SEOs, optimiert für BING!

Ganz problemlos war das Update dann doch nicht – das lag aber weniger an meiner Dummheit als daran, dass Apple nie richtig dabeischreibt, wieviele Gigabytes das Update für den Mac nun wirklich braucht. Bei Sierra sind das schon etliche. Aber nach dem Einsatz der Time-Machine und dem erneuten Herunterladen hat das Update dann geklappt. Und jetzt liebe SEOs, jetzt habt ihr keinen Grund mehr BING außer Acht zu lassen.

Denn jetzt ist SIRI auf dem Mac verfügbar. Zwar war Microsoft da etwas eher und mit Cortana kam Windows 10 daher, aber nutzt jemand Cortana? Ich nicht, Cortana ist nett aber das, was SIRI kann, kann Cortana halt nicht. Und SIRI kann jetzt auf dem Mac auch das, was es auf dem iPhone kann. Darüberhinaus auch noch einige andere Dinge mehr. Ja, amerikanische Server. Ja, Datensicherheit und Datenhoheit – aber da muss ich auch gestehen: Man ist ja so bequem! Und dann ist SIRI auch eine gute Hilfe.

Hoppla: SIRI sucht mit BING?

bingVor allem kann SIRI jetzt nicht nur Dateien auf dem Desktop finden und man kann die Suchergebnisse in die Kommandozentrale pinnen, was für einen schnellen Blick und lockeres Arbeiten durchaus vorteilhaft ist. SIRI vermag auch wie beim iPhone jetzt komplett im Netz zu suchen. Was natürlich auch sehr schön und komfortabel ist. Nur: Die Suchergebnisse – die sehen manchmal etwas anders aus als man es gewohnt ist. Denn was eigentlich bei Siri dabeisteht – man überliest das nur so gerne: SIRI sucht nicht mit Google. SIRI sucht mit BING. Zwar hat Apple schon 2013 auf BING umgestellt, aber wem von uns ist das so richtig bewußt? Schön, die Experten natürlich, aber ich vermute mal mein Verwandten sind sich nicht unbedingt gewahr, dass die Suchergebnisse nicht von Google stammen.

Bisher ist das auch nicht weiter wichtig, denn BING führt als Suchmaschine auf dem Desktop ja eher ein Nebenleben. Die kritischen Denker nutzen eher DuckDuckGo wegen des Nichtspeicherns von Daten, Otto Normaluser aber nutzt in der Regel Google. Weil Google funktioniert. BING ist halt auch da, aber wer stellt schon aktiv die Suchmaschine um, die mit dem Browserdownload heruntergeladen wird? Und vor allem – warum auch? Google funktioniert. Was man ja nicht genügend wiederholen kann, Google funktioniert und es funktioniert so, dass es dem Besucher relevante Ergebnisse mitteilt.

Suchanfragen per Stimme

Bisher war BING auch nicht so wichtig. Es wird aber jetzt wichtiger werden, weil gerade diejenigen, die einen Mac besitzen jetzt SIRI als kompetente Assistentin an Bord haben. Gut, wer unbedingt Cortana nutzen möchte, der nutzt die halt, aber auch Cortana sucht nicht bei Google sondern bei BING. Klar, warum sollte Microsoft auch die Suchmaschine des Konkurrenten beim PDA – Persönlichen Digitalen Assistenten – eingebaut haben und andersherum.

Und damit rückt BING praktisch von der Seite her in den Mittelpunkt, wenn es um Suchanfragen per Stimme geht. Und dementsprechend wird es jetzt für SEOs interessanter sich zu vergegenwärtigen, dass einerseits Suchsignale per Stimme auf die Webseite eingehen und dass zudem auch noch für eine Suchanfrage eventuell andere Kriterien gelten als für die normale Suche. Abgesehen davon: Wer hat seine Webseite denn schon für BING optimiert? Gute Frage, nächste Frage.

Was Sprachsuchen jetzt genau für SEOs bedeuten könnten hat Richard Jost schon etwas früher in diesem Jahr in einem Blogbeitrag aufgeschrieben – ich bin mir nicht sicher, ob die Branche erkannt hat, dass sie da vielleicht drangehen sollte. Jedenfalls ist das auf Barcamps oder in Gesprächen mit SEOs kein so dringendes Thema. Was verwunderlich ist, denn die Mehrzahl der Menschen, die entzückt über SIRIs Qualitäten schwärmen nimmt ja doch eher zu als ab. Beziehungsweise ist es ja immer wieder erstaunlich, dass manche Autosoftware nicht in der Lage ist komplexe Stimmbefehle zu erkennen, dass SIRI es aber immer schafft. (Abgesehen von englischen Begriffen, manchmal gebe ich dann auch entnervt auf.)

Ein Auge auf BING werfen

Der Großteil der Suche wird in der näheren Zukunft vermutlich auch immer noch am Desktop passieren und da ist Google definitiv die erste Wahl. Dennoch werden wir in der näheren Zukunft auch vermehrt mit den PDAs zu tun haben – der Begriff bezeichnete früher übrigens diese netten elektronischen Gadgets wie dem PALM und Konsorten, ist aber definitiv jetzt auf SIRI und Cortana übertragbar. Denn schließlich sind die digital und als Assistenten gedacht. Und persönliche Dinge sollen die ja auch tun wie den Wecker stellen oder einen Termin in den Kalender aufnehmen. (Dass das Ganze dann über amerikanische Server läuft, weil das Smartphone nicht so rechenleistungsfähig ist die Befehle direkt zu verarbeiten – das ist halt der Haken bei diesen Diensten.)

Und deswegen sollte man ein Auge auf BING werfen und sich überlegen, wie man die eigene Seite dort ebenfalls optimal unterbringt. Das ist zwar erstmal Mehrarbeit, aber zahlt sich eventuell dann aus, wenn auch Cortana etwas leistungsfähiger geworden ist. Eventuell. Aber mit dem Sierra-Update für den Mac hat sich SIRIs Reichweite schlagartig erweitert – und nicht jeder, der einen Mac nutzt hat auch in iPhone. Insofern: Schaden kanns mit Sicherheit nicht. Und die weitere Entwicklung deutet mit den Bots ja auch darauf hin, dass wir in Zukunft in Messengern und mit PDAs eine Menge mehr zu tun bekommen als wir momentan noch ahnen. Es bleibt spannend.

 

Der selbstständige Journalist und Social Media Redakteur Christian Spließ begleitet Unternehmen und Organisationen bei der erfolgreichen Umsetzung von Social Media Kampagnen. Christian Spließ ist einer der Social Influencer in NRW - vor allem über Twitter und Facebook.

www.homo-narraticus.de

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