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Lehrer aus Dortmund bei Facebook nach Anschlag: „Beteiligt Euch nicht an rechter Hetze!“ 1

Heute früh fand ich bei Facebook folgendes wunderbare Statement des Lehrers, der vor einigen Tagen in Dortmund erleben musste, dass drei Jungen ihn wegen frustrierender Noten erschlagen wollten. Man spürt bei jedem Wort die Liebe und Wertschätzung zu den Kindern, die ihm und seinen Kollegen/ Kolleginnen an einer Gesamtschule in Dortmund-Dorstfeld anvertraut sind – und die Liebe zu einem Beruf, der heute leider in den Medien oft schlecht geredet wird.

Gerade die Arbeit mit Kindern aus unprivelegierten Verhältnissen kann sehr erfüllend sein, auch wenn in Deutschland leider das Bildungssystem wenig darauf ausgerichtet ist. Natürlich ist es international bekannt, dass es in Deutschland leichter ist, im Lotto zu gewinnen als bildungsmäßig in führende Positionen zu gelangen, wenn die Eltern selbst keinen höheren Bildungsabschluss haben. Traurig aber wahr.

Dieser Lehrer ergreift leidenschaftlich Partei für seine Kolleginnen und Kollegen, für die Kinder, für das ganze Umfeld der besagten Gesamtschule in Dortmund-Dorstfeld. Er weiß. welche Probleme gerade Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund haben, auch wenn sie sich um gute Leistungen bemühen und sich nach allen Kräften anstrengen.

Es ist eine Schande, dass in diesem reichen Land nichts mehr geblieben ist von dem Bemühen der siebziger Jahre, „Arbeiterkinder“ das Abitur und ein Studium zu ermöglichen. Viel zu große Klassen, fehlende individuelle Förderung, der ständige Verweis darauf, Eltern sollen privat die schulische Förderung ihres Nachwuchs organisieren. Wie denn, wenn die Eltern schlecht Deutsch sprechen, wenn beide Elternteile in Vollzeit arbeiten und wenn das Geld für Nachhilfe fehlt?

Auch spricht er an, in welchem Zwiespalt sich Lehrer befinden, die ihre persönliche Wertschätzung den Kindern gegenüber trennen müssen von der objektiven Beurteilung ihrer Leistungen. Wolfgang Wittchow bekennt sich eindeutig dazu, schlechte Leistungen als solche zu zu kennzeichnen und darauf zu vertrauen, dass die Kinder genügend Größe haben, damit fertig zu werden. Er zeigt an drei konkreten Beispielen, wie großartig seine Kinder auf frustrierende Noten reagiert haben – und wie sich nachhaltig Freundschaften über die Schulzeit hinaus ergeben haben.

Absolute Leseempfehlung! Lasst Euch nicht in die rechte Ecke drängen, mahnt der Gesamtschullehrer, der von drei jugendlichen Schülern mit einem Hammer erschlagen werden sollte. Hier ging es nicht um Religion oder Rasse – hier ging es um den Charakter eines Jungen, der überhaupt nicht mit Frustration klarkommt. Das gibt es in allen Bildungsschichten und Kulturen. Wir kennen schließlich auch einige Biografien von Jungen aus den USA, die zu Amokläufern wurden. Sie kamen häufig aus „besseren“ Familien.

Lehrer werden ist eine wundervolle Entscheidung. Junge Menschen zu begleiten und sie auf ihren beruflichen Lebensweg vorzubereiten ist eine Aufgabe, die sehr erfüllend und glücklich machend sein kann. Leider macht es unser System Lehrern sehr schwer, diesen verantwortungsvollen Beruf zu bewältigen. Doch vielleicht macht dieses Statement einigen Abiturienten Mut, es zu versuchen.

Wir brauchen gute Lehrer gerade für Kinder aus unprivilegierten Schichten. Rudolf Steiner, Maria Montessori und viele andere Reformpädagogen haben gerade mit „Arbeiterkindern“ so erfolgreich gearbeitet, weil diese noch die Gier nach Lernen, Wissen und Aufstieg haben. Mögen viele junge Menschen an ihrem Traum festhalten, hier zu wirken und zu gestalten. Nur dann kann unsere Gesellschaft sich nach vorn bewegen. Denn eins ist klar: „Bewegung kommt immer von der Straße“. 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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