Home / Führung / „Hilfsbereitschaft ist kein Widerspruch zur Evolution, sondern ihr Ergebnis“

„Hilfsbereitschaft ist kein Widerspruch zur Evolution, sondern ihr Ergebnis“ 73

Forscher haben an Ratten die Hilfsbereitschaft studiert – mit dem verblüffenden Ergebnis, dass Ratten uneigennützig hilfsbereit völlig unbekannten Artgenossen helfen (leckeres Futter zuschieben), aber nur unter der Voraussetzung, dass ihnen selbst zuvor auch schon von irgendeiner Ratte geholfen wurde. Bisher gingen die Wissenschaftler davon aus, dass sich der schnöde Egoismus in der Evolution am besten durchsetzt, nach dem Motto „der Stärkere gewinnt“, doch dieses Verhalten, das es natürlich auch bei anderen Tieren gibt, passt nicht ins Bild. Die Erklärung:

„Der Barmherzige hilft stetes auch sich selbst, der Herzlose schneidet sich ins eigene Fleisch“. Ratten trennen sich sozusagen auf in „nette“ Ratten und „fiese“ Ratten. Die Gruppen leben so ziemlich getrennt unter sich. Die Netten suchen die Netten und bleiben unter sich, helfen, kooperieren. Und da Teamarbeiter den Einzelkämpfern überlegen sind, und da jeder mal in Not gerät, wo er oder sie ohne Hilfe schnell unwiederbringlich verloren ist – setzen sich die „Guten“ gegenüber den „Bösen“ in der Evolution durch! Sie überleben besser, sie vermehren sich besser, sie geben ihre positiven Erfahrungen an den Nachwuchs weiter. Und die Moral von der Geschicht:

„Hilfsbereitschaft ist kein Widerspruch zur Evolution, sondern ihr Ergebnis!“

Über Eva Ihnenfeldt

Eva Ihnenfeldt leitet gemeinsam mit Dennis Arntjen das Unternehmensnetzwerk Kmu-digital.net - das Netzwerk von Unternehmen im digitalen Wandel. Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

7 thoughts on “„Hilfsbereitschaft ist kein Widerspruch zur Evolution, sondern ihr Ergebnis“

  1. „aber nur unter der Voraussetzung, dass ihnen selbst zuvor auch schon von irgendeiner Ratte geholfen wurde“ …

    Das ist dann aber doch wie mit dem Ei und dem Huhn 😉

    Wenn jede Ratte einer anderen nur hilft, wenn ihr selbst einmal Hilfe zu teil wurde, dann kann das ja gar nicht losgehen… Außer eine andere Spezies tut so als sei sie eine Ratte und hilft einer solchen 😉

    Ach. Ich lass schon wieder meine ganz schlaue Ader raushängen. Sorry.

    Was aber das „die Guten“ angeht: In der Wirtschaft helfen sich meistens eher diejenigen die dann Beschlüsse fassen und mittragen die anderen wehtun. Siehe die Seilschaften zwischen Politik und Wirtschaft, Wirtschaftsbossen unter sich und viele andere Beispiele.

    Und die überleben sicherlich. Sogar ganz gut…

  2. Also erst einmal ist das Huhn und das Ei ja schon lange da: Ratten helfen ja Ratten – und wer da irgendwann mal mit angefangen hat, ist doch nun wirklich schnuppe, oder?
    Und dass Ratten in ihrer „Wir-Gruppe“ bleiben, hab ich ja gesagt: den Ratten, die anders sind und einem nicht gut tun, geht man einfach aus dem Weg.
    Und ich möchte gar nicht zu den Polit-Wirtschaft-Seilschaftratten gehören, so viel Geld kann man mit gar nicht bieten, dass ich das gerne wollte. Du?

  3. Ne. Ich möchte da auch nicht zu gehören. Geld ist nicht alles…

    Aber es ist ja nunmal leider doch so, dass eben diese Polit-Wirtschaft-Seilschaftratten den ganzen Reichtum horten 🙁 …

    Na ja. War auch nur eine rein theoretische Geschichte die ich da verfasst habe …

  4. Natürlich hast Du ja Recht! Ich lese gerade das Buch „Der Deutschland-Clan“ und könnte vor Wut in die Tischkante beißen.
    Ich denk nur immer:
    es gibt Sachen, auf die habe ich Einfluss: ran
    es gibt Sachen, denen ist es völlig egal, was ich strampel, die nehm ich wie das Wetter
    und unterscheiden lerne ich an der Erfahrung: wenn ich dreimal versucht habe, Einfluss zu gewinnen ohne Erfolg, dann: celavie! (Bis zu einem nächsten Mal – man wird ja auch schlauer)

  5. Das mit der Hilfsbereitschaft ist so eine Sache für sich.
    Mich befriedigt es ungemein, wenn ich jemandem uneigennützig helfen kann. (Helfersyndrom)Aber inzwischen weiß ich, dass das verkehrt ist. Denn was ich anderen gebe, sei es Erfahrung und Wissen oder sonstiges, bekommen sie von mir kostenlos. Wiederum Andere nehmen und bekommen für das Gleiche, dann noch richtig Geld.
    Wenn man dann nicht aufpaßt, versucht Jeder einen auszunutzen.
    Wo liegt jetzt eigentlich die Messlatte ? ?

    Eine Erfolgreiche Zeit weiterhin für Euch alle.

    Reinhard Fischbach

  6. Das geht mir ähnlich Herr Fischbach.
    Und manchmal merke ich dann, dass ich da offensichtlicht anders bin als andere Menschen.

    So helfe ich zum Beispiel einem Kollegen während seiner Krankheit, Kunden zu betreuen und muss mir nachher den Vorwurf gefallen lassen, ich würde versuchen seine Kunden anzugraben…

    Aber so ist das nunmal. Was man auch tut, es ist falsch… 🙂 Nein. Natürlich nicht. Man muss einfach nur Maß halten. Aber das muss man bei allem anderen auch.

  7. Ich sag immer: „Man kann mich wunderbar ausnutzen – aber nur einmal…“ So habe ich vor kurzem einen Gründer aus dem newsletter-Verteiler geworfen (und aus meiner Bereitschaft, ihn weiterhin zu unterstützen), weil er erfolgreich versucht hat, meine Leistungen ihm gegenüber preislich herunterzuhandeln.
    Ist doch prima! Einer weniger, um den ich mich in Zukunft sorgen muss!
    Sicher gibt es 50 Prozent unangenehme Ratten, aber man kann doch Erfahrungen machen, sich bei Bedarf daran erinnern, und ihnen in Zukunft aus dem Weg gehen!
    ich glaube, wirklich Probleme haben nur Abhängige, denn die können nicht weg. Das ist ja eine der schönen Seiten am Selbständigsein. Ich möchte diese Freiheit nie wieder missen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Theme developed by TouchSize - Premium WordPress Themes and Websites