Im Zweifel persönlich: Wenn Internetkommunikation aus dem Ruder läuft

Die These, dass es eine analoge und eine digitale Ebene des Gesprächs miteinander gibt kann man im Internet am Besten belegen. Denn hier ist der Ort, an dem durch das Fehlen von Gestik, Mimik und Tonfall – kurz, Körpersprache, wirklich nur kurz zusammengefasst – die meisten Missverständnisse entstehen können. Daher ziehe ich auch immer  bei Irritationen die durch Mails, Tweets oder andere Internetdienste enstehen den persönlichen Kontakt vor um eventuelle Probleme dann persönlich mit Stimme und Gestik und Mimik zu klären.

Denn: Je mehr man erklärt und versucht das Problem mit Mails, Nachrichten, DMs bei Twitter zu lösen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit in eine Spirale zu geraten, die im Endeffekt dazu führt dass man schlussendlich überhaupt nicht mehr die Kommunikation sucht sondern den anderen als unangenehmen, dummen Typen abstempelt und sich beleidigt in die Ecke verkriecht. Das kann auf beiden Seiten passieren, sollte es aber nicht. Vor allem dann nicht wenn tiefe Freundschaften oder zumindest gute Bekanntschaften auf den Spiel stehen. Dass darüber hinaus auch immer die Verlockung groß ist sich beim gesamten Internet darüber zu beschweren wie doof der Gesprächpartner ist, das ist noch mal eine andere Geschichte. Privates wird zu persönlich öffentlichem und schutzige Wäsche zu waschen mag die Zugriffe auf die eigenen Angebote steigern – helfen tuts aber keinem. Auch wenn man das in einer sehr emotional geführten Debatte nicht so ganz nachvollziehen kann in dem Moment. (Daher auch immer: Durchatmen, bis 5 zählen, entspannen – notfalls eine Nacht drüber schlafen – und dann erst antworten.)

Daher: Wenn seltsame Dinge passieren und man meint, das Gegenüber habe etwas nicht verstanden oder sehe die Sache völlig falsch immer besser eine eMail schreiben wenn man die Telefonnummer nicht hat oder anrufen oder persönliche treffen. Dann lässt sich eine Geschichte schnell aus der Welt schaffen. Anderenfalls wird man nämlich bei Facebook und Twitter von dem Gegenüber blockiert – und das möchte man doch wirklich nicht, oder?

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