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Tag 3 – 04.05.2016

Was habe ich mir vorgenommen?

Der dritte Tag war mein letzter Tag in Berlin. Ich musste also am Morgen zunächst dafür sorgen, dass mein Gepäck ordentlich verstaut wird und ich dieses am Abend vor der Abfahrt wieder einsammeln kann. Auch für diese Herausforderung haben die Veranstalter eine Lösung geschaffen, denn es gibt eine kostenlose Möglichkeit sein Gepäck abzugeben. Das hat wirklich hervorragend funktioniert.

Was war aber nun für den Tag geplant?

  • #Schichtwechsel. Arbeiten ohne Hierarchien – Wer gibt hier eigentlich den Ton an. Da war ich leider nicht dabei. Die Gepäckabgabe hat etwas gedauert.
  • Make it Simple. Strukturen schaffen für die Arbeit 4.0. Da war ich nicht dabei.
  • Partizipation X – Collaboration, Cooperation oder Hierarchie 2.0. Da war ich dabei.
  • Hacking the Fördersystem. Da war ich auch nicht dabei. Fand ich dann doch nicht so interessant.
  • #Schichtwechsel: Existenzängste oder neue Freiräume? Da war ich dabei.
  • Macht Digitalisierung verwundbar? Da war ich (leider) dabei.
  • Klassenkampf der Roboter. Werden die Produktionsmittel uns enteignen? Da war ich nicht dabei.
  • #Schichtwechsel: Wie schlaue Algorithmen die Beziehung zwischen Menschen und Marken verändern. Da war ich nicht dabei.

Was habe ich geplant, zusätzlich und stattdessen mitgenommen?

Tja. Irgendwie habe ich an diesem Tag nicht viele Sessions besucht die ich mir vorgenommen hatte. Trotzdem war der Tag gut gefüllt.

04.05.2016 10:00 Uhr – Liquid Democracy: „Operation gelungen, Patient tot?“

Liquid Democracy war oder ist ein Projekt und ein Stück Software das in der Piratenpartei dazu genutzt werden sollte, die demokratische Meinungsbildung und die Mehrheitsfindung ständig zu ermöglichen und so einen maximalen Grad an Demokratie innerhalb und außerhalb der Partei zu erzielen. Ich selber habe Teile dieses Prozesses mitgemacht und versucht mit zu bestimmen. Leider ist das Projekt aktuell nicht als gelungen zu bezeichnen.

Genau darum und auch darum, wo die Ursachen für das Scheitern zu suchen sind, drehte sich die Session. Anja Adler schreibt ihre Doktorarbeit genau zu diesem Thema und hat den Zuschauern einen guten Überblick geliefert. Leider ist sie nicht ganz bis zum Ende Ihres Vortrages vorgedrungen, da die Zeit etwas knapp bemessen gewesen ist 😉 …

04.05.2016 10:30 Uhr – Partizipation X – Collaboration, Cooperation oder Hierarchie 2.0.

Es blieb direkt politisch. In dieser Session berichteten eine Bürgermeisterin und ein Bürgermeister aus der Region Hannover darüber, wie sie mit digitalen und analogen Hilfsmitteln versuchen, die Bürger Ihrer Städte stärker in die Entscheidungsfindung einzubinden und so die Lokalpolitik demokratischer und transparenter zu gestalten.

Die beiden haben einen wirklich guten Vortrag aufgebaut, in dem deutlich wurde wo die größten Herausforderungen liegen. Auch vor aktuellen Themen wie der vorgeblichen Radikalisierung unserer Gesellschaft haben die beiden nicht Halt gemacht. So konnten die Zuhörer sehr gut erkenne, wo die Schwachstellen liegen und warum Partizipation, Kollaboration und flache Hierarchien in der Lokalpolitik (und sicherlich auch auf Landes- und Bundesebene) gut funktionieren können.

04.05.2016 12:30 Uhr – #Schichtwechsel: Existenzängste oder neue Freiräume?

Diese Session fand im Meetup Bereich statt und war als offene Diskussionsrunde angelegt. Ellen Kuder von Microsoft Deutschland hat mit einigen Fragen an das Thema herangeführt. Die offene Art und Weise hat zu einem Gedankenaustausch geführt, den die Teilnehmer sogar noch über das Ende der Session hinaus fortgesetzt haben.

Die Fragestellung zielte darauf ab, ob wir durch Automatisierung, Robotik und künstliche Intelligenz Freiräume gewinnen oder doch eher Angst um unsere Existenz haben sollten. Im Kreis der Teilnehmer wurde dieses Thema extrem differenziert gesehen. Die einen waren sehr positiv eingestellt und sehen eher, dass die Chancen überwiegen. Wenn wir es denn schaffen, unsere Gesellschaft und auch die Sozialsysteme umzubauen. Andere Teilnehmer, vornehmlich die jüngeren, haben das ganze mit sehr viel mehr Skepsis diskutiert und glaubten einfach nicht daran, dass unsere Gesellschaft so Tranformationsfähig ist, wie sie es sein müsste um den Wandel positiv zu gestalten.

Diese Fragestellung und alles was sich an Konsequenzen daraus ergibt, kann man einfach nicht in 30 oder auch 60 Minuten zu Ende diskutieren. Vielleicht schaffen wir es ja mal in Dortmund eine Diskussion dazu zu organisieren und lassen dabei möglichst viele Menschen zu Wort kommen.

04.05.2016 13:45 Uhr – Macht Digitalisierung verwundbar?

Gleich vorweg: Das war eine der enttäuschendsten Sessions überhaupt.

Es handelte sich dabei wieder um einen Lightning Talk, der sich eigentlich um eine gute Fragestellung drehte und somit das Potential gehabt hat, interessant zu werden. Leider hat der Moderator und Session Geber die ganze Zeit auf ein ganz bestimmtes Ergebnis hin moderiert und wenig Spielraum für eine andere Richtung gelassen. Am Ende führte dies tatsächlich dazu, dass die Diskussion für keinen Teilnehmer zufrieden stellend verlaufen ist. Der Moderator hat dies auch selber gemerkt, sich dafür entschuldigt und dann auch noch dafür bedankt, da ihm die Diskussion extrem weiter geholfen habe. Er war wahrscheinlich zufrieden, weil seine Moderation dazu geführt hat, dass seine Meinung zur Fragestellung nicht widerlegt wurde 😉 …

04.05.2016 15:00 Uhr – Klassenkampf der Roboter

Jetzt kommt es! Mein absolutes #rpTEN Highlight :-).

Mads Pankow hat wirklich abgeliefert. Seine Session über den Klassenkampf der Roboter war aus meiner Sicht die beste Session der #rpTEN. Zugegeben: ich habe lange nicht alle Sessions ansehen können. Aber ich beurteile das ja auch nur rein subjektiv 😉 …

Leider gibt es nirgendwo eine Aufzeichnung der Session, so das ihr nicht miterleben könnt wie Mads erklärt, warum Roboter und KI eben nicht die befürchteten Gegner unserer intelligenten Zivilisation sind. Er versteht es ganz hervorragend, anhand vieler Beispiele, zu erläutern das Roboter und künstliche Intelligenz nicht wirklich intelligent sind, sondern nur durch Algorithmen und reine Mathematik zu guten Ergebnissen kommen. Abstraktion, Kreativität und vernetztes denken sind nicht deren Stärke. Somit sind sie auch nicht wirklich intelligent, sondern lösen Aufgaben durch reine Rechenleistung.

Das Beispiel des Supercomputers Watson, der bei Jeopardy! gewonnen hat, ist dabei besonders einleuchtend. Watson nimmt einfach die Fragestellung (bzw. in diesem Fall die Antwort) und analysiert den entsprechenden Satz. Anahnd der Satzstellung wird herausgefiltert, was der Kern der Aussage ist. Nun geht es an die Datenanalyse. Massenweise Datenbanken und Wörterbücher werden durchsucht und analysiert. Aus den verfügbaren Daten und Querverweisen wird die wahrscheinlichste Antwort mit Hilfe von Mathematik bestimmt und die Antwort wird gegeben.

Zugegeben: Das ist beeindruckend und zeigt, dass wir unseren Evolutionären Vorsprung nicht durch reines Wissen behaupten können. Das Beispiel zeigt aber eben auch, dass Watson (und alle anderen Supercomputer genau so) nicht denkt, sondern lediglich rechnet.

Wenigstens das Beispielvideo das Mads Pankow als lustigen Einstieg genutzt hat, möchte ich hier nicht vorenthalten.

Besonders das Exemplar, welches im Video versucht Türen zu öffnen, hat es in der Session zu einiger trauriger Berühmtheit geschafft. Warum kann der Roboter die Tür nicht öffnen? Weil er nicht aus gesehenem lernt, wie die Tür geöffnet wird. Ob sie nun nach Innen oder Außen aufgeht ist entscheidend, für den Roboter aber nicht erkennbar. Wir Menschen können diese Tatsache abstrahieren und nach einmaligem zugucken bekommen es selbst kleine Kinder hin, eine Tür immer zuverlässig zu öffnen…

Also. Wir dürfen a) beruhigt sein und b) kräftig nach der Aufzeichnung der Session suchen. Denn gucken und zuhören lohnt sich hier wirklich!

04.05.2016 15:30 Uhr – Landwirtschaft 4.0

Als auf dem Land aufgewachsener Mensch, musste ich mir diese Session einfach ansehen. Und es hat sich gelohnt.

Der Session Geber hat einen guten Überblick über die Möglichkeiten moderner Landwirtschaft gegeben. Wie mit Hilfe von Satellitenaufnahmen, Bodenproben und GPS Centimeter genau gedüngt und ausgesäät werden kann, hätte ich vor der Session nicht wiedergeben können. Auch jetzt bin ich ganz sicher kein Spezialist, habe mir aber die Möglichkeiten der Digitalisierung in einem wichtigen Wirtschaftszweig angesehen und verstanden. Faszinierend!

Mein Fazit zu Tag Nummer drei

Er war kurz. Aber intensiv. Und voller toller Sessions.

Kurz war er wirklich, der Tag Nummer drei. Zumindest der Teil, den ich auf der #rpTEN verbringen konnte. Denn irgendwie hatte ich nicht bedacht, dass eine Rückfahrt am nächsten Morgen vielleicht etwas geschickter wäre, um wirklich den vollen Tag auszunutzen. Das mache ich beim nächsten Mal anders.

Ansonsten hat es aber auch an Tag 3 Spaß gemacht und ich konnte eine ganze Menge lernen. Mein Highlight der drei Tage: „Klassenkampf der Roboter“. Absoluter Hammer Vortrag. 🙂

Ach ja. Am Ende, im Zug, habe ich mich dann doch geärgert, eine Session zum Thema WLAN im ICE verpasst zu haben, die von der Deutschen Bahn angeboten wurde. Dann hätte ich eventuell verstehen können, warum mein LTE im fahrenden ICE wesentlich besser funktioniert hat als das angebotene WLAN. Aktuell erschließt sich mir diese Tatsache nicht wirklich.

Das war sie also. Die #rpTEN.

Jetzt ist sie vorbei. Viel länger hätte ich mich auch nicht mehr mit Wissen vollpumpen lassen können ;-). Im Kalender habe ich mir die Tage Anfang Mai 2017 bereit rot markiert. Ich bion auf jeden Fall wieder dabei. Dann nicht mehr als absoluter Newbie.

Alles in allem bin ich wirklich zufrieden. Ein bisschen Planung im Vorfeld war durchaus sinnvoll, auch wenn ich lange nicht alle Pläne realisiert habe. Ich habe eine Menge gelernt und tolle Menschen kennen gelernt. Also: Vielen Dank liebe Organisatoren! Das war Hammer!

 

Beitrags Foto: re:publica/Gregor Fischer CC BY 2.0

Über Dennis Arntjen

Als Vertriebsspezialist, Social Media Kenner und Experte des digitalen Wandels schreibt Dennis Arntjen jede Woche Beiträge rund um die Digitalisierung des Mittelstands. Gemeinsam mit Eva Ihnenfeldt leitet Dennis Arntjen das Unternehmernetzwerk KMU Digital. Dort ist er verantwortlich für die Mitgliederbetreuung, den Vertrieb sowie verschiedene Themen rund um die Organisation von Veranstaltungen.

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