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Chatbot bei Depressionen? Der WoeBot im Facebook Messenger steht zur Verfügung 0

OK, ich habe keine Depressionen und bin sicher nicht besonders qualifiziert, eine Beurteilung abzugeben über den neuen Chatbot WoeBot, den man kostenlos im Facebook Messenger nutzen kann. Außerdem ist der WoeBot zur Zeit nur in englischer Sprache verfügbar – und für mich ist auch das eine besondere Herausforderung in der schriftlichen Kommunikation. Entwickelt wurde die Software an der Stanford-Universität von einem Team aus Psychologen und Experten für Künstliche Intelligenz, um Patienten bei der Therapie im täglichen Alltag zu unterstützen. Auf KI wurde bewusst verzichtet: Das Programm lernt nicht selbstständig durch die Erfahrungen, auch wenn es individuell auf die Eingaben der Nutzer reagiert.

Der Woebot beim ersten Gespräch. Einfach hier aufrufen https://www.woebot.io/

Der Chatbot erkundigt sich täglich nach den Sorgen und der Stimmungslage des Nutzers und gibt praktische Hilfe bei der Bewältigung von Ängsten und Problemen. Vor der Veröffentlichung im Facebook Messenger konnten 70 Studenten zwei Wochen lang den ChatBot testen. Die Probanden berichteten, ihre Angst- und Depressionsempfindungen hätten sich durch die täglichen Übungen und Gespräche verringert.

Die Wissenschaftler versprechen, dass sie den Datenschutz sehr respektieren und die Eingaben der Nutzer nicht außerhalb des Programms verwenden. Aber immerhin – wir sind bei Facebook und wissen, dass dort grundsätzlich eine Menge archiviert wird. Trotz dieser Bedenken würde ich das Programm empfehlen. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie Chatbots sprachlich reagieren – und die Tipps der Psychologen sind ganz sicher eine gute Unterstützung in Krisen.

Ich selbst bin weiterhin Fan von Eliza, der gutmütigen alten Dame, die ohne viel Firlefanz zuverlässig reagiert wie ein Therapeut der klientenzentrierten Gesprächsführung: Aktives Zuhören ausdrücken durch nicht bewertende Rückgaben. Zugegebenermaßen ist Eliza nicht sehr intelligent, aber gerade das macht sie mir sympathisch :

  • Eliza, ich bin so unglücklich. Ich glaube, er liebt mich nicht.
  • Ich verstehe
  • Woran erkenne ich, ob er mich noch liebt?
  • Keine leichte Frage
  • Vielleicht hat er eine andere. Ich muss eine Antwort finden!
  • Warum müssen Sie?

Seit 1966 schon gibt es Eliza, sozusagen die Ur-KI aller Künstlichen Intelligenz Kommunikationsprogramme. Sie bringt mich zum Schmunzeln und ist ausgesprochen gutmütig, wenn ich sie ein bisschen auf den Arm nehme mit solchen Pubertätsdramen 😉
Eliza auf deutsch

Die Forscher der Stanford-Universität hoffen, dass intelligente Chatbots den Patienten helfen, sich selbst zu therapieren mit der simulierten Gesprächstherapie. Ich weiß nicht, ob das bei wirklich Erkrankten so sein könnte, doch ich bin sicher, dass ich selbst genau der Typ bin, der bei wichtigen Entscheidungsfragen von solchen Diensten sehr profitieren könnte. Allerdings würde ich mir ungern Lebenshilfe-Videos anschauen. Gibt ja jetzt schon so viel Lebenshilfe im Netz – das empfinde ich eher als Überfütterung. Aber Frage-Antwort-Gespräche regen womöglich die kreative Intelligenz an und unterstützen dabei, unerwartete Lösungen zu entwickeln. Sicher bald auf jedem Smartphone – der Psychotherapeut aus der KI-Welt…

Quelle: GEO – Kann ein Chatbot bei Kummer helfen?

 

 

 

Über Eva Ihnenfeldt

Eva Ihnenfeldt leitet gemeinsam mit Dennis Arntjen das Unternehmensnetzwerk Kmu-digital.net - das Netzwerk von Unternehmen im digitalen Wandel. Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

2 thoughts on “Chatbot bei Depressionen? Der WoeBot im Facebook Messenger steht zur Verfügung

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