Home / Innovation / Existenzgründer: Gründerwettbewerbe lohnen sich in jedem Fall

2014 gab es in Deutschland insgesamt 124 Wettbewerbe für Existenzgründer. Davon sind 45 Wettbewerbe bundesweit, 79 eher regional ausgerichtet. Gerade die regionalen Wettbewerbe sind interessant für alle Menschen, die den Start eines Unternehmens starten. Denn bei den Veranstaltungen können sich Gründer vernetzen, wichtige Informationen erhalten, sich weiterbilden, austauschen und Empfehlungen erhalten. Natürlich ist nicht jede Geschäftsidee innovativ genug für ein Preisgeld, doch das ist nicht ausschlaggebend für die Teilnahme. Gründer sollten sich nicht dadurch abschrecken lassen, dass sie die eigene Idee für zu „klein“ oder „gewöhnlich“ halten. Im Ruhrgebiet gibt es gleich zwei regionale Gründerwettbewerbe: Start2Grow in Dortmund und Senkrechtstarter in Bochum, im Rheinland gibt es NUK – wertvolle Angebote für alle, die sich selbstständig machen!

Warum sind Gründerwettbewerbe so wertvoll?

Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben die meisten Gründerwettbewerbe. Das Prinzip ist meist ähnlich: Über

Jörg Dannenberg von Start2grow gratuliert D. Linnenbrink und J. Eshaghi zu 10.000 Euro

2010 gewannen Dorothee Linnenbrink und J. Eshaghi 10.000 Euro mit dem Onlineshop-Konzept Jalall’Dor

etwa sechs Monate finden regelmäßig (meist wöchentlich) kostenlose Abendveranstaltungen statt für alle Interessierten, zusätzlich gibt es weitere Angebote wie Workshops, Vorträge, Stammtische, Sprechstunden, Netzwerktreffen. Die besten Businesspläne erhalten Preisgelder und eventuell Sachpreise. Der gesamte Wettbewerb lebt davon, dass Anbieter und Experten im Existenzgründungsbereich die Gründer ehrenamtlich begleiten, als Coach, Mentor, Experte, Berater.

Allein diese Aufzählung zeigt, was für ein großartiges Geschenk die offenen regionalen Gründerwettbewerbe sind! Denn wer weiß schon vor der Gründung, welche rechtlichen Fallstricke es gibt, wie sich ein brauchbarer Businessplan gestaltet, was bei der Gestaltung des Marketings und der Unternehmensorganisation zu beachten ist. Wie wertvoll ist es, sich mit anderen Gründern auszutauschen, Inspirationen zu erhalten, Synergien zu finden und gemeinsame Aktivitäten und Projekte zu planen.

Auch StartUps, die ohne Finanzierung und ohne Mitarbeiter starten, können mitmachen – zumindest bei Start2Grow und Senkrechtstarter ist Jeder herzlich willkommen. So tasten sich die Gründer bei den wöchentlichen Veranstaltungen Stück für Stück an die Realisierung ihrer Idee heran. Häufig wird durch die Erfahrungen noch etwas an der Idee verändert, erweitert, hinzugenommen oder gestrichen. Selbst etablierte Unternehmen, die mit einem neuen Geschäftsfeld starten, können als Gründer den Prozess durchlaufen und sich mit ihrem Businessplan am Wettbewerb beteiligen.

Eine der wichtigsten Regeln im Unternehmerleben ist, dass lebendige Netzwerke der Boden für nachhaltigen Erfolg sind. Gründer brauchen eine Geschäftsausstattung, eine passgenaue Website, Steuerberatung, rechtliche Unterstützung und Software für den Verwaltungsaufbau des Unternehmens. Ob Design, Fotos, Buchhaltung, Marketing, Unternehmensberatung für Fördermittel – ohne Kontakte und Empfehlungen zahlt man häufig zu viel – und im schlechtesten Fall ist die Leistung unbrauchbar.

Selbstverständlich sind die bundesweiten Gründerwettbewerbe von den Preisgeldern her attraktiver als regionale, die häufig mit viel Herzblut von Wirtschaftsförderungen und anderen Organisationen und Trägern organisiert werden. Auch branchenspezifische Wettbewerbe sind häufig sehr attraktiv für Gründer, die ihren Businessplan einreichen in der Hoffnung auf einen der ersten Plätze. Vor Allem in der IKT Branche (Informations- und Kommunikationstechnik) gibt es hohe Geld- und Sachpreise für herausragend innovative zukunftsträchtige Geschäftskonzepte.

In ein Unternehmerleben starten mit Gründerwettbewerben

Doch die regionalen Wettbewerbe sind der erste Schritt im „Offline-Leben“ hin zum Unternehmer. Freundschaften bilden sich, Kooperationen starten, Netzwerke werden gegründet. Man trifft sich auch nach Abschluss des Wettbewerbs auf den vielen Events, Weiterbildungen und Netzwerktreffen, die regional laufend angeboten werden.

In Dortmund ist durch das WorkInn (CoWorking-Space und Community) mit seinen drei Standorten in Dortmund und Kamen eine Gründerszene entstanden, die langsam zum echten Standort-Vorteil für Dortmund wird. Die Verzahnung von Start2Grow, Angeboten der Wirtschaftsförderung Dortmund, Angeboten des WorkInn und anderen Formaten wie der BarSession (Social Media Konferenz) webt ein so dichtes Netz, dass auch in Krisen Unterstützung und Auffangmöglichkeiten reichlich vorhanden sind – wenn man in die Community einsteigt!

Zuletzt sei noch darauf hingewiesen, dass der Businessplan selbst ein ausreichender Grund ist, sich an einem Gründerwettbewerb zu beteiligen. Ob Einzelgründung als Dienstleister oder medizintechnisch bahnbrechende Technologie mit hohem Finanzierungsbedarf – jede Gründung braucht einen Businessplan. Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse, Kostenaufstellung und strategische Planung lassen sich nicht aus dem Ärmel schütteln. Harte Arbeit für den Gründer, viele Stunden und Tage der Recherche, der Gespräche, des Forschens und Vergleichens – doch auch Schreibfaule sollten nicht den Fehler machen, die Arbeit an einen Gründungsberater zu delegieren, ohne selbst intensiv mitzuarbeiten. Denn Insolvenzen sind bei über 50 Prozent begründet durch die mangelhafte Marketingstrategie, und nur (regelmäßige) Konzepte, die mit Zahlen, Daten, Fakten arbeiten, schützen vor Betriebsblindheit und Fehlentscheidungen.

Am 25. Juni 2015 findet die Dortmund die Abschlussveranstaltung von Start2Grow 2015 statt. 10 Sieger-Teams werden prämiert, der erste Platz ist mit 15.000 Euro dotiert. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, zu kommen. Der Bochumer Gründerwettbewerb Senkrechtstarter ist für dieses Jahr bereits erfolgreich beendet, der Rheinländer Gründerwettbewerb NUK ebenfalls. Man sollte sich also in die drei Mail-Verteiler eintragen, um rechtzeitig von der nächsten Gründerwettbewerben im Rhein/ Ruhr-Gebiet zu erfahren

Gründerfreunde: Überblick und Zahlen zu allen Gründerwettbewerben in Deutschland

 

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Theme developed by TouchSize - Premium WordPress Themes and Websites