Social Media für StartUps: Script zum Vortrag von Eva Ihnenfeldt

Da ich zu der Erkenntnis gekommen bin, dass Powerpoint-Folien tatsächlich eher für visuelle Eindrücke gut sind als für Script-Stichpunkte, nehme ich die SteadyNews, um mein Script für den sechzigminütigen Start2Grow Vortrag am 12. Dezember vorzubereiten. So können alle Zuhörer – und jeder weitere Interessierte – über den Link zu diesem Artikel darauf zugreifen. Die Gliederung des Vortrags ist folgendermaßen:

  • Definition und Charakter von Social Media
  • Welche Ziele lassen sich mit Social Media verfolgen?
  • Verschiedene Social Media Kanäle, verschiedene Kulturen
  • Braucht man als Unternehmen unbedingt Facebook?
  • Praxistipps für die Einführung von Social Media Marketing

Definition und Charakter von Social Media

Web 2.0 – das „Mitmachnetz“:

2003 erstmals öffentlich erwähnt: im Dezember 2003 in der US-Ausgabe „Fast-Forward 2010 – The Fate of Web_2.0IT“ der Zeitschrift CIO in dem Artikel „2004 – The Year of Web Services“ von Eric Knorr, Chefredakteur des IDG Magazins InfoWorld (Quelle: Wikipedia)

Kollaboratives Arbeiten über internetbasierte Anwendungen: Webuser können sich untereinander vernetzen, können selbst publizieren, können Dateien austauschen, verbreiten, teilen, gemeinsam bearbeiten. Empfänger werden zu Sendern. In Echtzeit weltweit.

Wikis, Blogs, soziale Netzwerke, Foren, Microblogs, Media Sharing, Social News, Podcasts, virtuelle Welten

Social Media: zielgerichtete Nutzung des Web 2.0

  • Bürgerliches, gesellschaftliches Engagement/ Teilhabe an Veränderung
  • profitorientiertes Engagement/ Social Media Marketing

Vorteile gegenüber klassischen Massenmedien: Auch ohne hohe finanzielle Marketing-Budgets durchführbar. Kunden und Influencer werden eingebunden (Prosumer). Unternehmen kann Daten sammeln, analysieren, verwenden, weitergeben

Nachteile gegenüber klassischen Massenmedien: Bindet viele Ressourcen, hoher zeitlicher Aufwand, muss häufig unternehmensintern durchgeführt werden. Datenflut ist zusätzliche Belastung. Kontrolle geht verloren.

Welche Ziele lassen sich mit Social Media verfolgen?

AIDA:
Aufmerksamkeit (Attention), Interesse (Interest), Wunsch (Desire), Handlung (Action)

Suchmaschinenoptimierung:
Links, Likes, Shares: Reichweite, Verlinkungen aus sozialen Netzwerken heraus, Content-Marketing in sozialen Netzwerken, Einfluss auf das Ranking durch Likes und Shares, virale Verbreitung von interessanten Inhalten (Text, Bild, Video, Audio)

Kundensupport:
Dialogorientiertes Social Media Marketing als Service-Kanal, um Kunden zu binden, potentielle Kunden zu beeindrucken, selbst durch Kundenanfragen zu lernen, Produktentwicklung zu unterstützen

Recruiting/ Employer Branding:
Im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter über Transparenz, Glaubwürdigkeit, Vertrauen und „Mund-zu-Mund-Propaganda“die eigene Arbeitgeber-Marke weiterentwickeln

Stakeholder-Marketing:
Kontakt mit externen Institutionen und Menschen pflegen, die auf die Unternehmensentwicklung Einfluss nehmen: Journalisten, Blogger, Unterstützer, Geldgeber, öffentliche Stellen etc.

Interne Unternehmenskommunikation:
Optimierung der Unternehmenskommunikation und des kollaborativen Arbeitens durch socialmediabasierte Tools und Strukturen – Enterprise 2.0

Business Intelligence/ Big Data:
permanente Markt- und Wettbewerbsanalyse, Kunden- und Lieferanten-Beziehungsmanagement (Social CRM), Monitoring/Controlling, Marktforschung, Prozessoptimierung

Verschiedene Social Media Kanäle, verschiedene Kulturen

  • WhatsApp
  • Facebook
  • Xing
  • Linkedin
  • Instagram
  • Google+
  • Twitter
  • Tumblr
  • Pinterest

WhatsApp (Facebook-Unternehmen): Ca 32 Mio. Nutzer in Deutschland. Wunsch nach Intimität in der Kommunikation. Mehr Vertrauen als zum Facebook Messenger. App macht Spaß – ist leicht zu bedienen. Weiterentwicklung der SMS?

Facebook: Ca 28 Millionen Nutzer in Deutschland. Außer in China und Nordkorea weltweit das größte soziale Netzwerk – auch in Russland! Privates Netzwerk, Sichtbarkeit lässt sich individuell einstellen. Facebook Messenger ähnlich wie WhatsApp – aber auch vom Desktop aus nutzbar. Nutzung je nach Kultur sehr unterschiedlich. In Deutschland ist das Misstrauen bei Offenlegung privater Daten besonders hoch.

YouTube: 21,4 Millionen Besucher im Monat in Deutschland. Deutschlands beliebtester YouTuber ist Gronkh (Lets Play Videos). Mit ca 1 – 2 Mio. Videoaufrufen monatlich kann man evtl. davon leben. 61,5% der 1.000 beliebtesten Videos weltweit sind in Deutschland nicht abrufbar. Marketing: Unterhaltsam, kurz, Social-Media vernetzt, jederzeit abrufbar

Xing: Business-Netzwerk mit Sitz in Hamburg. In Deutschland ca 6 Millionen Mitglieder In DACH-Region 8 Mio.). Nutzen: Elektronisches Visitenkartenverzeichnis, Stellenmarkt, Events, Gruppen, Nachrichten im beruflichen persönlichen Umfeld. Viele Suchfunktionen, Einsatz in B2B-Marketing und Vertrieb möglich

LinkedIn: US-Business-Netzwerk. Global Player mit 380 Millionen Mitgliedern. In der DACH-Region ca 6 Millionen Mitglieder, Tendenz steigend. Konzerne bevorzugen LinkedIn – sind seltener auf Xing. Internationale Kontakte knüpft man bei LinkedIn. Links werden mit Vorschau angezeigt. „Fremde“ kontaktieren geht höchstes über gemeinsame Gruppenmitgliedschaften. Premium-Mitgliedschaft teurer als Xing (mind. 21,99 Euro monatlich), mehr Entscheider-Plattform als Xing

Instagram (Facebook-Unternehmen): Beliebt bei jungen Leuten bis 25 Jahren (vor Allem bis 19 Jahre). 3,4 Mio. Nutzer in Deutschland, etwas mehr Frauen als Männer. Nutzen in der viralen Verbreitung von Fotos und im Finden von spannenden, attraktiven, nützlichen Fotos (z.B. von fremden Orten). Hashtag-basiert. Spielerisch durch Filter. Auch kurze Videos.

Google+: Im November Relaunch: Ausrichtung auf Themen-Communities. Ca 1,3 Millionen aktive Nutzer in Deutschland. Interessant wegen der Hashtag-Suche, den Sammlungen und „Google My Business“. Google+ Posts erscheinen mit Autorenbild bei der Googlesuche von Google+-Kontakten.

Twitter: Ca 3 Millionen Twitter-Accounts und 1,5 Millionen Nutzer in Deutschland. Davon sind etwa 880.000 Twitteraner aktiv. Themen sind Medien: Social Media, Internet, IT, TV, Journalismus, Musik, Film/Fernsehen, Essen & Trinken, Fußball. Twitteraner sind häufig männlich, gebildet, Blogger.

Tumblr: Publizieren und Teilen von kurzen Texten, von Bildern, Videos und Audios sehr leicht von allen Endgeräten aus. Seit Kurzem auch mit Massaging-Funktion. Mischung aus Mikro-Blogging-System und sozialem Netzwerk. International ausgerichtet, junge Zielgruppe. Man kann folgen, liken, teilen. Rebloggen von Beiträgen anderer Tumblr-Blogger möglich.

Pinterest: Sammlungen von Bildern, Kuratierdienst. Interessenbasierte Bilderplattform mit Alben (Boards). Nahezu jedes Bild (Pin) ist mit einem Link verknüpft. Bilder führen Kunden in den Shop und auf die Website. Pinterest ist eine „visuelle Linksammlung“.

Braucht man als Unternehmen unbedingt Facebook?

Facebook Profil, Facebook Events, Facebook Fanpage, Facebook Gruppen.

  • Frage: Wie wirkt ein B2C-Unternehmen, das nicht auf Facebook vertreten ist?
  • Frage: Wie wirkt ein B2B-Unternehmen, das nicht auf Facebook vertreten ist?
  • Frage: Warum schätzen Interessierte und potentielle Kunden Facebook-Fanpages?
  • Frage: Was sind die Mindestanforderungen, die ein Besucher vom Facebook-Auftritt erwartet?

Vorteile (auch für B2B-Unternehmen)

  • Unternehmen wirkt modern, up to date
  • Unternehmen gibt Einblick in Interna
  • Unternehmen ist dialogorientiert
  • Unternehmen gibt emotionale Anreize
  • Unternehmen kann Beliebtheit und Reichweite demonstrieren
  • Unternehmen kann Werbung schalten speziell für die Zielgruppe
  • Unternehmen kann Veranstaltungen bewerben
  • Unternehmen kann bewertet werden (Facebook Orte)

Praxistipps für die Einführung von Social Media Marketing

  1. Wissen erwerben: Bücher lesen, News von Blogs und Zeitungs-Kategorie „Digitales“ zusammenstellen. Evtl. Schulungen besuchen. Ca 16 Stunden Schulung können ausreichen, um zu starten. Verstehen, was intern bleiben muss und was ausgelagert werden könnte – bzw. was nicht unbedingt „Chefsache“ ist. Achtung: Social Media ist sehr zeitintensiv, wenn es erfolgreich sein will. Der Realität ins Auge sehen.
  2. Erst Accounts einrichten, wenn das Grundlagen-Wissen da ist! Häufig sind URL’s entscheidend und auch andere Einstellungen (z.B. in der Facebook-Fanpage), die nachträglich nicht mehr korrigiert werden können. Den eigenen Namen (das eigene Corporate Design) in den verschiedenen Social Media Kanälen sichern. Bei Twitter ist das „In-Besitz-Nehmen“ eines anonym erstellten Twitter-Accounts sehr schwierig.
  3. Ausprobier-Phase: Sich zunächst ein Netzwerk vornehmen und dort täglich üben. Am besten das Netzwerk zur Startseite machen und sich täglich ca 1 Stunde Zeit dafür nehmen. Mobile Nutzung probieren (z.B. beim Fernsehen…). Evtl. nach einiger Zeit ein zweites Netzwerk hinzunehmen.
  4. Nach der Ausprobier-Phase eine Social Media Marketing Strategie erstellen. Mit klarer Zeitplanung, die eingehalten werden sollte und realistischen Zielvorgaben. Ziele, Markt- und Wettbewerbsanalyse, Zielgruppen, USP, Strategie, Maßnahmenplanung, Monitoring
  5. Nach spätestens sechs Monaten Strategie überprüfen und anpassen.

strategie

 

 

 

 

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.