Social Media Buch Teil 17: Twitter „danach“ – Monitoring und Auswertungen

Wenn man Twitter für Marketing-Aktivitäten und PR einsetzt, muss man natürlich auch überprüfen können, was Twittern nun wirklich bringt. Die gesteckten Ziele werden mit der tatsächlich erfolgten Entwicklung verglichen. Unzählig viele Monitoring-Tools geben genauen Aufschluss über sämtliche Kommunikations-Aktionen rund um den eigenen Twitter-Account – und auch Wettbewerber und Influencer können beobachtet und ausgewertet werden. Im Folgenden stelle ich einige praktische, kostenlose Monitoring-Tools vor.

Fünf gute Gründe, Monitoring bei Twitter zu betreiben

1. Wer folgt mir?
Um zu sehen, wie viele Twitterer dem eigenen Account folgen, muss man nichts auswerten – das ist ja ganz offen direkt auf der Twitter-Homepage einsehbar. Doch um zu sehen, wer von denen, denen man selbst folgt, auch zurückfolgt – da braucht man schon ein Zusatzprogramm, und das ist sehr sinnvoll

2. Retweets
Follower und Follwings sind zwar spannende Größen (es sieht wirklich immer etwas dumm aus, wenn man selbst viel mehr Accounts folgt, als andere zurück), aber wirklich spannend ist, wie oft man „geretweetet“ wurde – also wie häufig andere Twitter-User einen Tweet (meistens einen Link, ein Foto oder einen wirklich guten Spruch) so interessant fanden, dass sie ihn an die eigenen Follower weitergeleitet haben. Nur über dieses Retweet entsteht der „virale Effekt“ – nur so kann aus einer winzigen 140-Zeichen Botschaft ein Sturm entstehen…

3. Themen und Hashtags-#
Nicht nur Follower und Followings sind wichtig bei Twitter, sondern auch die Themen, über die gerade geschrieben und diskutiert wird. Themen bringen Gleichgesinnte zusammen, über Themen finde ich die jeweiligen Influencer, finde Neuigkeiten, Freunde, Kooperationspartner, Termine, Tipps, Hintergrundinformationen und auch womöglich Kunden…

4. Tweet-Marktforschung
Spannend ist es zu beobachten, welche Tweets welche Reaktionen auslösen. Manchmal schreibt man einen kleinen Beitrag, ohne sich viel dabei zu denken – und plötzlich hat man genau deswegen 20 neue Follower! Oder man wagt es einmal, eine unverblümte Werbebotschaft zu twittern – und direkt „entfolgen“ viele enttäuscht meinem Account, da ja die meisten Twitter-User sehr empfindlich auf Werbung reagieren.

5. Twitter-Reputation
Wer bin ich auf Twitter? Wie gern würde man die Gelegenheit haben, sich selbst bei Partys zu analysieren, nach Beliebtheit, Gesprächsdauer, Gesprächspartnern, dem Einfluss der Gesprächspartner, und den besonderen Vorzügen, die ich als Partygast aufweisen kan. Doch das ist kaum möglich. bei Twitter hingegen kann ich das tatsächlich anhand meiner Tweets, meiner Follower und Followings, und anhand der Interaktionen analysieren. Eine sehr spannende Geschichte, die viel Aufschluss mit sich bringt.

Twitter Monitoring-Tools ganz praktisch als Marketing-Instrument

Je mehr ich Twitter fürs Business nutze und je mehr ich es professionell verwende, desto unerlässlicher ist das Twitter-Monitoring. Desto unerlässlicher ist aber auch die Strategieplanung und die permanente Evaluation. In den USA bieten viele Anbieter schon einen Kundensupport über Twitter an – hier ist ein tägliches Monitoring selbstverständlich.

Monitoring-Fragen bei einer Twitter-Hotline

Wer nutzt die Twitter-Hotline? Welche Fragen werden gestellt? Sind die Antworten befriedigend für den Kunden? Wie häufig wird der Kommunikationskanal gewechselt, um individuell auf Anfragen und Verträge reagieren zu können (E-Mail, Telefon, Direct Message bei Twitter selbst). Wie häufig wird Kritik geübt? Wie reagieren andere Twitter-Follower? Wie entwickelt sich die Anzahl der Follower? Woher kommen sie und wodurch verlassen sie wieder den Account?

Werbung auf Twitter

Andere Unternehmen verbreiten Sonderangebote, Schnäppchen und Rabattaktionen über Twitter. Hier fragt man sich, ob die Kunden, die über Twitter gewonnen werden, auch weiterhin Kunden bleiben? Oder ob es Menschen sind, die von Angebot zu Angebot jagen und dem eigenen Unternehmen mehr schaden als nutzen. Man will wissen, ob sie auch Facebook-Fan werden, ob sie lieber Facebook oder Twitter für die Kommunikation mit dem Unternehmen nutzen, ob es virale Verbreitungen der Angebote gibt – und wenn ja, wie, wie schnell, wohin und von wem?

Twitter und Imagepflege

Die meisten Unternehmen wollen ganz einfach die Bekanntheit ihrer Marke über Twitter verbreiten, wollen Kompetenz und Unternehmenskultur zeigen, wollen über Sympathie und Vertrauen die wichtigen Meinungsbildner für sich gewinnen und dank deren Unterstützung über Umwege die wirklichen Kunden (die häufig überhaupt nicht bei Twitter sind) erreichen. Sie wollen über Tweets und angesagte Twitter-Themen Suchmaschinenoptimierung betreiben und Traffic auf ihre Website ziehen. Sie wollen mitreden und wollen von wichtigen Veranstaltungen erfahren, zu denen sie dann auch gehen – um wieder mehr in der Szene integriert zu sein.

Follower/ Followings – wer folgt zurück?

Es gibt einige Twitter-Zusatzprogramme, bei denen man einstellen kann, dass man täglich automatisch  x Twitter-Accounts mit diesen und jenen Attributen folgt. Das Programm überprüft nach einigen Tagen, ob die neuen Followers denn nun auch zurückfolgen. Wenn nicht, entfolgt man ihnen auch automtisch wieder. Das ist eine unschöne Sitte, aber mit Monitoring-Tools, die einem zeigen, wer „entfolgt“ hat, kann man diesen dann auch wieder entfolgen. So bleibt die Twitter-Bilanz sauber.
FriendorFollow.com ist hierfür bestens geeignet. Sollte man mindestens einmal monatlich anschalten, wenn man sehr vielen Twitter-Accounts folgt, auch häufiger.

Twitter-Reputation: Wer bin ich, wer mag mich und wen mag ich?

Besonders hübsch, übersichtlich, beliebt und praktisch ist Klout, ein ebenfalls kostenloses Tool, mit dem ich sowohl meine eigene Twitter-Reputation als auch die von anderen beobachten kann. Bei Klout (zurzeit noch in der Beta-Version) gibt es verschiedene Abstufungen in der „Twitter-Hierarchie“, man erhält einen Punktewert und einen Rang. Man kann erkennen, zu welchen Themen man Einfluss hat und welche einflussreichen Twitterer einem folgen – und Tweets weitergereicht haben.
Beta.Klout.com

Twitter-Themen finden – Leute finden – Infos finden

Search.Twitter gehört schon länger direkt zur Firma Twitter. Bei Search.Twitter kann ich nach Ländern und Sprachen gefiltert Themen finden, über die getwittert wird. Besonders wenn ich mich für Nischenthemen interessiere (wie Klassische Musik, ägyptische Geschichte, Farbgestaltung, progessive Muskelentspannung…), kann ich sehr schnell erkennen, wer bei Twitter ein „Influencer“ zum jeweiligen Thema ist, wer hier federführend ist und Einfluss auf viele andere Interessierte hat. Ich kann aber auch erkennen, welche Themen im Moment die Twitter-Gemeinde bewegen, und mir so Trends und Hypes zunutze machen – indem ich mich der Echtzeit-Diskussion anschließe und darüber vielleicht neue Follower gewinne.
Search.Twitter.com

Twitter-Marktforschung mit TweetEffect

Ich muss sagen, dass ich von TweetEffect wirklich beeindruckt – und beeinflusst bin. Ich konnte hier so genau nachvollziehen, wie unbeliebt Werbebotschaften bei Twitter sind, und wie beliebt emotionale Tweets und Themen sind, dass sich schon mein Tweet-Verhalten etwas verändert habe. Wenn man es irgendwie über sich bringt, lohnt es sich tatsählich, über sich persönlich zu schreiben. „Wenn Du nicht das Herz berührst, bleibt alles Werben vergebens“. Die Auflistung der Tweets bei TweetEffect zeigt dem Nutzer, bei welchen Tweets neue Follower hinzugekommen sind – und bei welchen Tweets spontan entfolgt wurde und wie oft. Das ist wohl das beste Marktforschungstool, das man sich wünschen kann – und mal wieder völlig kostenlos, einfach klasse
www.tweeteffect.com

Selbstverständlich gibt es noch unzählicge weitere Tools zu Twitter, wer Interesse daran hat, googlet einfach „Twitter Monitoring Tools“ und wird reichlich fündig. Allerdings sollte man bei Google hinzufügen (weitere Optionen bei der Suche), dass man nur Beiträge des letzten Jahres angezeigt bekommen möchte. Denn viele Tools werden nur eine Zeit lang gepflegt und schlafen dann wieder ein, da sie ja selten in irgendeiner Form Gewinne bringen. Da vergeht irgendwann die Lust und das Tool veraltet.

Und natürlich gibt es auch viele kostenpflichtige Tools, und Tools wie Icerocket, die das komplette Social Media Verhalten berücksichtigen. Aber da will ich in einem späteren Kapitel vorstellen. Das Thema „Twitter“ ist hiermit abgeschlossen. Im nächsten Kapitel wenden wir uns Facebook zu – dem drittgrößten Land der Erde – nach Mitgliederzahl…

Dies war der 17. Teil aus dem Social Media Buch von Eva Ihnenfeldt, das nach und nach hier erscheint.

Die vorläufige Gliederung des Buchs finden Sie hier:

Social Media Buch

Autorin ist

Eva Ihnenfeldt
PR-Agentur und Social Media Agentur SteadyNews
Rheinlanddamm 201
44139 Dortmund
Tel.: 0231/ 77 64 150
E-Mail: [email protected]

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

2 thoughts on “Social Media Buch Teil 17: Twitter „danach“ – Monitoring und Auswertungen

  • Reply Ralf R. Wenda 19. Juni 2011 at 20:32

    Das schönste Ergebnis bei einem Monitoring sind doch die zu Stande gekommenen Aufträge.

    • Reply Eva Ihnenfeldt 20. Juni 2011 at 07:30

      Ja, und wie es immer und fortwährend mehr wird, weil der Bekanntheitsgrad und die Reputaion steigen – es lohnt sich wirklich!

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