Eva Ihnenfeldt: Lohnt sich Coaching? Oder ist Coaching nur eine Modeerscheinung?

Coaching bedeutet ganz viel "Sichtbar machen": Ordnen und strukturieren

Ende April 2014 veröffentlichte Stiftung Warentest ein Special, wie man den „richtigen Coach“ finden kann. Nun, im August 2014, bezieht sich die Berufsberaterin Uta Glaubitz in der WELT zum Test mit einem provokanten Kommentar. Der Titel lautet: „Modeberuf Coach – wir coachen uns zu Tode“ – und ihr Eindruck ist, dass sich hinter den vielen Coaches, Trainern, Beratern vor allem heiße Luft verbirgt. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht – ist Coaching wirklich nichts weiter als eine Modeerscheinung?

Coaching bedeutet ganz viel "Sichtbar machen": Ordnen und strukturieren

Coaching bedeutet ganz viel „Sichtbar machen“: Ordnen und strukturieren

Keine Frage, wir leben in einer Zeit ständiger beruflicher und privater Veränderungsprozesse – und es ist sehr unwahrscheinlich, dass sich die Geschwindigkeit und Anzahl dieser Veränderungen wieder verlangsamen oder reduzieren wird. Lebenslanges Lernen ist die Grundlage dieser Veränderungsprozesse, und dabei lernen wir nicht nur auf der Sachebene, sondern auch mit unserer ganzen Persönlichkeit. Was aber braucht ein Mensch, um zum Beispiel Führungskompetenzen zu optimieren? Um sich in ein neues Team einzugliedern, um zu überzeugen, sich neu zu definieren oder sein Eigenmarketing zu schulen?

Coaching bedeutet für mich, dass ich einen Gesprächspartner habe, der/ die sich für eine gewisse Zeitspanne voll auf meine Problemstellung konzentriert. Coaching ist für mich Hilfe zur Selbsthilfe, um meiner Betriebsblindheit zu entkommen. Ich habe tatsächlich zurzeit eine Coach-In, die meinen derzeitigen geschäftlichen Veränderungsprozess begleitet, und mir ist diese Begleitung sehr nützlich! Wir haben uns bisher zweimal für zwei Stunden zusammengesetzt – und jedes Mal kam ich mit einer wertvollen Erkenntnis aus dem Gespräch. Natürlich rede bei unseren Treffen vor Allem ich, meine Coach-In moderiert und strukturiert meinen Fluss und achtet darauf, dass ich beim Thema bleibe – gut so!

Ganz sicher ist um Coaching, Training, Beratung ein Markt entstanden, der sich vor allem auf die Coach-Ausbildung von Menschen (meistens Frauen) fokussiert, die gerne pädagogisch tätig sind. Und ganz sicher gibt es weit weniger Unternehmen und Menschen die bereit sind Geld für Coaching auszugeben, als dass es Anbieter gibt, die sich spezialisiert haben auf systemisches Coaching, Persönlichkeits-Coaching, Leistungssport-Coaching, Business-Coaching, Konflikt-Coaching… Doch für coachingwillige Probanden ist das große Angebot natürlich ein Segen. Anders als in der Psychotherapie kann man sich genau den/ die passende Sparring-Partner/In aussuchen. Man muss nur bereit sein, zu zahlen.

Meine Empfehlung: Ich würde mir zunächst überlegen, wie für mich/ mein Team das „Traum-Coaching“ aussehen würde. Möchte ich einen „Lehrer“, der/ die viele Informationen gibt und mich bzw. uns belehrt? Oder möchte ich den Typ Moderator und setze den Schwerpunkt auf selbstgesteuerte Entwicklung und den Expertenstatus aller Beteiligten? Geht es mehr um psychologische Prozesse und persönliche Veränderungen? Oder um Strategie, Ideenentwicklung, Unternehmenswachstum und zielorientierten Pragmatismus? Bin ich mehr der Typ „positives Denken“ oder mehr der Typ „Drill-Instructor“?

Ich für mich habe in meinem Coaching, in dem ich ja nun mal zur Abwechslung selbst der Klient bin, gemerkt, dass ich vor Allem moderierende Unterstützung bei meiner eigenen Strategieentwicklung wünsche. Je mehr ich selbst tue, und je zurückhaltender meine CoachIn mich machen lässt, desto besser. Alle meine Lösungen sind in mir vorhanden, sie müssen nur nach außen gebracht und geordnet werden.

Diese interessante Selbsterkenntnis werde ich in Zukunft auch bei meinen Strategieberatungen noch intensiver beherzigen: Was bringt es, wenn Eva Ihnenfeldt die tollsten Marketing-Strategien entwickelt, und ihre Klienten sie nicht als ihre eigenen verstehen? Nichts. Natürlich gebe ich Input und erkläre, was ein Marketingplan ist und wie er sich Schritt für Schritt entwickelt, umsetzt und kontrollieren lässt. Natürlich erkläre ich die spezielle Kommunikaktionsform „Social Media“ und schule das Unternehmen in allen Bereichen von Facebook, Twitter, Blog und Co – doch vor Allem gebe ich Ruhe und Struktur, um nach und nach aus der CI (Corporate Identity) heraus buchstäblich die passende Strategie zu ent-wickeln. Nur so identifizieren sich alle Beteiligten mit dem Plan und sind bereit, kontinuierlich am Erfolg mitzuarbeiten.

Mein Plädoyer: Ja, lasst Euch coachen, ob für Karriere, Unternehmen, ob privat oder beruflich – das was heute sogar Leistungssportler mehr und mehr als wichtigen Erfolgsfaktor begreifen, ist in jedem Leistungs- und Veränderungsprozess eine großartige Chance.
Psychologisches Coaching im Leistungssport (SPIEGEL online)

Dieser Beitrag ist inspiriert vom
Kommentar zum „Modeberuf Coach“  in der WELT von Uta Glaubitz

 

 

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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