Facebook Fans und Twitter Follower kaufen? Was falsche Freunde kosten

Es gibt tatsächlich Agenturen, bei denen man Twitter Follower und Facebook Fans kaufen kann. Das ist nicht einmal teuer. Erst vor Kurzem stand die CDU in Verdacht, zu dieser Methode gegriffen zu haben: Innerhalb von drei Tagen waren 5.000 Follower bei Twitter aufgetaucht, die sich zum Teil als Fake-Accounts herausstellten und von Twitter wieder gelöscht wurden. Auch der US-amerikanische Präsidentschaftskandidat Romney fiel bei Medienwächtern auf: Über Nacht waren seinem Twitter-Account 90.000 neue Follower gefolgt.

Sowohl die CDU als auch Romney bestreiten, sich „Freunde“ gekauft zu haben, aber tatsächlich ist es weder teuer noch schwierig, Twitter Follower, YouTube Views oder Facebook Fans zu kaufen. Bei fanbuy.de etwa kosten 1.000 Twitter Follower 100 Euro, 1.000 „echte deutsche“ Facebook Fans ebenfalls 100 Euro. „Weltweite“ Facebook Fans gibt es sogar schon für 70 Euro. 500 YouTube Klicks (Views genannt) kosten nur 15 Euro. Die Agentur bewirbt ihre Angebote damit, dass sie so lange die entsprechende Seite bewirbt, bis die jeweilige Anzahl im Vertrag erreicht ist – bei Unzufriedenheit gibt es eine „Geld zurück Garantie“.

Wie ist das möglich? Was steckt hinter diesem Geschäftsmodell? Sollte man bei aktuellen Kampagnen eventuell doch mal auf so ein Angebot zurückgreifen?

Zum Einen gibt es deutsche Nutzer, die sich ein bisschen Geld damit verdienen, mit Fantasie-Accounts jede Menge Likes und Follow’s anzuklicken – je nach Vorgabe der Agentur, die sie beschäftigt. Wenn die Anfragen gut aufbereitet sind, kann man sicher in der Stunde mehr als hundert Seiten liken – denn im Prinzip ist es einfach nur ein einziger Mausklick… Genau so leicht ist es, YouTube Videos anzuklicken und Twitter-Accounts zu folgen.

Wenn also die Agentur an 1.000 Klicks 100 Euro verdient, bleiben dem Handarbeiter am Ende der Futterkette vielleicht 5 Euro pro Stunde – dafür findet man Heimarbeiter! Häufig kommen diese crowd worker auch aus Ländern wie Pakistan, Ägypten oder Indonesien – dann wird es noch rentabler für die Agentur.

Facebook, Google und Twitter können sehr leicht feststellen, wenn es sich um Fake-Accounts handelt – und dann wird auch reagiert! Alle drei Internetriesen haben kein Interesse daran, dass sich diese Geschäftspraktiken etablieren. Das mindert den Wert ihres Dienstleistungsangebots und stört die Web-Kanäle wie Unrat, der ein Rohr verstopft.
Quelle süddeutsche

Eine Alternative zum Kauf von Followern, Views und Fans sind bei Facebook immer noch die guten alten Gewinnspiele (aber bitte Facebook AGB beachten!) und bei Twitter die Möglichkeit, automatisiert Accounts zu folgen, die zum eigenen Angebot passen. Mit dem bewährten Tweetadder ist das sehr leicht möglich. Hier ein ausführlicher Beitrag von werbetexterservice.de

Ob sich die massenweise Anhäufung von Fans und Followern lohnt? Vernünftig gesehen nicht, das kann sogar schaden, weil es Zeit bindet und diese Fans wohl kaum zu Kunden werden – doch indirekt womöglich dann doch: Je höher die Zahl, desto beeindruckender – und die meisten Führungskräfte sind noch nicht so weit, dass sie die „wahren“ Kennzahlen von den Massenzahlen unterschieden können.

Hier noch eine Videoanleitung zu Tweetadder.com

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

2 thoughts on “Facebook Fans und Twitter Follower kaufen? Was falsche Freunde kosten

  • Reply Claudia Engelberts 31. Juli 2012 at 11:53

    Verstehe ich das richtig? Ist dieses Video eine Anleitung zum von Twitter unbemerkten Verbreiten eigentlich unerwünschter Logorrhöe zum Beeindrucken von Führungskräften, die Quantität nicht von Qualität unterscheiden können?

    • Reply Eva Ihnenfeldt 31. Juli 2012 at 21:42

      Nein nein, keine Sorge. Der Teetadder ist zwar eine Hilfe, um automatisiert Follower zu generieren, aber trotzdem seriös. Ich selbst habe es noch nie gebraucht, aber wenn man z.B. Kampagnen für ein Event organisiert braucht man durchaus auch mal den Tweetadder, um die Zielgruppe zu erreichen – mit der Hand suchen dauert einfach zu lang. Das kann man nicht mit „Follower kaufen“ in einen Topf werfen, das ist legitim, finde ich.

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