Tipp für Existenzgründer: Markenrecht beachten – Marke schützen lassen

Als ich 2008 meinen Blog und meinen Newsletter aus der Gründergenossenschaft Witten eG herauslöste und mein Geschäftsfeld neu definierte, brauchte ich einen neuen Namen für meine digitale Kommunikationsagentur und das Magazin. Nach einigen schlaflosen Nächsten entschied ich mich für „Dida-News“ – sozusagen meine Person (die da) und News zusammengesetzt. Logo wurde entworfen, Geschäftsausstattung erstellt, etwa zehn Monate lang trat ich auf als „Dida-News“. Durch gutes Content-Marketing und viele treue Newsletter-Abonnenten hatte ich einen guten fünfstelligen Besucherandrang monatlich auf dem Online-Magazin, bei Google waren die „Dida-News“ unter Keywords wie „Existenzgründer“ weit oben gelistet. Doch dann kam ein böses Erwachen…

Sogar Dida-Schokolade hatten wir - seufz...

Sogar Dida-Schokolade hatten wir – seufz…

Ich wollte für mich und meinen Redakteur T-Shirts mit dem Logo der „Dida-News“ bei Spreadshirt.de bestellen. Wir waren so bekannt geworden, dass es Zeit wurde, die Marke weiter nach außen zu tragen. Doch als ich die Bestellung aufgeben wollte gab Spreadshirt an, ich dürfte Logo und Begriff nicht so einfach verwenden, da der Name „Dida“ markenrechtlich geschützt sei! Zunächst müsse ich nachweisen, dass ich die Berechtigung des Markeninhabers habe, um T-Shirts drucken zu dürfen.

Natürlich hatte ich das ganze Jahr über immer wieder aufgeschoben, die Marke „Dida-News“ beim Marken- und Patentamt eintragen zu lassen. Ist zwar nicht teuer (wenn man es selbst macht, 300 Euro – mit anwaltlicher Unterstützung je nach Recherche und Aufwand etwa 500 bis 800 Euro), aber man hat ja immer Wichtigeres zu tun… Und wer will schon „Dida-News“! (Übrigens bin immer noch nur ich mit meiner Agentur zu finden, wenn man bei Google „dida-news“ eingibt…)

Ich rief natürlich gleich beim Marken- und Patentamt an, die mir bestätigten, dass eine Unternehmensberatung aus der Finanzdienstleistungsbranche die Wort-Bild-Marke „Dida“ zum 30. März 2009 hatten eintragen lassen. „Aber ich nutze doch schon 10 Monate lang den Namen“, sagte ich. „Was soll ich denn jetzt tun?“ Darauf die Dame vom Amt „Namen ändern?“

Natürlich setzte ich mich nun auch endlich mit meinem Anwalt in Verbindung (der ach so oft schon seufzte, dass ich doch lieber vorher fragen soll – als mich melden, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist). Aber er konnte mir nur bestätigen, was die Dame vom Amt schon ausgesprochen hatte. Selbst wenn man 20 Jahre eine Marke nutzt, schützt es nicht davor, dass sie weggeschnappt wird, wenn man keinen Markenschutz hat. Also setzen sich mein Designer und ich uns hin, recherchierten viele Stunden nach einem neuen Namen, entwarfen das neue Logo, änderten alle Geschäftspapiere, Visitenkarten, Webseiten, URLs…. und mühsam erklärte ich allen Kunden, Geschäftspartnern, Lesern und Stakeholdern, warum wir denn jetzt plötzlich anders heißen…

Das ist die Geschichte der SteadyNews. Eine Marke, die ich dann natürlich mit Maik Swientys Hilfe sehr schnell eintragen ließ. Und das hätte ich ohne seine Hilfe kaum geschafft, da der Name „SteadyNews“ kein Phantasiename ist, sondern eine Kombination aus allgemein verwendeten englischen Wörtern. Wir ließen die SteadyNews als „Wort-Bildmarke“ eintragen – und später dann die zweite Marke „SteadyClicks“ als reine Wortmarke. Schade, dass die Unternehmensberatung „Dida“ anscheinend nie richtig an den Start gegangen ist, zumindest kann ich sie nicht finden – aber doch gut, weil ich sehr bald die SteadyNews lieben gelernt habe. Ich will heute gar nicht mehr „Dida“ heißen 😉

Also mein Tipp für Existenzgründer:

  • Keine voreiligen Entscheidungen treffen – auch Namensähnlichkeiten können in die Katastrophe führen, Namen und Logos besser vernünftig recherchieren.
  • Immer bedenken, dass Wortmarken stärker schützen als Wort-Bild-Marken
  • Immer bedenken, dass der Markenschutz alle 10 Jahre aufgefrischt werden muss
  • Immer bedenken, dass eine Eintragung der Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt noch nicht bedeutet, dass die Marke wirklich geschützt ist – interessant wird es erst, wenn jemand klagt, weil er seine eigenen Markenerechte verletzt sieht – sogar Zalando hatte da ordentlich Ärger!

 

 

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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