Klout und Co: Monitoring-Gretchenfrage

Vor kurzem erschien in der TAZ ein Artikel über KLOUT und ähnliche Dienste. Damit wirf sich erneut die Frage auf: Wie wichtig ist Klout und vor allem – braucht man es?

Zuerst einmal: Wir wissen nicht genau wie KLOUT an sich funktioniert. Einen Einblick in die Art wie der Algorithmus errechnet wird ist uns nicht gestattet. Was wohl fest steht: KLOUT misst die Aktivitäten des Einzelnen im Social Network mit einer Skala von 0 bis 100, dabei soll der Regelwert eigentlich 15 betragen. Wie bei Google allerdings auch bleibt die Frage wie KLOUT nun was genau misst ein Geheimnis. Wie auch immer KLOUT und KRED und Co. an ihre Ergebnisse kommen – wir wissen es nicht genau, daher wäre die Feststellung KLOUT würde nur allein die Aktivitäten im Social Web messen vielleicht etwas kühn. Wir können auch nicht annehmen dass Google nur allein aufgrund der Anzahl von Links Webseiten beurteilt – da steckt in der Tat noch etwas mehr dahinter. So wirds wohl auch bei KLOUT sein.

Die Gretchenfrage, die sich jetzt stellt ist: Macht man KLOUT nun als alleinigen Faktor für das Messen der Social-Web-Aktivitäten verantwortlich oder setzt man diesen Wert als einen von vielen ein? Der Reiz von KLOUT lag früher darin, dass man anhand der Graphen sich selbst mit Anderen vergleichen konnte – auch wenn man diese Graphen lesen konnen musste und ja, natürlich ist KLOUT nicht der zuverlässigste Dienst der Welt. Zugegeben. Aber vor dem Relaunch konnte man genau ablesen wie man selbst im Social Web darstand und was die Konkurrenz machte. Dies ist jetzt nicht mehr möglich.

KLOUT plus X plus X plus X

Wenn man auch nicht weiß wie KLOUT genau rechnet ist der Wert jedoch eine gute Maßgabe dafür wie man im Social Web wahrgenommen wird. Und intern kann der Wert durchaus als Meßgröße genommen werden und wer sich zum Ziel setzt, einen Wert von XYZ erreichen hat immerhin eine Zahl an der man sich orientieren kann. KLOUT zeigt zudem ja auch die einzelnen Erwähnungen bei Twitter und Co an – wenn auch nicht im Detail, leider, aber immerhin kann man von Woche zu Woche nachprüfen wie man sich nun im Social Web geschlagen hat. Als erste Anlaufzahl ist KLOUT in Ordnung.
Aber man sollte dann nicht den Fehler machen sich nur auf diese Zahl zu verlassen – es gibt auch den Monitoring-Mix. Dazu könnte vielleicht die Anzahl der Retweets zählen, die KLOUT nicht exakt darstellt, die Facebook internen Statistiken, die Ergebnisse von Tools wie Mention oder vielleicht nimmt man sogar XOVI oder ein anderes SEO-Tool dazu. Das kommt aber – und ich glaube das geht bei der Diskussion regelmäßig unter – darauf an welche Ziele ich fürs Unternehmen verfolge und welche Ressourcen ich zur Verfügung habe. Radian6 ist ja schön und gut aber auch – verzeihung – sauteuer. Und vielleicht brauche ich das für mein Unternehmen auch nicht. Es ist halt wieder eine sehr individuelle Sache.

Mit Google-Alerts, KLOUT, Netvibes , bitl.y und Co. kann man durchaus schon ein angemessenes Monitoring für das eigene Unternehmen auf die Beine stellen – allerdings sollte man nicht auf die Idee verfallen mit dem KLOUT-Wert sei schon alles gesagt. Der KLOUT-Wert ist nur ein Anhaltspunkt. Genauso wie Peerindex-Werte oder die von KRED. Allein seligmachend: Nein. Aber im Zusammenspiel mit anderen Werten kann man mit ihm arbeiten. Und KLOUT ist immer noch sehr gut für das Aufspüren von Influencern – allerdings braucht man dafür auch noch jede Menge Handarbeit. Das wird sich so schnell wohl nicht ändern…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.