Google Adwords und andere kommerzielle Werbung im Netz: jeder zehnte Klick kommt vom Wettbewerber

Wenn sich Anbieter dafür entscheiden, mit Google-Adwords, Affiliate-Programmen oder Bannern zu werben, zahlen sie meistens für jeden Klick auf ihre Werbung. Das ist effektiv und preiswert, wenn wirklich potentielle Kunden erreicht werden. Doch die Anzahl betrügerischer Klicks, die getätigt werden, um dem jeweiligen Unternehmen zu schaden, steigt. Im ersten Quartal 2009 wurde mehr als jeder 10. Klick auf Online-Werbung in betrügerischer Absicht getätigt.

Betrügerischer Klicks erkennt man vor allem daran, dass die Verweildauer auf der Seite nur wenige Sekunden beträgt. Konkurrenten setzen nicht selten Computerprogramme ein, die die Anzeigen so geschickt immer wieder anklicken, dass ein Betrug kaum nachweisbar ist.

In vielen Ländern der Welt sitzen zudem gering bezahlte „Profi-Klicker“, deren einzige Aufgabe es ist, für Geld auf ausgewählte Werbung im Netz zu klicken – bezahlt wird per Klick.

Werbetreibenden Unternehmen können durch die Phantomklicks erhebliche Kosten entstehen. Wenn zum Beispiel ein Online-Händler für einen Klick 50 Cent zahlen muss, beträgt der monatliche Schaden bei einer Klickrate von tausend Mal pro Tag 15.000 Euro.

Die meisten Kunden von Google-Adwords legen ein tägliches Maximal-Budget für ihre Anzeigen fest. Ein Wettbewerber kann also durch häufiges Anklicken erreichen, dass die Anzeige für den Rest des Tages verschwindet – er ist den Konkurrenten erst einmal wieder los.

Eine weitere Variante ist die Möglichkeit, über Google-Adsense betrogen zu werden. Website-Betreiber, die auf ihren Seiten fremde Google-Anzeigen platzieren – und am Profit beteiligt sind – können geschickt die Klickrate manipulieren, um den Gewinn zu steigern.

Zwar kann Google erkennen, wenn von ein und demselben Computer in kurzem Zeitabstand häufig auf eine Werbeeinblendung geklickt wird – in diesem Fall wird der Klick dem Kunden nicht berechnet – doch ausgefeilte Betrugsstrategien gibt es genug.

Es gibt wenig Möglichkeiten, sich vor Klickbetrug zu schützen. Eine Begrenzung des Werbebudgets ist wohl noch die beste Vorsorge – verbunden mit einer regelmäßigen Überwachung der Klick-Statistiken.

Ganz dumm ist es übrigens, von der eigenen Website aus auf eingeblendete Werbung zu klicken, um den Gewinn zu erhöhen. Sobald Google so einen Betrug erkennt, wird man aus dem Partnerprogramm geworfen – und da wieder aufgenommen zu werden, ist sehr sehr schwer. Ein falscher Klick kann ausreichen, um sich einen guten Nebenverdienst gründlich zu verderben…

Quelle: ZDFheute

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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2 thoughts on “Google Adwords und andere kommerzielle Werbung im Netz: jeder zehnte Klick kommt vom Wettbewerber

  • Reply Bruno 6. Juni 2009 at 13:44

    Hallo, sehr interessant! Woher stammt denn die Zahl, dass jeder 10. Klick betrügerisch sei? Wer hat diese Zahl ermittelt und in welchem Umfeld? Wäre über einen Hinweis auf die entsprechende Quelle/Studie dankbar. Viele Grüße, Bruno.

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