Social Media for Beginners Teil 8: Struktur und Ordnung für Social Media Marketing

Nachdem wir uns durch den Social Media „Dschungel“ gearbeitet – und eine Social Media Strategie entwickelt haben, werde ich in diesem 8. Kapitel über das leidige Thema „Zeitfresser Social Media“ schreiben. Denn tatsächlich kann gerade Facebook ein enormer Zeitkiller sein, und auch sonst gibt es einige Fallstricke, die man beachten sollte. Struktur und Ordnung für Social Media Marketing ist wichtig, und nur mit Bewusstheit, Gelassenheit und Disziplin lässt sich die PR im Internet langfristig gestalten.

Falls Sie bei Facebook sind, kennen Sie das sicher: Alle paar Stunden (oder gar Minuten) schaut man kurz mal nach, ob irgendetwas „Wichtiges“ passiert ist, und zusammengezählt ergeben sich aus diesen kurzen Besuchen bemerkenswerte Zeitspannen, die tatsächlich den Alltag empfindlich stören können. Weniger haarig sind Xing und Twitter, und die Pflege des Blogs ist noch mal ein Fall für sich: Hier besteht nämlich vor Allem die Gefahr, dass man die geplanten Artikel immer weiter vor sich hin schiebt – und der so wichtige Blog nach und nach zum Stiefkind des Social Media Marketings wird! Beginnen wir also mit Facebook:

Zeitfresser Facebook: Was kann ich tun, um Facebook zu strukturieren

Facebook ist ein privates Netzwerk, und nur wer sich als Unternehmen „zum Anfassen“ bei Facebook präsentiert, wird dort Sympathie und Vertrauen rp_I-love-Facebook-300x215.jpggewinnen. Natürlich kann man sich dafür entscheiden, auf der Fanpage ausschließlich News, Produktinformationen und/ oder Angebote zu posten, doch auch in diesem Fall ist es für den Erfolg wichtig, die Texte, Bilder, Videos, Links auf emotional angenehme Art zu präsentieren. Sollte die Facebook Fanpage mehr sein als ein „Nice to have“ kommt man nicht um einen Redaktionsplan und Kampagnen für den Fanzuwachs und Verbesserung der Interaktionsrate herum. Nur wer sein „Facebook-Haus“ gut bestellt, kann später über Facebook-Ads (Inserate) neue Zielgruppen erschließen und gezielt für Prpdukte und Dienstleistungen bei Facebook Kunden finden. Hier ein paar Tipps für Zeitstruktur bei Facebook:

  • Erstellt einen Redaktionsplan und nehmt diesen ernst: Struktur und Ordnung bedeuten auch Freiheit von einem schlechten Gewissen und Stress. Wenn Ihr in Eurem Kalender genau eintragt, an welchen Tagen Ihr welche Aktivitäten bei Facebook geplant habt, könnt Ihr Euch im Übrigen auf die reaktive Seite konzentrieren. Bevor Ihr allerdings Frequenzen festlegt (wie 2 mal in der Woche 😉 ) schaut Euch unbedingt erfolgreiche Facebook-Fanpages an. Ich fürchte man braucht schon mehr als einen Post täglich, um gesehen und bemerkt zu werden…
  • Nutzt im Desktop und im Smartphone die Auflistung von Gruppen und Seiten: Schnell und mühelos könnt Ihr mit einem Blick erfassen, ob sich auf Eure Fanpage, Eurem Profil oder Euren Gruppen etwas Neues ereignet hat. Auf dem Desktop seht Ihr das auf der Startseite – im Smartphone rechts unten in der Liste. Wenn Ihr Euren Redaktionsplan diszipliniert erfüllt, ist diese Auflistung Euer Wegweiser durch den Facebook-Dschungel. Alle zwei, drei Stunden reicht es, mal kurz zu überprüfen, ob jemand kommentiert oder gepostet hat. Das dauert 15 Sekunden und ist keine Arbeit – man muss sich nur daran gewöhnen!
  • Das persönliche Facebook-Profil als Zeitfresser-Gefahr: Viele Selbstständige/ Inhaber von Unternehmen betrieben ihr Marketing vor Allem über das persönliche Profil. Das ist sehr sinnvoll, da die Facebook-Freunde sehr viel aktiver sind als die distanzierteren Fans (die ja auch meist wenig von ihren Fanpages sehen in der Timeline). Die Kehrseite ist, dass man sehr schnell gefangen ist in Unterhaltungen, Likes und Kommentaren…

Mein Rat: Nicht verzagen und einfach seinem Instinkt trauen. Hauptsache man bleibt persönlich und zeigt Interesse an den Aktivitäten der Freunde. Auch wenn die Unterhaltungen tatsächlich sehr privat sind, wachsen Sympathie, Vertrauen und Loyalität. Ihr Redaktionsplan sorgt für den gewinnbringenden Teil der PR – alles Andere sollte den Spaß nicht verlieren an SmallTalk mit vielen Freunden. Locker bleiben! Wenn es passt schaut man häufiger mal rein, wenn nicht dann eben nicht. Das nimmt niemand übel, denn allen anderen geht es ja genau so mit Facebook! Schließlich müssen alle arbeiten und haben nicht so viel Zeit.

Schlechtes Gewissen Blogredaktion: Wir kann ich mich zum Schreiben disziplinieren

Im Gegensatz zu Facebook ist beim Blog die Gefahr, dass man den erarbeiteten Redaktionsplan nicht so richtig ernst nimmt. Immer wieder fallen Einem Ausreden ein, warum man die geplanten Artikel weiter nach hinten schiebt. Der Grund ist klar: Facebook Posts, Kommentare, Likes sind Sekundenwerke – für Blogartikel braucht man mindestens eine Stunde, häufiger auch zwei oder drei… Hier ein paar Tipps, um nicht der Aufschieberitis zu verfallen

  • Kombinieren Sie den Blog mit einem Newsletter: Blogartikel werden nur gefunden und gelesen, wenn man sie mit Social Signals und Mail-Benachrichtigungen verbindet. Man sollte also auf jeden Fall den Blogartikel bei Facebook, Twitter, Xing und Google+ einstellen (geht auch automatisch) und sich einen Newsletter zulegen, der wöchentlich, 14-tägig oder monatlich die Blogartikel als verlinkte Anreißer an Abonnenten versendet. Seien Sie pünktlich mit Ihrem Newsletter, und schon nach wenigen Monaten geht Ihnen dieser Job in Fleisch und Blut über. Selbst wenn Sie zunächst nur 30 Abonnenten haben, ist das völlig ausreichend. Wichtig ist dass Sie diese Menschen, die Sie ja lesen WOLLEN, nicht enttäuschen und darum zuverlässig schreiben und den Content verteilen.
  • Notieren Sie sich spannende Themen auf einer Liste: Der Redaktionsplan für einen Blog sieht meist so aus, dass zwar grobe Kategorien festgelegt werden (Anleitungen, Tipps, News aus dem Unternehmen, News über Produkte, Interviews…) aber für die genauen Artikel noch Spielraum besteht. Täglich begegnen uns Ideen für solche Blogartikel – doch meistens vergessen wir es schnell wieder, es sei denn, wir notieren sie uns! Gehen Sie vor wie ein Journalist oder Schriftsteller. Mit dem Smartphone können Sie rasch eine Idee in einer Liste notieren – oder Sie nehmen Block und Stift. Wenn Sie dann in Ihrem Kalender sehen, dass Sie heute „dran“ sind mit einem neuen Blogartikel, können Sie sich von Ihrer Liste inspirieren lassen.
  • Denken Sie daran, dass Ihre Leser für kurze Artikel dankbar sind! Das kennen Sie von sich selbst: Sie finden eine interessante Überschrift zu einem Thema, öffnen den Link und denken „Ach herrjeh, ist das viel zu lesen“. Tatsächlich wünschen sich die Menschen häufig kurze Informationen, Inspirationen, Bestätigungen, Emotionen – und Sie haben nicht so viel Arbeit! Verweisen Sie doch einmal auf ein tolles Video, schreiben Sie eine kurze Lebensweisheit, teasern Sie einen Artikel eines anderen Bloggers oder einer Zeitung an, fassen Sie etwas zusammen – Ihre Leser werden es Ihnen danken, wenn Sie einfach mal Blogartikel schreiben wie „verlängerte Posts“ – 200 Wörter reichen völlig. Und natürlich kann man einfach mal ein paar Fotos mit Text versehen – gerade dieser crossmediale Content ist ja das Einzigartige an Blogs!

Allgemeines zu Struktur und Ordnung im Social Media Marketing

Zu Facebook, Blog und Newsletter kommen ja noch Xing, Twitter, Google+, Foursquare, Pinterest und womöglich weitere Netzwerke hinzu! Nicht zu vergessen die vielen E-Mails, die ebenfalls Sorgfalt und zeitliche Nähe der Beantwortung erfordern. Hier also ein paar allgemeine Tipps, wie man den Tagesablauf so organisiert, dass man nicht in Überforderung und Chaos versinkt:

  • Morgens, mittags, abends – alles Weitere ist Kür: Morgens vor, bei oder nach dem Frühstück sollte man die Mails und die Aktivitäten in sozialen Netzwerken kurz kontrollieren. Ebenfalls zu einer bestimmten Zeit am Mittag – und dann noch einmal nach Dienstschluss bzw. am späten Nachmittag. Das ist machbar und gibt Ruhe. Tatsächlich führt kein Weg daran vorbei, dreimal täglich zu kontrollieren, da in der heutigen Zeit die Kunden/ Interessenten/ Netzwerkpartner erwarten, dass man zeitnah auf ihre Mails, Posts, Nachrichten reagiert. Lockerer ist es nur bei Twitter – dort kann man ruhig mal übersehen, wenn man in einem Tweet erwähnt wurde. Das Medium ist so rasend schnell, dass die einzelnen Tweets nicht so bedeutungsschwanger sind.
  • Einen Mitarbeiter beauftragen bzw. externen Dienstleister hinzunehmen: Natürlich kann ein Handwerker, der auf der Baustelle ist, nicht morgens, mittags und abends seine digitale Kommunikation kontrollieren! Auch in vielen (den meisten) anderen Berufen ist das nicht möglich. In diesen Fällen muss schon in der Strategie festgelegt sein, wer diese wichtige Aufgabe übernimmt. Denn das „Morgens, mittags, abends“ ist nun mal Voraussetzung für den Dialog im Web. Meistens erfordert ein effektives Social Media Marketing zwei Stunden täglich (bei kleineren Unternehmen), diese müssen gewährleistet sein, wenn man wirklich Marketing-Ziele verfolgt.
  • Den Beauftragten absolutes Vertrauen entgegenbringen und Ansprechpartner bleiben: Social Media Marketing erfordert Spontanität und zeitnahe Reaktionen. Das funktioniert nur, wenn man selbstständig handeln kann, ohne die Artikel, Posts, Reaktionen ständig absegnen lassen zu müssen. Natürlich können Blogartikel den Vorgesetzten/ Kunden zunächst vorgelegt werden, doch auch dann sollten sich die Auftraggeber bemühen, so wenig wie möglich zu kritisieren bzw. zu korrigieren. Social Media braucht Kreativität und Freiheit. Die Schere im Kopf zerstört die Unbefangenheit ud führt dazu, dass die Produktivität enorm sinkt. Darum sollte die allererste Regel sein: Wer etwas tut, erhält Respekt, Dankbarkeit und Anerkennung. Das beflügelt und lässt Ideen wachsen und gedeihen.

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Social Media for Beginners – in 10 Kapiteln:

  1. Wie fang ich an – Xing?
  2. Wie fang ich an – Facebook?
  3. Wie fang ich an – Bloggen?
  4. Das Kapitel für die Social Media Verweigerer
  5. Social Media und Privatsphäre
  6. Zielsetzungen für Social Media
  7. Die Social Media Strategie
  8. Struktur und Ordnung für Social Media Marketing
  9. Dos and Don’ts im Social Media
  10. Erfolgsmessung und ständige Verbesserung

 

 

 

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