlungsautonomie und Wahlfreiheit.

Ich wünsche mir ein ökologisch und menschlich ausgerichtetes Unternehmen

Für das Gemeinwohl tätig zu sein, geht prinzipiell in jeder Branche – auch bei Consumer-Produkten, die auf der Basis der Überflussgesellschaft entwickelt wurden. Entscheidend für Ökologie und Menschlichkeit ist die innere Haltung des Unternehmens und seiner menschlichen Bestandteile. Auch wenn sich die Blickrichtung hin zum Gemeinwohl wendet, können Gewinne gemacht werden und kann ein Unternehmen expandieren.

Nike zum Beispiel ist auch deshalb so erfolgreich, weil sich die Kunden mit den Werten der Marke identifizieren. Sollte etwa in den Medien publiziert und verbreitet werden, dass Nike zu Niedrigstlöhnen, arbeitsschutzfrei und ausbeuterisch in Schwellenländern produzieren lässt, könnte das der Marke einen schweren Schaden zufügen. Wir wissen zwar nicht, was die Führungsetage tatsächlich über Ökologie und Menschlichkeit denkt – doch dank des Internets sind sie gezwungen, nichts Unethisches zu tun. Ist doch prima für uns alle!

Sinnlose Arbeit macht IMMER krank

Extrinsisch motivierte Arbeit ohne Sinn macht auf die Dauer krank. Früher lag der Sinn von (Industrie-) Arbeit darin, sich mit den Kollegen zu einer Solidargemeinschaft zu vereinen und für Rechte und ein gutes Leben zu arbeiten. Die Arbeit war zwar schwer und gefährlich – doch die Kollegen waren das Herz des Ganzen und machten gesund. Heute leben wir in einer individualisierten Gesellschaft, in der es kaum noch solche Schicksalsgemeinschaften gibt.

Heute werden wir krank, wenn wir über längere Zeiträume sinnentleerte Arbeit verrichten müssen. Da, wo stupide Tätigkeiten den Arbeitsalltag bestimmen, sollten schnellstmöglich Maschinen den Menschen ersetzen. Da, wo intrigante und sanktionsbehaftete Strukturen den Job belasten, sollte man schnellstmöglich kündigen. Wer will schon an Stress und Angst krank werden? Es kann Jahre dauern, bis der Körper sich an unserem beruflichen Unglück rächt – doch irgendwann kommt es, und dann ist es zu spät. Da bleiben Narben und Verluste zurück. Da bleiben lebensverkürzende Schäden zurück.

Fazit: Wir brauchen das bedingungslose Grundeinkommen

Unternehmen können mit Mitarbeitern, die nur des Geldes wegen arbeiten gehen, immer weniger anfangen. Tätigkeiten, welche distanzierte und destruktiv eingestellte Menschen verrichten, können weitgehend von Maschinen übernommen werden – und das ist gut so.

Mitarbeiter, die trotz innerer Kündigung inhaltlich verantwortliche Aufgaben ausführen, können der Organisation erheblichen Schaden zufügen. Intrigen und Mobbing gibt es nicht nur bei Vorgesetzten – auch untereinander können sich Mitarbeiter gegenseitig das Leben zur Hölle machen. Das darf nicht sein.

Gemeinwohl, Sinn, Kreativität und Führung auf Augenhöhe

Wir brauchen viele viele Menschen, um konstruktiv an der Weiterentwicklung unseres Planeten zu arbeiten. Arbeit geht nicht aus, sie wandelt sich nur. Unternehmen, die tatsächlich umsetzen, was die meisten von ihnen in den Unternehmens-Leitsätzen formulieren, sind klar im Vorteil. Dank Internet spricht sich herum, wer es wirklich ernst meint mit Ökologie und Menschlichkeit. Intrinsische Motivation ist ein neuer Menschheitsschritt auf der Maslowschen Bedürfnis-Pyramide – und das ist gut so und macht hoffnungsvoll

Zeitonline: Sinn ist im Beruf die wichtigste Motivationsquelle. Sinnlose Arbeit macht krank

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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