Home / Hintergrund / Interview mit Dortmunder Unternehmen: Armin Hingst – Gestaltmanufaktur

Die Gestaltmanufaktur GmbH ist eine Dortmunder Kommunikations-Agentur direkt am Westenhellweg mit den Schwerpunkten Corporate Publishing und Content Marketing. In der Reihe „Interviews mit Dortmunder Unternehmen“ sprach Eva Ihnenfeldt mit dem Diplom-Journalisten und Geschäftsführer Armin Hingst, der die Agentur 1992 gründete.

Frage 1: Wo genau liegt der Schwerpunkt Ihres Unternehmens? Was unterscheidet Ihr Unternehmen vom Angebot der Mitbewerber?

Armin Hingst: „Kommunikation“ ist der zentrale Schwerpunkt – inhaltlich fundiert unterfüttert und optisch reizvoll umgesetzt . Von der Konzeption über Redaktion, Text, Layout und Gestaltung bis zur Produktion bzw. Umsetzung betreuen wir unsere Kunden am liebsten rundum. Ob Print oder Digital, ob Website oder Geschäftsbericht, wir sind sehr umfassend aufgestellt. Viele Kunden kommen aus der Region, sind aber als B2B-Unternehmen manchmal in ihrer Kommunikation sogar international und mehrsprachig ausgerichtet.

Drei Punkte unterscheiden uns von vielen anderen Agenturen:

  1. Inhaltlich: Die integrale Kombination aus den vier Bereichen Konzept, Gestaltung, Redaktion und Produktion ist das Pfund, mit dem wir gern wuchern. Dazu tragen alle bei. So bin ich sowohl Diplom-Journalist als auch ausgebildeter Technischer Zeichner. Unser Art Director denkt grundsätzlich nicht nur optisch, sondern auch immer inhaltlich. Und unser Redakteur überlegt immer, wie sich Inhalte auch überzeugend gestalterisch umsetzen lassen. So funktioniert im Team das Zusammenspiel zwischen Inhalt und Form.
  2. Methodisch: Wir versuchen nicht, unsere Kunden zu belehren. Wir identifizieren uns mit unseren Kunden, mit ihren Produkten, Dienstleistungen und Zielsetzungen. Uns ist klar, dass unsere Kunden am besten wissen, was ihre Kunden wünschen, und richten uns danach – erst dann kommen wir mit unserem Know-how ins Spiel, um die Botschaften unserer Kunden optimal, also verständlich und attraktiv umzusetzen.. Hinzu kommt: Da wir im Team journalistisch denken, können wir uns sehr schnell in neue Themen einarbeiten.
  3. Standortbezogen: Unsere Agentur ist nicht zufällig direkt am Westenhellweg. Der Standort Dortmund lebt bei uns durch viel Engagement für unsere Stadt. Wir engagieren uns im Industrieklub, im Marketing-Club, im Cityring. Ich bin Vorsitzender beim Alumni-Verein des Dortmunder Instituts für Journalistik an der TU Dortmund und engagiere mich für die Talentoffensive Dortmund. Wer seinen Standort nach vorn bringen will, muss ihn mitentwickeln helfen. Dazu zählt die Mitarbeit in Unternehmensverbänden ebenso wie im Bildungsbereich.

Frage 2: Welche Strategien nutzen Sie für den Erfolg Ihres Unternehmens? Wo liegen die Schwerpunkte im Marketing, im Vertrieb, im Personalwesen, in der Produktentwicklung, bei der Gewinnung von Mitarbeitern und Kooperationspartnern?

Armin Hingst: Netzwerken ist das zentrale Element unserer Strategie. Letztlich ist das der Versuch, Empfehlungsmarketing zu systematisieren, auf das wir seit dem Start vor über 20 Jahren setzen. Denn fast nur über Empfehlungen entstehen in unserem Business die meisten und intensiveren Partnerschaften – wobei wir unser Eigenmarketing seit einiger Zeit beispielsweise über Social Media ausbauen und natürlich auch über begleitendes Direktmarketing neue Kunden erschließen wollen.

Ein weiteres Element unserer Strategie liegt im Team-Potenzial, das wir voll ausschöpfen. Wie man das erreicht? Kernpunkte sind Eigenverantwortung und Freiheit in der Entfaltung. Eigeninitiative ist erwünscht und wird von mir unterstützt. Wer das ernst nimmt, muss auch eine gewisse Fehlertoleranz mitbringen. Fehler sind nie schön, aber sie lassen sich besser minimieren, wenn man akzeptiert, dass es sie gibt und aus ihnen lernt. So werden es dann immer weniger.

Wir haben in unserer Agentur noch nie klassische Kontakter gehabt, bei uns sprechen alle Mitarbeiter grundsätzlich selbst mit den Kunden. Das geht natürlich nur, weil ich meinen Mitarbeitern vertraue. Wertschätzung ist für mich der Schlüssel. Fehler muss man ausbügeln, aber nur in einem vertrauensvollen Klima kann jeder sein Potenzial voll ausschöpfen.

Produktentwicklung in dem Sinn, dass wir etwas formen, was dann „von der Stange“ verkauft werden kann, gibt es bei uns nicht. Denn jedes Projekt, das wir machen, ist jeweils eine eigene Produktentwicklung, jedes Projekt ist anders. So gesehen wäre dann Produktentwicklung die Grundlage unserer Arbeit. Außerdem zeigt unser gutes Netzwerk seine Stärken, wenn wir für ganz spezielle Anforderungen Kooperationspartner in petto haben – zum Beispiel im technischen Bereich.

Frage 3: Wo sehen Sie Vorteile und Chancen für Ihr Unternehmen beim Standort Dortmund? Was unterscheidet den Standort Dortmund positiv von anderen Regionen?

Armin Hingst: Wenn man Dortmund mit den ganz großen Regionen Deutschlands vergleicht, würde ich sagen: In Dortmund geht wirklich noch was. Viele Metropolregionen sind doch schon übersättigt – selbst Abgefahrenes gibt es in zahllosen Varianten. Hier hingegen kann man noch Nischen besetzen, das sehen – glaube ich – gerade vor allem viele unabhängige Künstler. Die haben wohl schon gemerkt, was andere erst noch entdecken müssen: Es sind viele Potenziale vorhanden, viele Schätze, die nur noch gehoben werden müssen. Und in Dortmund ist vieles Neues im Entstehen.

Auch im Vergleich zu anderen Städten des Ruhrgebiets gibt es in Dortmund erstaunliche Kristallisationspunkte. Nicht nur für und mit der Kunst. Sondern auch mit Blick auf Biomedizin, Logistik, Informatik, … In diesen Feldern arbeiten viele tolle kleine und mittlere Unternehmen! Alle wichtigen Netzwerke, die ich kenne, sind besetzt mit interessanten, erfolgreichen Mittelständlern – darunter auch einige mit mehreren hundert Mitarbeitern.

Auch im Bereich Medien und Journalismus sehe ich viele spannende Ansätze, das ist ein weites Feld. Der Strukturwandel ist meines Erachtens geglückt. Es gibt viele erfolgreiche Gründungen und Ausgründungen: Materna, Adesso und RapidMiner sind nur einige Beispiele aus der digitalen Wirtschaft. RapidMiner etwa entwickelt Software-Tools für Big-Data-Analysen. Dortmund umgibt weiterhin ein Gründer-Touch, davon profitiert der Standort sehr. Aber es ist immer noch ein zartes Pflänzchen, das gepflegt werden will.

Frage 4 und 5: Wo liegen die Risiken und Schwächen des Standorts Dortmund? Welche Herausforderungen müssen bewältigt werden, um als Wirtschaftsstandort gegenüber anderen zu punkten? Und was wünschen Sie sich konkret an Unterstützung für den wirtschaftlichen Erfolg Eures Unternehmens und die Stärkung des Standorts Dortmund?

Armin Hingst: Aus meiner Sicht als einer der ehrenamtlichen Akteure der Talentoffensive ist es wichtig für unsere Stadt, auch die weniger offensichtlichen Begabungen zu fördern. Schließlich hat jeder Dortmunder und jede Dortmunderin seine bzw. ihre Stärken woanders. Auch wenn hier in der Region Fachkräftemangel zurzeit noch kein allzu drängendes Thema ist, sollten wir frühzeitig die Chance ergreifen und Talente an Dortmund binden. Ich weiß, dass es an der Fachhochschule Gelsenkirchen einen vom Land intensiv geförderten Talent-Scout gibt, der durch die Schulen geht, dort nach begabten Schülerinnen und Schülern sucht, um diese dann an höhere Bildungsmöglichkeiten heranführen.

In Dortmund würde ich mir ein ähnliches Programm wünschen. Vom Schülerlabor KITZ.do bis zum Bildungswerk Scharnhorst können wir die unterschiedlichsten Projekte zusammenbringen und Kinder für Bildung gewinnen. Da gibt es schon sehr gute Ansätze. Nicht so sehr der kurzfristige Verwertbarkeits-Fetischismus ist interessant, sondern die langfristige Aufwertung von Bildung und Talentförderung. Da würde ich mir durchaus ein stärkeres Engagement der Wirtschaft wünschen.

In der Talentoffensive haben sich etwa 30 verschiedene Vertreter aus Kultur, Schule, Elternschaft und Wirtschaft zusammengefunden, um die Talentförderung der Stadt zu begleiten. Organisiert wird diese Aktivtät vom Talentbüro, das direkt dem Oberbürgermeister unterstellt ist. Hauptziel ist es, alle talentrelevanten Akteure, Initiativen und Anlaufstellen mit ihren Angeboten so aufzustellen, dass jeder Dortmunder seine Stärken optimal entdecken, entwickeln und weiter ausbauen kann. Ein weithin sichtbares Beispiel für die Arbeit des Büros ist dessen Beitrag zur „World Robot Olympiad“. Das Büro hat es zusammen mit den fachlichen Organisatoren erreicht, dass der Wettbewerb nun auch in Deutschland so groß wurde, dass die nationale Ausscheidung im Juni 2015 zum dritten Mal in Dortmund lief.

armin_hingstKontaktdaten:
Gestaltmanufaktur
Armin Hingst, Geschäftsführer
Westenhellweg 52, 44137 Dortmund
Tel.: 0231 5577000
Mail: info@gestaltmanufaktur.de

 

 

 

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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