Google+1: Wie funktioniert der neue Gefällt-Mir-Button?

Christian Spließ, Online-Redakteur: Nachdem schon im April der +1-Button für die Suche eingeführt wurde, wurde jetzt der +1-Button für Webseiten ausgerollt. Wenn Sie diesen bei der deutschen Suchmaschine bisher nicht entdeckt haben: Google hat das Feature erst für die englische Variante freigeschaltet und man muss mit seinem Google-Account eingeloggt sein. Was aber ist dieser +1-Button eigentlich?

Ende letzten Jahres raunte es im Internet, Google würde ein eigenes Social Network starten, sogar der Titel stand angeblich schon fest: „Google Me“. Was viele ignorierten: Mit „Orkut“ hat Google eigentlich schon ein Soziales Netzwerk, das allerdings überwiegend in Südamerika genutzt wird und hier keine Rolle spielt. Es wäre also eigentlich ein Leichtes für Google, das bisherige Social Network aus- oder umzubauen. Dies aber, so stellte man rasch aus der Zentrale in Mountain View klar, war gar nicht das Ziel. Stattdessen sollten Suchergebnisse mit einem „sozialen Faktor“ versehen werden. SEO-Experten spitzten die Ohren – hieß dass, dass man sich hier massiv auf eine neue Technik umstellen musste?

Googles Social Circle

Im April diesen Jahres dann stellte Google für die englischen Suchergebnisse – und auch nur dann, wenn man das „experimentelle Feature“ in seinem Google Profil aktivierte – den +1-Button vor. Damit können Suchergebnisse wie von Facebook gelernt als „gemocht“ bewertet werden, ebenfalls auch Google-Ads. Das heißt: Wenn man mit seinem Google-Account eingeloggt ist, kann es sein, dass bei den Suchergebnissen diejenigen an erster Stelle stehen, die von dem sogenanntem „Social Circle“ als empfehlenswert benotet worden sind. Dieser setzt sich laut Google aus folgenden Gruppen zusammen:

Kontakte aus der Chat-Liste bei Google Mail bzw. Google-Talk
Kontakte die bei „Meine Kontakte“ gelistet sind
Kontakte, die bei Google Reader oder Google Buzz mitlesen

Google individualisiert also mit den Daten aus diesen drei Personengruppen die relevanten Suchergebnisse – wenn man einen Googlemail-Account hat und das Feature im Google Profil einstellt.

Mögliche Folgen des Google +1-Buttons

Was bedeutet das für die Zukunft? Der +1-Button kann die Click-Through-Rate einer Webseite deutlich erhöhen. Ein Effekt, den man schon von Facebooks „Gefällt mir“-Button kennt: Man ist eher geneigt auf einen Link zu klicken, wenn Freunde diesen empfohlen haben. Dieser Effekt wird mit Sicherheit auch bei Google eintreten. Des weiteren hat Google in den FAQ angedeutet, dass Seiten, die viele Bewertungen erhalten haben auch öfters von Googles Crawlern bearbeitet werden könnten. Und bewertete Webseiten könnten dann auch in der Zukunft definitiv mehr Gewicht bei der Erstellung von Suchergebnissen bekommen als Webseiten, die nicht bewertet wurden.
Sofort handeln oder eher warten?

Bisher hatte Google das Problem, dass es Inhalte von Facebook nicht auslesen konnte – stattdessen hatte Facebook sich lieber Microsofts Bing zugewandt. Der +1-Button ist der Versuch das, was Facebook leistet von sich aus anzubieten. Das Problem liegt aber meines Erachtens momentan noch in der Zweiteilung der Google-Welt: Wer keinen Google-Account hat, weder Google-Mail noch andere Google-Produkte nutzt wird den +1-Button nicht bei den Suchergebnissen sehen können. Und wird auch, da er keinen „Social Circle“ hat, nie empfohlene Suchergebnisse sehen können. Dies könnte sich zwar demnächst rasch ändern, da Google den Button auch für andere Länder einführen möchte, aber es fragt sich auch ob man nicht allmählich als Internet-Nutzer von den ganzen Möglichkeiten des Teilens erschlagen wird. Wenn Sie mich fragen: Bevor Sie den Button aktiv in ihre Webseiten einbauen, warten Sie noch einen oder zwei Monate ab. Schließlich sind Google-Buzz und Google-Wave ja auch nie so richtig aus den Startlöchern herausgekommen…

Christian Spließ, Online-Redakteur
PR-Agentur SteadyNews
Blog, Newsletter, Facebook, Twitter und mehr
Rheinlanddamm 201
44139 Dortmund
Tel.: 0231/ 77 64 150
[email protected]

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.