Home / Innovation / Online-Messe. Die Lösung gegen das Messetrauma?

Das wir in diesem Jahr auf der CeBIT ausgestellt haben, wissen Sie ja wahrscheinlich. Wir sind super stolz, dass wir so schnell die Aufmerksamkeit erzeugt haben, die uns diese Teilnahme ermöglicht hat. Heute möchte ich meine eigenen Eindrücke und auch den Inhalt einiger Diskussionen bzgl. der allgemein erkennbaren Messemüdigkeit wiedergeben. Gleichzeitig beleuchte ich dabei ein recht junges Konzept, mit dem Messen Online veranstaltet werden sollen. Mit der Einfach Online Arbeiten findet in der nächsten Woche (am 26. und 27. April) eine virtuelle Messe statt, die ich persönlich „besuchen“ werde. Im Vorfeld macht das Konzept einen guten Eindruck, den ich in diesem Artikel ebenfalls aufgreifen werde.

Sind klassische Messen noch zeitgemäß?

Nach der CeBIT habe ich einige Diskussionen verfolgt, die sich alle um das wenig zeitgemäße Konzept gedreht haben. Im Wesentlichen hat sich die CeBIT aus Besuchersicht in den letzten Jahren so gut wie gar nicht verändert. Das immer gleiche Konzept, Produkte und Dienstleistungen auf mehr oder weniger aufwändig gestalteten Messeständen zu präsentieren und dabei zu hoffen, dass neben den eingeladenen Kunden auch einige Besucher am Stand „hängenbleiben“ die man als Neukunden gewinnen kann.

Ich persönlich habe wenige Messestände erlebt, die mich wirklich angezogen haben. Das liegt im Wesentlichen daran, dass dort keine spannenden Dinge passieren. Zumindest erkennt der Besucher nicht auf Anhieb, was auf einem Messestand eigentlich los ist und welchen Nutzen er davon hat, genau an diesem oder jenem Messestand anzuhalten und sich von einer der zahlreich auf den Ständen anwesenden Personen ansprechen zu lassen.

Dieses Problem beginnt aber nicht erst beim betreten einer Messe sondern ist unter anderem auch durch die so gut wie gar nicht vorhandenen Möglichkeiten der Messevorbereitung verursacht. Es gibt für die CeBIT zwar ein Ausstellerverzeichnis. Dieses ist aber sehr schlecht gepflegt und die Filtermöglichkeiten sind so rudimentär, dass man das gesuchte nur schlecht findet. Ich habe das am eigenen Leib erfahren, als ich versucht habe herauszufinden, welche Aussteller aus dem Ruhrgebiet anwesend sind.

Die fehlenden Möglichkeiten der Vorbereitung führen bei vielen Besuchern dazu, dass sie relativ ziellos über die Messe irren und am Ende des Tages einige Lieferanten besucht haben ohne aber viele Neuigkeiten kennen gelernt zu haben. Die Vorbereitung eines Messebesuchers orientiert sich heute wahrscheinlich eher daran, das seine bestehenden Lieferanten und Kontakte ihm schreiben wo sie auf der Messe zu finden sind und was sie dort eigentlich vorführen. Der Messebesucher bleibt dadurch sehr in seiner Filterblase gefangen. Die einzige Chance diese zu verlassen, besteht im herumirren mit offenen Augen. Ob das so richtig erfolgreich ist? Wohl eher nicht…

SO wie die CeBIT und andere Messen sich heute präsentieren sind sie nicht mehr zeitgemäß. Das lässt sich meiner Meinung nach auch sehr gut an den rückläufigen Besucherzahlen vieler Messen ablesen. Das Informationsangebot im Alltag ist durch das digitale Angebot so groß, dass eine Messe das Versprechen viel neues zu präsentieren einfach nicht mehr erfüllt. Jedes neue Produkt, jede Innovation finde ich in gut aufbereiteter Form im Netz. Wann ich die Informationen abrufe, das entscheide ich am liebsten selber.

Was muss sich ändern, wenn man diese sehr in der Vergangenheit verharrende Art und Weise, Kunden informieren und gewinnen zu wollen aufgeben will? Welches Konzept bricht so sehr mit dem Althergebrachten, dass es wirklich neu ist? Und wie schafft man es als Aussteller, der Gefahr zu entgehen das dann gar keine Besucher mehr kommen, weil das neue Konzept nicht einschlägt?

Mehrwerte schaffen

Es ist eigentlich ganz einfach. Aussteller sollten darüber nachdenken, welche Mehrwerte sie auf der Messe präsentieren, die nicht im Netz verfügbar sind. Gibt es Bestandteile des Produkts, die man als Kunde unbedingt selber „angefasst“ haben muss um so richtig zu wissen, was denn nun die echte Neuigkeit ist? Gibt es Fragen, die im persönlichen Gespräch umfassender und zielführender zu beantworten sind als wenn der Kunde sich die Antworten online selber sucht? Kann man als Aussteller ein Vortragsangebot auf die Beine stellen, mit dem Inhalte vermittelt werden die der Kunde sonst nirgendwo gesehen und gehört haben kann?

Ein Weg zu einer guten Messe sind also Angebote, die echten Mehrwert liefern. In der heutigen Zeit hat doch angeblich keiner mehr die Ressourcen um Zeit zu verschwenden. Also sind auch immer weniger Menschen bereit, Ihre Zeit als Besucher auf Messen zu verbringen, die ihnen am Ende keinen Nutzen bringen.

Messen nur noch digital?

Mit der ab dem 26.04.2016 zu zweiten Mal stattfindenden „Einfach Online Arbeiten“ findet eine rein digitale Messe Ihren Weg in die Köpfe potentieller Messebesucher. Es handelt sich hierbei um eine Messe die zu digitalen Themen ausschließlich online stattfindet. Ich bin gespannt, wie die Macher dieses Thema umsetzen und wir sie es schaffen, die Besucher auf der Messe zu halten. Denn der Weg zurück zur anstehenden Arbeit ist bei einem Format, dass ich besuchen kann in dem ich mich vor meinen Rechner setze, äußerst kurz.

Die Macher der Einfach Online Arbeiten haben einiges auf die Beine gestellt und versprechen ein Erlebnis, dass über die üblichen Messen hinaus gehen soll.

In der folgenden Infografik sind die wichtigsten Punkte gut zusammengefasst.

Infografik eoa 2016

Ich bin sehr gespannt, wie die Messestände umgesetzt werden und wie das Networking laufen wird. Die Qualität der Speaker ist sehr hoch und ich freue mich schon auf den einen oder anderen interessanten Vortrag.

Ob ich rein virtuelle Messen gut finde oder nicht, kann ich aktuell nicht beurteilen. Sicherlich entfallen Anfahrtzeiten und ich spare durch entfallende Reisekosten zusätzlich Geld. Aber ob deshalb das Konzept „Messe“ noch zeitgemäß ist und wie dieses Konzept online umgesetzt wird, das kann ich erst beurteilen wenn ich am Mittwoch Abend alles gesehen habe.

Aktuell sind noch Tickets verfügbar. Wer sich also einmal ein rein virtuelles Messekonzept anschauen möchte, der sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

 

 

 

 

Über Dennis Arntjen

Als Vertriebsspezialist, Social Media Kenner und Experte des digitalen Wandels schreibt Dennis Arntjen jede Woche Beiträge rund um die Digitalisierung des Mittelstands. Gemeinsam mit Eva Ihnenfeldt leitet Dennis Arntjen das Unternehmernetzwerk KMU Digital. Dort ist er verantwortlich für die Mitgliederbetreuung, den Vertrieb sowie verschiedene Themen rund um die Organisation von Veranstaltungen.

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