Home / Marketing / Lohnt sich Twitter? Ein Viertel sind Journalisten und Medienvertreter

Twitter hat in Deutschland weiterhin den Ruf, sich im Marketing nicht zu lohnen. Während Facebook so langsam auch für die kleinsten Handwerksbetriebe spannend zu sein scheint, wird Twitter gern abgetan mit „Was soll man in 140 Zeichen schon sagen“ „Das ist doch alles nebensächliches Gezwitscher“ „Beschäftigung für Leute, die zu viel Zeit haben“. In Wirklichkeit ist Twitter extrem interessant in Bezug auf Marketing mit Stakeholdern.

rp_twitter_vogel_Pixabay_OpenClips-289x300.jpgEtwa 80 Prozent der „Twitteraner“ sind Creator im Web (z.B. Blogger), ein Viertel  sind Journalisten und Medienvertreter. Bei Twitter sind mehr Männer als Frauen, die beruflichen Motive sind ausgeprägter, es werden interessante News gesucht und weitergegeben. Twitter ist für alle, die auf News angewiesen sind, ein Muss, denn gerade hier rauschen aktuelle Begebenheiten in Echtzeit durch den Äther.

Wie soll ich als Unternehmen Twitter sinnvoll nutzen?

Bei Twitter ist es unangebracht, Werbebotschaften zu senden. Das kann schnell zu einem schlechten Ruf führen. Zwar kann man mit Tricks und speziellen Tools  (z.B. Folge denen, die Jedem folgen – suche sie nach ausgewählten Keywords) innerhalb kürzester Zeit eine beeindruckende Followerzahl aufbauen, doch diese Follower sind dann auch ihrer Güte nach ähnlich wie gekaufte Fans bei Facebook. Was nützt es, wenn ich meine Werbebotschaften an tausende von Followern sende, die mich nur als Mittel zum Zweck sehen, um noch mehr Follower zu generieren? Das ist so, als würde ich per E-Mail mich mit lauter Spam-Absendern vernetzen – wer will denn sowas?

Da ist weniger oft mehr. Wenn es mir gelingt, einen Stakeholder aus meinem Business für meine Tweets zu interessieren, weil er/ sie dauerhaft einen Nutzen daraus generiert, ist das natürlich der Himmel. Wenn es mir gelingt, dass interessante Multiplikatoren und/ oder Influencer (zum Beispiel Blogger) Vertrauen zu meiner Qualität gewinnen und mit mir kommunizieren, ist das eine große Verantwortung, die sehr entscheidend für mein Unternehmen sein können. Oft beginnt eine beruflich/ geschäftliche Beziehung bei Twitter, führt über Telefon, E-Mail und gemeinsam besuchte Veranstaltungen zu gemeinsamen Zielen – und festigt sich in gemeinsamen Projekten.

Twitter ist ein großartiges Medium für „ernsthaft Interessierte“, die auf ständige Weiterbildung im digitalen Kosmos angewiesen sind. Es ist möglich, Twitter als kleinen Live-Steam ständig über den Monitor mitlaufen zu lassen. Twitter ist wie ein Telegramm-Bote, der ständig aus aller Welt die wichtigsten Nachrichten überbringt – und zwar nur aus den Kanälen, die man lesen will. Kein Algorithmus filtert vor wie bei Facebook, kein „Big Brother“ wählt aus was ich lesen soll und was nicht, keine bezahlten Werbeanzeigen verstellen den Blick auf die Twitter-Accounts, denen ich folge, weil ich sie schätze. Zwar gibt es seit einiger Zeit auch Werbung auf Twitter – aber so dezent, dass es nicht stört.

Ich habe ein Tourismus-Unternehmen? Ich folge Reisebloggern und Touristik-Bloggern, Journalisten aus meiner Region und anderen Influencern, die für meinen wirtschaftlichen Erfolg von Bedeutung sind.

Ich bin als StartUp tätig im Bereich SaaS (software as a service)? Ich folge Tech-Bloggern, Tech-Journalisten, Web-Zeitschriften aus der Online-Welt und anderen StartUps, mit denen ich mich vernetze und mit denen ich mich auf Events der Gründerszene verabrede. Denn gerade in der StartUp-Szene sind Netzwerke das Entscheidende für den Erfolg.

Ich bin Leiter einer Online-Marketing-Agentur? Ich lese bei Twitter Tweets von international führenden Online-Marketing-Gurus, lasse mich inspirieren und bin immer auf dem neusten Stand, wenn es um Trends und Innovationen geht. Ich studiere Best Practice Beispiele von Online-Marketing-Kampagnen und kann jederzeit interagieren und in den Dialog kommen.

Twitter ist kein Medium für den Dialog mit Privaten – es sei denn, man twittert als Fernsehsender oder Marke mit beliebten Formaten wie #bvb, #tatort oder #raab, Twitter geht tiefer. Twitter ist wichtig in der Politik, in der Kultur, in der digitalen Szene, in den Medien, im Sport. Twitter ist das Medium der Blogger und Journalisten. Und genau darum ist Twitter so wichtig im Marketing – aber nur für die, die das Web professionell nutzen – und nicht als digitale Bühne ihrer Angebote und Werbebotschaften.

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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