Facebook, Xing – und die Frage nach dem Datenschutz

Eva Ihnenfeldt: Bei meinen Vorträgen zum Thema Social Media und Social Networking wird immer wieder der Bereich Datenschutz und Privatsphäre angesprochen. Da ich zu der Generation gehöre, die vor vielen Jahren gegen die „Volkszählung“ zu Felde zog, bin ich wahrscheinlich auch weniger unbekümmert wie die jungen Leute, die überhaupt nicht verstehen, warum man nicht viel über sie wissen soll (außer natürlich sehr Privates…). Im Folgenden ein kleiner Abriss zum Thema „Soziale Netzwerke und der Datenschutz“

Die wichtigsten sozialen Netzwerke in Deutschland sind für Erwachsene Xing und Facebook. Selbstverständlich kommen noch viele Foren und speziellen Communitys hinzu, doch als große Netzwerke von Bedeutung hat es sich alles auf diese beiden Portale konzentriert. Jugendliche, die von StudiVZ kommen, wechseln auch immer früher zu Facebook – hier trifft sich alles – und das weltweit (Facebook ist mitgliedszahlenmäßig schon das drittgrößte Land der Welt).

XING

Zuerst zu Xing: Xing bemüht sich sehr, keine Verstöße gegen deutsche Datenschutzbestimmungen zu verüben.  Xing sieht sich als Vermittler von Business-Kontakten. Die AG lebt von den Premiummitgliedschaften und Zusatz-Service-Leistungen – ein Versuch vor einigen Jahren, Werbung zu schalten, kam sehr schlecht an – heute hat man kaum zu befürchten, dass in irgendeiner Form Daten missbraucht und verknüpft werden. Das erkennt man schon daran, dass die Rubrik „Wen ich kennen könnte“ sehr schlechte Ergebnisse bringt – Xing weiß anscheinend sehr wenig über mich – und das finde ich auch sehr gut so.

Facebook

Facebook ist ein privates Netzwerk, wird aber auch viel von Unternehmen genutzt, die über Facebook Fans für ihre Marke suchen. Die Fanpages haben die Funktion, wie ein Club zu funktionieren: mit exklusiven Angeboten und exklusiven Inhalten.

Ich kann auch mit einem Phantasienamen ein Facebook-Profil erstellen (mache haben auch mehrere Accounts – von privat bis offiziell) – doch über die E-Mail-Adresse und die IP-Adresse hat Facebook normalerweise trotzdem die Möglichkeit, mich zu identifizieren.

Facebook sammelt alle E-Mail-Adressen, die der Konzern bekommen kann. Es werden sämtliche Verbindungen gespeichert – auch zu Nicht-Mitgliedern von Facebook. Außerdem werden die Bewegungen der Facebook-Identifizierten im Web verfolgt – auf welcher Website war wer wie lange und wohin ging er weiter…

Beitrag aus der FAZ vom 17. Oktober 2010

Es wird registriert, was gemocht wird (Like-Button) und was geteilt wird – so erhält man nach und nach umfassende Consumer-Profile. Was in den USA und vielen Ländern der Welt kaum auf Widerstand stößt (sollen sie doch…) empört Deutsche, die ja die Zeit des Nationalsozialismus noch vor Augen haben, weit mehr. Man fürchtet sich vor Informationsmissbrauch. Pro Facebook – und Contra Facebook teilt die Bevölkerung – oft genug nach dem Alter: je jünger, desto unbefangener.

Was kann Facebook mit den Daten, Verknüpfungen, Zusatzinformationen tun? Die Consumer-Profile werden genutzt, um personalisierte Werbung zu schalten. Man muss also keine Sorge haben, dass durch die Daten mehr Post im Briefkasten landet (zumindest ist mir das noch nicht zu Ohren gekommen) oder dass man mehr Werbung per Mail erhält. Es geht darum, das Web als Verkaufsfläche für jeden einzelnen Nutzer bestmöglich so zu basteln, dass er/ sie zum Kauf angeregt wird.

Mitglieder bei Facebook gestatten laut AGB dem Netzwerk, Fotos, Daten, Kontakte und Adressen des Mitglieds nutzen und weitergeben zu können.

Das Ganze wird mit dem mobilen Endgerät verknüpft: über das Handy erfährt Facebook (und seine solventen Partner wie Microsoft) immer häufiger, wo man sich aufhält. Seit Kurzem kann das Facebook-Mitglied im Handy aktivieren, dass die aktuelle Position ermittelt wird – das heißt „Facebook Orte“ auf deutsch. Hat man Facebook-Orte einmal aktiviert, lässt es sich nur über Umwege wieder abschalten. Ich weiß allerdings nicht, ob Facebook nur dann ortet, wenn das Mitglied explizit „jetzt“ geortet werden will – z.B. um Freunde im Kino zu finden…

Nicht-Mitglieder von Facebook: auch E-Mail-Adressen von Nicht-Facebook-Mitgliedern werden gesammelt, zum Beispiel über den automatischen Adressbuchabgleich. Es gibt für Nicht-Mitglieder allerdings einen Weg, diese Daten löschen zu lassen, und zwar dieser Link:

Daten von Nichtmitgliedern bei Facebook löschen lassen

Wie ich persönlich damit umgehe? Ich sehe soziale Netzwerke als meinen virtuellen Laden. Ich hatte auch einmal im wirklichen Leben einen Laden in einer Fußgängerzone – und da ich damals noch jung war, wurde ich dort häufig belästigt. Das war schwer. Verglichen zu den Unannehmlichkeiten, die ich damals hatte ist das, was ich virtuell in meinen „Netzwerk-Läden“ erlebe, einfach gar nichts. Ich spreche dort nie über persönliche Sachen – ich bleibe „Geschäftsfrau“. Ob facebook oder Xing: ich bin mir in jedem Moment bewusst, dass das, was ich preisgebe, wie bei „Big Brother“ ist – Persönliches schreibe ich nur über E-Mails.

Wenn ich mich selbstständig mache, muss ich werben. Ich muss findbar sein und ich muss mich in einem ansprechenden Kontext präsentieren. In diesem Bewusstsein kann ich sehr gut damit leben – und nutze den viralen Effekt sehr gern – und vor allem ist es meine Aufgabe, meine Kunden dabei zu unterstützen, über das Internet Gewinne zu generieren – mit Blog, Newsletter, Xing und Facebook – und Twitter!

Eva Ihnenfeldt
Social Media Agentur SteadyNews

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Xing-Profil Eva Ihnenfeldt (die sich immer über neue Kontakte

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