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Erkenntnisse aus dem „Social Media Leitfaden 2015“ vom Bitkom 86

Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (Bitkom) hat Ende Mai 2015 in dritter erweiterter Auflage seinen „Social Media Leitfaden“ herausgebracht – kostenfrei zum Download als pdf – mit 93 Seiten eine äußerst umfangreiche Publikation, die sich an Unternehmen wendet und die zeigt, wie sehr Social Media heute in alle Unternehmensbereiche eingreift. Nun geht es nicht mehr allein darum, Fans und Follower zu gewinnen, nun geht es um den Komplettstart im „Neuland“ – mit allen Mitarbeitern und Stakeholdern – und durchaus auch mit der intelligenten Nutzung von „Big Data“.

Ich wünschte, alle Inhaber und Geschäftsführer von kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland würden sich die Zeit

"Neuland" - ein Planet aus rein menschlichem Geist - kein Wunder, dass viele davor Angst haben und versuchen, ihre Angst zu verdrängen...

„Neuland“ – ein Planet aus rein menschlichem Geist – kein Wunder, dass viele Unternehmer davor Angst haben und versuchen, ihre Angst zu verdrängen…

nehmen, diese 93 Seiten „Social Media Leitfaden 2015“ eingehend zu studieren. Nach dieser Lektüre müsste meiner Meinung nach auch dem letzten Zweifler klar sein, dass die Argumentation „Social Media ist Zeitverschwendung und bringt nichts“ veraltet ist und von geballter Unwissenheit zeugt.

Längst geht es nicht mehr darum, bei Facebook möglichst viele Fans zu generieren, die man mit Gewinnspielen und „Cat-Content“ (unterhaltsamen Überflüssigkeiten) bespielt. Längst ist nicht mehr die Frage, ob man auch noch bei Twitter sein muss, und ob die eigene Zielgruppe überhaupt über soziale Netzwerke erreicht werden kann. Diese Art, Social Media zu betrachten, hat ungefähr das gleiche Niveau wie die Frage, ob es sich lohnt, Papierflyer hinter Autoscheibenwischer zu stecken. Oder ob man bei Messen Kugelschreiber verschenkt.

Heute bietet der interaktive Dialog über das Internet viel tiefgreifendere Möglichkeiten in der Unternehmensführung und im strategischen Management!

  1. Zum Ersten ermöglicht die intelligente Sammlung, Auswertung und Nutzung von Daten aus dem sozialen Netz, zielsicher und kundenorientiert Produkte und Lösungen zu entwickeln, zu kommunizieren, zu verkaufen, den Kunden-Service zu optimieren. Dadurch, dass Unternehmen zu bezahlbaren Preisen mit Hilfe von passgenauen Monitoring-Tools ihre Zielgruppen vom sozialen Verhalten her kennen lernen, mit einem „Social CRM“ tiefen Einblick gewinnen in deren Wertesystem, den Präferenzen, den Sehnsüchten und Sensibilitäten, können sie partnerschaftliche Beziehungen aufbauen, ohne diese zu missbrauchen. Mit Transparenz, Glaubwürdigkeit, Respekt und gegenseitigem Vertrauen können Kunden aktiv einbezogen werden in die Wachstumsprozesse des Unternehmens.
  2. Zum Zweiten erfahren gerade im Bereich B2B (Business2Business) die kompletten Geschäftsprozesse – von der Anfrage über Beratung und Produktion, über die Lieferung bis hin zum  Kundenservice – durch eine digitalsoziale Kommunikation eine fast revolutionäre Optimierungsmöglichkeit. Dadurch, dass in der Produktion immer kleinere Mengen hergestellt werden müssen, dass die Kundenanforderungen immer anspruchsvoller werden und die Entwicklung technischer Lösungen immer rascher vonstatten geht, ist diese Optimierung in den Prozessabläufen von entscheidender Bedeutung im harten Wettbewerb. Beratung und Kunden-Service ist auch in der Industrie der Schlüssel für stabile Kundenbeziehungen. Social Media ist da ein wertvolles Instrument – zum Beispiel über eigene Unternehmens-Plattformen.
  3. Zum Dritten ist Social Media die Grundlage für moderne Unternehmensführung, da Wissensmanagement und kollaborative abteilungsübergreifende Zusammenarbeit unabdingbar geworden sind. Social Intranets, die eine möglichst transparente, unkomplizierte Kommunikation in Echtzeit ermöglichen, erleichtern über Raum- und Sprachbarrieren hinweg die zielführende Zusammenarbeit aller Mitarbeiter – und können auch erheblich zur Wertschätzung derselben beitragen. Da immer mehr an unternehmerischer Arbeit mobil erfolgt, sind cloudbasierte Dienste und Plattformen ein wichtiges Hilfsmittel, um zu agieren, zu reagieren und innovative Projekte zu managen.

Wer diese 93 Seiten (hier kostenfrei zum Download als pdf) aufmerksam studiert hat, besitzt allein durch die Lektüre schon einen Vorsprung gegenüber den allermeisten Mittelständlern in Deutschland. Denn leider ist der „Digitale Analphabetismus“ bei uns noch so ausgeprägt, dass immer noch die Frage gestellt wird, ob dieses neumodische „Lesen und Schreiben“ überhaupt sein müssen.

Zwar wird es für jedes einzelne Unternehmen harte Arbeit sein, sich rechtzeitig auf die interaktiven Kommunikationsstrukturen einzustellen und die richtigen Anbieter hierfür zu finden, doch die Bundesregierung bemüht sich schon, mit Förderprogrammen wie „Go digital“ diese Herkulesanstrengung zu unterstützen. Tatsache ist, dass veraltete Unternehmensorganisationen wahrscheinlich nach und nach nicht mehr marktfähig sind und von jungen Unternehmen, die direkt mit digitalen Kommunikationsstrukturen starten, verdrängt werden. Kommunikation ist nicht Werbung; Kommunikation ist die Grundlage von Wirtschaft und Wertschöpfung, wer das nicht verstehen will, wird zu recht mit einer analogen Welt untergehen.

Bitkom: Social Media Leitfaden 2015 – kostenfrei 93 Seiten als pdf zum Download

Bildquelle: Morguefile – quicksandala

 

Über Eva Ihnenfeldt

Eva Ihnenfeldt leitet gemeinsam mit Dennis Arntjen das Unternehmensnetzwerk Kmu-digital.net - das Netzwerk von Unternehmen im digitalen Wandel. Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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