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Start with WHY: Von der Nichterfüllung des Angestelltendaseins 0

Habe ich diesen Beitragstitel als Angestellte jetzt wirklich so offen in den (virtuellen) Raum gestellt? Ja. Habe ich in diesem Beitrag vor, das Angestelltendasein grundsätzlich zu verurteilen? Nein. Möchte ich in den kommenden Zeilen zum Nachdenken anregen? Ja, unbedingt!

An alle jungen, mitteljungen und nicht mehr ganz so jungen Frauen und Männer da draußen – ich möchte euch eine kurze Geschichte erzählen. Eine Geschichte, in der sich junge, mitteljunge und nicht mehr ganz so junge Frauen und Männer möglicherweise wiederfinden:

Geprägt vom natürlichen Verlauf unseres gesellschaftlichen Lebens waren meine Eltern erleichtert, als die Empfehlung für das Gymnasium eine finanziell gesicherte Zukunft für mich voraussagte. Gefühlt ab der 7. Klasse wurde ich dann ständig mit der Frage konfrontiert: „Was möchtest du später mal werden?“ Allein die Fragestellung verstärkte schon in jungen Jahren die Identifikation meines Ego mit bestimmten Berufsgruppen. Eckhart Tolle würde es an dieser Stelle schütteln. „Ich weiß es nicht“, war meine Antwort.

„In welchen Fächern bist du denn gut?“ Ich war in allen Fächern sehr gut. „Wie schön, dann hast du ja alle Möglichkeiten!“ Das hatte ich, aber ich kannte sie nicht. Nach dem sehr guten Abi identifizierte ich mich mit Berufsbildern, die über die Jahre an mich herangetragen wurden – alle selbstverständlich auf Grundlage eines systematisierten Studiums. Das Lehrerdasein war naheliegend, immerhin war mir das Berufsbild vertraut. „Oder vielleicht irgendwas mit Medien, das wird man in Zukunft sich gebrauchen können.“

Was mir mit 19 Jahren, einem sehr guten Abi und meinen Ego-Identifikationen mit bestimmten Berufsgruppen fehlte: Selbstsicherheit. Selbstsicherheit zu sagen: „Das klingt alles wirklich gut, aber es fühlt sich nicht richtig an.“

Nach dem sehr guten MA-Abschluss der Medienwissenschaften hatte ich wieder alle Möglichkeiten. Aber ich kannte sie nicht. „Mit deiner Schreibfähigkeit bist du die geborene Journalistin.“ Bestimmt. Vielleicht. „Du bist so kreativ, mach doch was mit Kunst und Medien.“ Klingt gut. Ganz sicher.

Im Verlauf meiner (schulischen) Ausbildung stellte ich mir nicht ein einziges Mal die Frage, was ich mit und in meinem Leben wirklich erreichen wollte. Wofür stand ich morgens auf? Um der Identifikation eines vom Ego und der Gesellschaft definierten Bildes gerecht zu werden. Was hatte ich noch nie entwickelt? Das Gespür für den eigenen Weg. Den Blick über den Tellerrand des funktionierenden Angestelltensystems hinaus.

Also bewarb ich mich auf alles, das diesem Abschluss systemgetreu entsprach. Schnell wurde aus der studierten jungen Frau die Social Media Managerin. Mein Glück: Die Aufgaben des Jobs bereiteten mir tatsächlich Freude. Das Leben als Angestellte ist der krönende Höhepunkt der gesicherten Zukunft, die sich meine Eltern einst gewünscht hatten.

Ende der Geschichte. Fast.

Im Angestelltendasein tauschen wir Arbeitskraft und Zeit gegen Geld. Dass wir mit der klassischen 40-Stunden-Woche noch immer auf ein Arbeitsmodell aus den 1920ern zurückgreifen – danke Henry Ford – sei an dieser Stelle nur eine Randbemerkung. Um dem Mythos der Work-Life-Balance gerecht zu werden, wird das Wochenende zum Maßstab der nachzuholenden Lebensmomente.

Nach Feierabend war ich nicht gesättigt. Zugegeben: Mein Angestelltendasein beruht auf Teilzeitbasis. Unabhängig davon wurde eine Sache immer stärker, immer fokussierter: Das Gespür für den eigenen Weg. Der Blick über den Tellerrand des funktionierenden Systems hinaus.

Das innere Bauchgefühl: Da geht noch mehr.

Simon Sinek brachte mit seinem TED-Talk START WITH WHY  Hier bei YouTube einen von vielen entscheidenden Gedankensprüngen. „Warum tust du was du tust?“ Die Frage bewährte sich nicht nur bei APPLE als marketingstrategisches Erfolgskonzept. Diese Frage ist auf alle Bereiche des Lebens übertragbar. Auch beruflich.

Warum tust du was du tust? Wofür stehst du jeden Tag auf?

Um einem gesellschaftlichen Bild als Rechtsanwaltsfachangestellte zu entsprechen? Um als Senior Marketing Consultant mehr als 40 Stunden Zeit und Arbeitskraft gegen Geld zu tauschen? Für viele Menschen ist das erfüllend. Für andere reicht das nicht aus.

Auch für mich ist mein Job als Social Media Managerin erfüllend. Zum Teil. Denn nach dem Feierabend verfestigt sich das Gespür, selbstständig und frei etwas Eigenes kreieren zu wollen. Etwas geben zu wollen. Die Welt im Klitzekleinen zu einem noch besseren Ort machen zu wollen.

Neben meinem Angestelltendasein erfüllt mich das Bloggen. Auf www.fuerleibundseele.com teile ich mit meiner virtuellen Community Genussmomente. In Form von Rezepten. Und in Form meines sozialen Projekts: Nach dem Prinzip des aufgeschobenen Kaffees können einladende Gäste in teilnehmenden Lokalitäten zum Alltagshelden werden. Auf einem Für Leib und Seele-Gutschein hinterlassen sie eine Tasse Kaffee oder ein Stückchen Kuchen für einen finanziell hilfsbedürftigen Gast, indem sie ihre Bestellung gleich doppelt bezahlen. Der eingeladene Gast kann den gut sichtbar im Lokal platzierten Gutschein entnehmen und einlösen. Auf dem Blog werden die teilnehmenden Lokalitäten prominent platziert und deren soziales Engagement als erfolgreiches Marketingkonzept hervorgehoben. That´s it!

Mit dieser Form der Selbstständigkeit verdiene ich kein Geld. Mit dieser Form der Selbstständigkeit verdiene ich aber so viel mehr: Den Blick über den Tellerrand des funktionierenden Angestelltendaseins hinaus. Neue, freie und ungebundene Möglichkeiten, die ich vorher nicht kannte. Erfahrung als Projektleitung, ehrliche Freude am Miteinander, das Bewusstsein für ein egofreies Wir. Living is giving. In dieser Hinsicht habe ich für den Moment eine persönliche Erfüllung gefunden.

Aber ich bin mir sicher: Da geht noch mehr!

Laura-Stella Kaldinski
www.fuerleibundseele.com
Kontakt gern über
laura.kaldinski@gmail.com.com

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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