Januar 2015: BITKOM Studie zur digitalen Welt von Kindern und Jugendlichen

Schon mit 10 bis 11 Jahren sind nahezu alle Kinder in Deutschland online. Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren verbringen täglich 115 Minuten im Internet – und das vor allem über ihr Smartphone! Das sind einige Kernaussagen der umfangreichen BITKOM Studie (82 Seiten – kostenlos als pdf) zum Verhalten von Kinder und Jugendlichen in der digitalen Welt. Ob Social Networks, Games oder Medienkonsum, das Internet ist der Dreh- und Angelpunkt der Welt unserer Kinder.

Für Kinder ist die digitale Welt selbstverständlich - können Eltern und Großeltern mithalten?

Für Kinder ist die digitale Welt selbstverständlich – können Eltern und Großeltern mithalten?

„Jung und vernetzt – Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft“ ist der Titel des Studienberichts, dessen Grundlage eine repräsentative Umfrage unter Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 18 Jahren ist.

Die Teilnehmer wurden befragt, welche digitalen Geräte sie nutzen, welche digitalen Medien sie nutzen und wie sie digital kommunizieren. Außerdem gaben die Kinder und Jugendlichen darüber Auskunft, welche Erfahrungen sie mit Cybermobbing haben und welche Rolle ihre Eltern im Bereich der digitalen Welt einnehmen.

Erstaunlich ist etwa, dass schon Erstklässler zu einem Fünftel ein Smartphone besitzen – bei 12- bis 13-Jährigen sind es dann bereits 85 Prozent. Tablets sind bei etwa einem Drittel in der Nutzung, Laptops und stationäre Computer bei 79 Prozent aller Befragten. Der Fernseher/ Smart TV ist auch bei den Jüngsten eine Selbstverständlichkeit, so dass insgesamt 91 Prozent die Nutzung bestätigen.

Was Kinder und Jugendliche mit ihrem Smartphone machen? Vor Allem Kurznachrichten senden (WhatsApp steht ganz oben), spielen, Musik hören, fotografieren und im Web surfen. Apps werden von Mädchen etwas häufiger installiert als von Jungen – vor Allem Kamera, Wecker und Kalender sind beliebte Apps.

Die monatlichen Kosten für die Smartphonenutzung liegen zwischen 7 und 14 Euro. Dabei spielen kostenpflichtige Apps mit etwa 1 Euro kaum eine Rolle.

Programme schreiben können 16 Prozent der Jungen – aber nur 8 Prozent der Mädchen. Wie man Dateien und E-Mails verschlüsselt, wissen immerhin 22 Prozent der Jungen und 13 Prozent der Mädchen.

Während 16 bis 18 Jährige vor Allem über ihr Smartphone im Internet sind (89% – ca 115 Minuten täglich) nimmt dieser Anteil bei den Jugendlichen über 19 Jahren wieder ab. Hier sind Laptop und stationärer Rechner vorn – anscheinend beginnt mit 18, 19 der „Ernst des Lebens“.

Am meisten Zeit im Internet verbringen Kinder und Jugendliche mit Filmen, Videos und Serien (75 Prozent). 70 Prozent der Befragten gaben an, dass sie zumindest ab und zu Informationen für Schule bzw. Ausbildung suchen. Es folgt das Musikhören mit 56 Prozent, Online-Spielen mit 55 Prozent und Hobbys mit 53 Prozent.

In sozialen Netzwerken sind meist erst die Älteren aktiv. Meist werden dort selbst produzierte Fotos und Links zu Videos geteilt. Allerdings sind die Jugendlichen in den letzten Jahren sehr viel vorsichtiger geworden. Nur 20 Prozent gaben an, selbst „Texte“ bei Facebook und Co zu schreiben (also Posts) – nur 12 Prozent geben den aktuellen Aufenthaltsort bekannt.

85 Prozent der Älteren nutzen das Internet als Nachrichtenquelle – mehr als das Fernsehen mit 81 Prozent! Dabei sind soziale Netzwerke die wichtigste Informationsquelle. 63 Prozent lesen über Facebook, Google+ oder Twitter ihre News. 54 Prozent gehen gezielt auf Online-Seiten von Medien und anderen Nachrichtenanbietern.

Gut ein Drittel der Befragten haben auch schon negative Erfahrungen mit dem Internet gemacht. Etwa 14 Prozent sind schon einmal gemobbt oder beleidigt worden. Ein naiver Umgang mit privaten Daten ist kaum noch zu finden – und wenn, dann höchstens bei den Jüngeren. 21 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sie schon viel Gewalt im Web gesehen haben – je älter, je mehr. Sexuelle Belästigungen kennen 4 Prozent bei Gleichaltrigen – 3 Prozent bei Erwachsenen.

Computerspiele sind aus dem Freizeitverhalten der Kinder und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Schon die Jüngsten spielen – bei den 16 bis 18 Jährigen sind es 93 Prozent. Schon die 10,11 Jährigen spielen 66 Minuten täglich, bei den 16 bis 18 Jährigen sind es im Schnitt 122 Minuten täglich! Fast ein Fünftel der Jugendlichen spielen täglich drei Stunden und länger.

Der Studienbericht zeigt, wie selbstverständlich und umfangreich das digitale Leben in den Alltag der Kinder und Jugendlichen eingezogen ist. Dabei ist der pädagogische Einfluss durch Eltern und Schule begrenzt, da mit zunehmendem Alter die Einflussmöglichkeiten abnehmen. Aufklärung ist wichtig, um Schaden zu vermeiden. Der Umgang mit Persönlichkeitsrechten und dem Schutz der Privatsphäre sollten auch in den Grundschulen zum Lehrplan gehören, um die Kinder zu schützen.

BITKOM Studienbericht „Jung und vernetzt – Kinder und Jugendliche in der digitalen Gesellschaft“
82 Seiten kostenfrei als pdf zum Download

Quelle des Bildes: MorgueFile

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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