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Psychotherapeuten und psychologische Berater auf Instagram 0

Instagram ist ein visuelles soziales Netzwerk, das seinen besonderen Reiz darin hat, die Nutzer durch ständig wechselnde Inspirationen und Sinneseindrücke auf der App zu halten. Bilder, Stories, Videos… die Nutzer scrollen und scrollen nach dem Prinzip: „Nur noch zwei, drei Bewegt/-Bilder, dann hör ich auf“. So lassen sich gut alle möglichen Dinge verkaufen – doch auch Psychotherapie? Und falls es so sein wollte, woran erkenne ich einen seriösen psychologischen Therapeuten? Kann dieser Trend auch gefährlich sein?

Geschützte Berufsbezeichnung Psychotherapeut/ Psychologe

Seit Januar 1999 sind die Berufsbezeichnungen „Psychotherapeut“,  „Psychologischer Psychotherapeut“ und „Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut“ den approbierten Berufsträgern, Heilpraktikern für Psychotherapie und entsprechend ausgebildeten Ärzten vorbehalten. Ebenfalls gesetzlich geschützt ist der Beruf „Psychologe“. Hat man es also bei Instagram, Facebook und Co mit Jemandem zu tun, der sich als Psychotherapeut/In oder Psychologe/In bezeichnet, kann man darauf vertrauen, dass diese/r eine entsprechend seriöse anerkannte Ausbildung erhalten hat.

Psychotherapie

Im Gegensatz zur Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ ist die Bezeichnung „Psychotherapie“ nicht gesetzlich geschützt. Allerdings darf dieser Zusatz zum Beruf nur dann angegeben werden, wenn eine entsprechende Qualifikation mit Erlaubnis der zuständigen Ärztekammer vorliegt. Es ist jedoch häufig verwirrend und schwer durchschaubar zu entscheiden, ob ein Anbieter von psychologischen Dienstleistungen den Begriff „Psychotherapie“ verwendet, um sich unrechtmäßig zu erhöhen – oder ob ein entsprechendes Studium bzw. eine entsprechende Heilpraktiker-Zulassung vorliegt. Hier heißt es also: Aufpassen!

Psychologische Berater/ Psychologischer Coach/ Lebensberater

Psychologische Berater oder -Coaches  haben keinen Anspruch, heilend tätig werden zu können. Sie wollen Unterstützung dabei geben, Probleme und Konflikte zu lösen. Die Berufsbezeichnung „Psychologischer Berater“ ist nicht gesetzlich geschützt. Jede/r, der/die sich dazu berufen fühlt, kann sich so benennen. Auch im Instagram-Profil, auch auf der Visitenkarte oder bei Xing und LinkedIn. Allerdings gelingt es nur wenigen psychologischen Beratern/Innen, sich wirtschaftlich über diese Dienstleistungen ausreichend zu finanzieren. Da es keine Möglichkeit gibt, über Krankenkassen abzurechnen, müssen die Klienten die Kosten privat tragen. Doch es gibt eine entscheidende Ausnahme: Der Business Coach ist kann als Betriebsausgabe steuerlich geltend gemacht werden.

Psychotherapeuten und psychologische Berater bei Instagram

Wie Welt. de berichtet, gibt es auf Instagram immer mehr Menschen, die ihre Leistungen für Menschen mit psychischen Problemen anbieten. Häufig wird der Weg genutzt, über emotional berührende Sprüche die potentielle Kundschaft anzusprechen. Unglückliche und einsame Menschen können regelrecht süchtig danach werden, diese typischen Sprüche zu lesen und sich mit den Botschaften zu identifizieren.

Psychologische Berater/Innen bieten häufig Online- und Offline-Coachings an, aber auch Gruppencoachings, Webinare, Videokurse und andere Produkte für Menschen, die sich in ihrer Persönlichkeit weiterentwickeln wollen. Das ist natürlich völlig in Ordnung. Riskant ist es nur dann, wenn psychisch Erkrankte sich in die Hände eines Laien begeben. Wie schnell kann es zu Katastrophen kommen, die unabwendbar sind oder zumindest den Gesundheitszustand weiter verschlechtern!

Psychotherapeuten und Psychologen bei Instagram

Für die Psychotherapeutin Anke Glaßmeyer ist ihr Instagram-Account vor Allem ein „Hobby“, um über Psychotherapie aufzuklären und Mut zu machen, eine professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Da sie selbst über gesetzliche und private Krankenkassen abrechnen kann, braucht sie keine Werbung – meist warten Therapiebedürftige sehr lange, bis sie überhaupt einen freien Platz bei einem/r Therapeuten/in ergattern können.

So ist es auf der einen Seite ein Segen, dass Instagram die vielen Probleme, Krankheiten und Störungen der Seele entstigmatisiert, doch auf der anderen Seite birgt es auch Gefahren. Wenn selbst ernannte „Heiler“ Lücken nutzen, um verzweifelten Menschen schädliche bzw. unwirksame Therapien zukommen zu lassen, kann das unverantwortlich sein. Man sollte also unbedingt aufpassen, wem man bei Instagram folgt und vertraut. Und vor Allem: Keine Angst haben vor dem Gang zum Arzt bzw. Psychotherapeuten!

Jeder vierte Deutsche zeigt Symptome psychischer Erkrankungen. Psychische Erkrankungen sind Alltag. Niemand ist davor gefeit. es kann Jeden treffen. Also keine Scham sondern handeln! Das Leben ist zu kostbar, um daran zu leiden.

Welt.de: Immer mehr Psychotherapeuten bei Instagram

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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