Die Rückkehr der deutschen Blogcharts

Die deutschen Blogcharts von Jens Schröder waren 2012 eigentlich beerdigt – doch jetzt ist das Projekt wieder da. Aber spielt die Resonanz in den Sozialen Netzwerken jetzt wirklich eine Rolle?

Früher war alles besser: Da häkelte man die Trackbacks noch selbst, kannte jeden Blogger im Ort per Handschlag und überhaupt waren Verlinkungen damals schon alles. Ach ja – heutzutage ist das ja alles etwas anders geworden mit den Blogs, heutzutage ist man ja eher bei Facebook und Twitter als das man lange Blogbeiträge schreibt oder Linkrolls erstellt. Nein, pardon, das waren Linkdumps, einfach nur so hingeworfene Links zu interessanten Artikeln, die teilweise separat im Bloglayout erschienen… Und Photos haben wir damals schon per Mail in Blogs gepackt – noch vor Tumblr, Pinterest und Co.

Aber ich verlasse das Land der Nostalgie und frage mich ob die neuen deutschen Blogcharts, die Jens Schröder wieder veröffentlicht – nachdem die vor knapp einem Jahr eingestellt wurden – nun wirklich noch Charts sind, die wirklich Blogs beurteilen oder ob sie durch die neuen Kriterien wie Facebook-Likes, Retweets und Google+ – ähm – Geplusts? nicht doch eher getarnte Charts für Social Networks sind. Denn die neuen Kriterien für die Blogcharts sehen wie folgt aus: „Die deutschen blogcharts funktionieren genau so: Ich schaue am Beginn des Monats, welche deutschsprachigen Blogs bei Facebook, Twitter und Google+ die größte Resonanz erzielt haben, wie viele Likes, Shares, Tweets, +1-Klicks, etc. die Blogs also mit ihren Beiträgen eines Monats erreicht haben.“

Die neuen Kleider der Blogs

Eigentlich wären diese neuen Messmethoden ja nichts Weltbewegendes – Zeiten ändern sich, heutzutage sind die sozialen Medien ja auch beim Verteilen von Inhalten optimal. Und zudem wird ja nicht behauptet sämtliche deutsche Blogs in Deutschland in einem Chart zu erfassen: „Die deutschen blogcharts geben einen Überblick über die deutschsprachigen Blogs, die in den sozialen Netzwerken für die größte Resonanz sorgen.“ Die Charts spiegeln also nur die Blogs wieder, die eine hohe Verteilungsbreite haben. Damit sind, das war allerdings früher schon so, kleinere Blogs erstmal außen vor. Zudem gibt es Blogs, die weder per Twitter, noch per Facebook oder Googleplus verteilt werden und per se dann nicht in den Charts auftauchen werden. Obwohl sie auch vielleicht wichtig und bedeutend in Deutschland sein könnten. Zum Vergleich: Früher wurden die 100 Blogs per Technorati-Verlinkung gemessen – was auch nicht immer so hundertprozentig funktionierte. Doch war die Verlinkung nicht ein besserer Maßstab als all die Social-Media-Signale?

Was zudem auffällt: Zwar wurde nie genau definiert wann ein Blog ein Blog ist – die Debatte ob ein Blog mit abgestellten Kommentaren nun eines ist oder nicht wurde damals beim Bildblog emotional heftig diskutiert – aber ein Angebot wie Schnäppchenfuchs.com, das offenbar nur dazu da ist um Schnäppchen zu vermelden oder NGO-Online, offenbar ein Aggregator für Nachrichten aus dem Bereich, als Blog zu definieren… Darüber lässt sich trefflich streiten. Zudem: Wieviele Links mindestens braucht man eigentlich um überhaupt in den Charts aufzutauchen? Eine Menge, schon klar, aber ab wann genau man aufgenommen wird – gute Frage. Aber wie dem auch sei: Wir haben ja jetzt ein Ziel für die Steadynews. Demnächst sind wir mindestens auf Platz 50, ach was, wir sind bald in den Top 10!

 

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