SEO-Tipp der Woche: 7 Regeln zu Kommentaren in Blogs und Online-Zeitungen

Viele Selbstständige und Unternehmen, die einen Blog starten, sind nach einigen Monaten enttäuscht, weil sie so selten Kommentare erhalten. Ich frage dann immer gern „Wie oft kommentieren SIE denn in Blogs?“. Tatsächlich ist es ein menschliches Grundübel, dass man immer denkt, andere Menschen wären ganz anders als man selbst – und von diesen „Anderen“ auch andere Verhaltensweisen erwartet als von sich selbst. Darum hier mal ein Kommentar-Appell aus Suchmaschinenoptimierungs-Sicht: Warum es sich für Ihr Business lohnt, in Blogs zu kommentieren.

SEO-Tipp: Kommentieren in Blogs und Online-Zeitungen

search-engine-optimization-575035_1280-300x212Googlen Sie sich manchmal selbst? Falls Sie das tun, und falls Sie schon einmal in einem Blog oder einer Online-Zeitung einen Kommentar hinterlassen haben, kann es gut sein, dass Sie (falls Sie Ihren Echtnamen als Absender nutzen) bei den Suchergebnissen auch Kommentare von sich finden. Diese Einleitung sagt eigentlich schon das Wichtigste aus, warum es sich lohnt, Kommentare zu schreiben. Zum Zweiten bauen Sie durch Kommentare vielleicht Beziehungen zu Bloggern, Journalisten, Kooperationspartnern auf, die für beide Seiten sehr wertvoll sein können. Und glauben Sie mir: Wir Blogger und Redakteure freuen uns total über Kommentare – es sei denn, sie wären inhaltslos, spammig, destruktiv, beleidigend, anonym – oder ein erkennbares „Mittel zum Zweck“ ohne innerliche Beteiligung.

7 Regeln zum Kommentieren in Blogs und Online-Zeitungen

  1. Lesen: Lesen Sie (vielleicht morgens zum Frühstück) News aus Blogs und Online-Zeitungen, die thematisch für Ihr Business relevant sind. Das kann über eine Twitter-Liste passieren, über News bei Facebook, über RSS-Reader wie Feedly – oder über eine Zusammenfassung wie hier in den SteadyNews „Täglich online Zeitung lesen“.
  2. Notizen: Falls Sie einen Artikel finden, der zu Ihrer persönlichen Expertise passt, machen Sie sich beim Lesen kurze Notizen: Was sind die wichtigsten Fakten in dem Artikel? Warum gefällt Ihnen der Artikel so gut? Wie können Sie einen Mehrwert hinzufügen, so dass Ihr Kommentar den Beitrag zusätzlich bereichert? Was können Sie geben, um Autor und Leser von sich zu überzeugen?
  3. Planen: Speichern Sie den Link zu dem Artikel in einem Notizbuch ab wie bei Evernote – oder fügen Sie diesen mit einem konkreten Kalendereintrag ein „Kommentieren in xxxx, Zeitaufwand ca 30 Minuten“. Bedenken Sie, dass die meisten Artikel eine sehr kurze „Halbwertzeit“ haben, es wäre also wünschenswert, wenn Sie noch am selben Tag Zeit für den Kommentar finden.
  4. Tonalität: Für die Erstellung eines Kommentars empfiehlt es sich, den Dreiklang einzuhalten, den man grundsätzlich im Feedback pflegt: 1. Was hat mir besonders gut gefallen 2. Was kann ich noch konstruktiv hinzufügen 3. Mit welchem zukunftsweisenden Angebot kann ich abschließen. Bei diesem Dreiklang machen Sie deutlich, dass Sie nicht nur „spammen“ wollen, und Sie schaffen die Möglichkeit, mit dem Autoren und/ oder interessierten Lesern näheren Kontakt aufzubauen.
  5. Ethik: Hüten Sie sich vor besserwisserischem Oberlehrer-Verhalten, vor destruktiver Kritik, und selbstverständlich vor Allem, was trollig wirkt. Schließlich haben Sie nichts davon, wenn der Autor sich innerlich sagt „OK, mit dem willst Du nichts näher zu tun haben“. Das kann im Privaten vielleicht erwünscht sein, doch im Business grundsätzlich nicht. Wenn ich im Business auswähle, mit wem ich Kontakt habe, tue ich das immer konstruktiv motiviert – die, die mir nicht passen, ignoriere ich, aber ich trete nicht freiwillig in einen destruktiven Dialog.
  6. Teilen: Erweisen Sie dem Autoren Respekt, indem Sie den Artikel, den Sie kommentieren (sprich bereichern) in sozialen Netzwerken teilen. Vor Allem Google+ kann sehr wertvoll hierfür sein, falls Sie über Google mit vielen Usern und Unternehmen verbunden sind. Aber auch Facebook und Twitter sind wichtig. Gerade Twitter ist die „Heimat der Blogger und Journalisten“, ein wichtiges Medium für Influencer im Social Web. Dabei sollten Sie noch einen kleinen persönlichen Hinweis hinzufügen: „Danke an xxxx für den interessanten Beitrag“ etc. sind ein weiterer Baustein beim Aufbau von nachhaltigen Beziehungen. Selbstverständlich befördern Sie so auch gleich Ihren Kommentar mit. Denn je bedeutender der Artikel, desto googlerelevanter kann auch Ihr Kommentar werden.
  7. Grundsätzliches: Kommentieren Sie nicht zu oft, und nicht zu selten. Schreiben Sie keine Kurz-Kommentare wie „Toller Artikel“, sonst weiß der Autor sofort, dass Sie es nur auf SEO abgesehen haben. das ist peinlich und dumm, weil der Backlink normalerweise nicht viel Wert hat bei Kommentarfunktionen. Schreiben Sie auf jeden Fall unter Ihrem Echtnamen und nutzen Sie die WordPress-Möglichkeit, ein Bild von sich zu erstellen: Gravatar mit WordPress. Falls Sie über ein Facebook-Login kommentieren könne, um so besser! Vielleicht erhalten Sie durch ihren intelligenten Kommentar darüber noch mehr Aufmerksamkeit und Zuspruch.

Fazit: Kommentare sind kein „käufliches“ SEO-Mittel wie keywordoptimiertes Schreiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kommentar direkt bei Google gelistet wird, ist nicht kalkulierbar und eher „Glücksache“. Aber durch Social Signals, durch das gezielte Verteilen des Artikels über Ihre Social Network-Kanäle, erhöhen Sie den Effekt und die Relevanz Ihres „Virtuellen Firmen-Gebäudes“. Sie gewinnen Besucher, Kontakte, Leser, Fans, Follower – und vielleicht sogar Abonnenten für Ihren Newsletter und/ oder wertvolle Kooperationspartner.

Bildquelle: pixabay_geralt24

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

6 thoughts on “SEO-Tipp der Woche: 7 Regeln zu Kommentaren in Blogs und Online-Zeitungen

  • Reply Hilke Flebbe 30. September 2015 at 09:44

    Liebe Frau Ihnenfeldt, ihre Seite Steady News inspiriert mich. Ich finde die Evolution der digitale Arbeitswelt faszinierend. Die jederzeitige Verfügbarkeit von Daten und Information sehe ich als echte Chance für selbständige und freiberufliche Journalistin. Um selbst auch über bessere Kompetenzen zu verfügen, bin ich Ihrem Rat gefolgt und habe mich bei der Business Academy Ruhr angemeldet. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie weiterhin mit Ihren Informativen und praktischen Tipps auf diesem Gebiet uns zur Verfügung stehen. Hochachtungsvoll Ihre Hilke Flebbe

  • Reply Eva Ihnenfeldt 30. September 2015 at 18:25

    Hallo liebe Hilke Flebbe, oh das tut ja so gut, was Sie schreiben! Und wenn Sie mich mal persönlich brauchen können – immer unbedingt melden, ich freu mich ja! Ich hoffe die Weiterbildung bei der Business Academy Ruhr bringt Sie noch ein ganzes Stück weiter bei Ihrer beruflichen Vision. Bitte grüßen Sie meine „Ex-Kollegen“ ganz lieb von mir. Ich bin ja seit August 2014 nicht mehr dabei, sondern wir entwickeln gerade ein Angebot aus Weiterbildung, Netzwerk, Events und Finanzierung für unsere Metropole Ruhr: Mögen alle Selbstständigen und Unternehmen dank solch begeisterter Menschen wie Ihnen gut ins digitale Zeitalter kommen. Wir haben noch viel zu tun dabei…

  • Reply Hannes 29. Dezember 2018 at 06:44

    Danke für den guten Artikel. BEsonders Punkt 3 finde ich ganz wichtig. Sehr häufig schreibt man zwar einen Kommentar, und im vielen Schmöckern im Internet vergisst man dann die Seite zu notieren. Ich habe mir inzwischen als Hilfestellung angewöhnt, die Blogs die mich wirklich interessieren unter meinen Favoriten zu speichern. Hier habe ich auch eine Rangordnung wie wichtig mir diese sind. So komme ich jetzt einfach besser damit klar. Kommentare schrieben war für mich am Anfang eher aus dem Grund, SEO Arbeit zu machen. Wenn das der alleinige Beweggrund ist dann ist es bald damit vorbei. Inzwischen ist es so das ich viele Interessante Artikel gefunden habe, die auch mein Hinsehen auf manches verändert habe.

  • Reply Andreas 8. Mai 2022 at 20:44

    Super Beitrag zum Thema Kommentieren in Blogs. Was ich bei meinem Blog mache, um die Wahrscheinlichkeit auf Kommentare zu vergrößern, ist am Ende jeden Beitrags, eine Frage an die Leser zu stellen. LG Andreas

    • Reply Eva Ihnenfeldt 10. Mai 2022 at 12:23

      Gute Idee! Und die Usability im Blog ist ebenfalls fördernd bzw. „abschreckend“, habe ich gemerkt. Ich selbst erhalte selten Kommentare hier – ich bin kommunikativ mehr in sozialen Netzwerken aktiv als direkt im Blog

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