Studie 2014: Wie Deutsche soziale Netzwerke nutzen

Privates Nutzerverhalten, Datensicherheit, soziale Netzwerke im Bewerbungsprozess… Der TÜV Nord hat für Burda Media eine ausführliche Studie zum Verhalten der Deutschen in sozialen Netzwerken erstellt. Gleichzeitig gab Hubert Burda Media eine repräsentative Umfrage beim Meinungsforschungsinstitut „Statista“ in Auftrag. Die Ergebnisse sind sehr interessant! Facebook macht die meiste „Arbeit“, XING wird intensiv von Personalern bei der Stellenbesetzung genutzt.

Viele halten ihr Profil in sozialen Netzwerken für unverzichtbar

Viele halten ihr Profil in sozialen Netzwerken für unverzichtbar

Zunächst eine kleine Überraschung: Facebook User und XING User sind durchschnittlich gleich alt – und sind im Schnitt im Frühjahr 2010 den jeweiligen Netzwerken beigetreten. LinkedIn User (Frühjahr 2011) und Google+ Nutzer (Herbst 2011) sind hingegen jünger als Facebook und XING-Mitglieder.

Bei XING haben die Nutzer die meisten Kontakte (169), bei Facebook sind es im Schnitt 160. Für den Kontakt mit privaten Freunden halten 18 Prozent der deutschen Facebook-Nutzer ihre Profile für unverzichtbar, bei Google+ sind es sieben Prozent, bei Xing und Linkedin jeweils drei Prozent.

Das private Netzwerk Facebook beschäftigt seine Nutzer am meisten. 24 Prozent gaben an, dass ihr Facebook Profil „umfangreich“ oder sogar „sehr umfangreich“ ist. Etwa jeder Fünfte aktualisiert sein Facebook-Profil sehr häufig.

Allerdings waren von allen Social-Network-Usern die Facebook Mitglieder am unzufriedensten und gaben am häufigsten an, schon schlechte Erfahrungen mit Facebook gemacht zu haben – vor Allem mit Werbung und/ oder einem schlechten Kundenservice.

Auch bei LinkedIn, dem US-Business-Netzwerk, gab es häufig Beschwerden. So erlebten LinkedIn Nutzer, dass ohne ihre InfografikEinwilligung Kontaktanfragen von ihrem Profil aus versendet wurden. Auch werden Nutzer von LinkedIn immer mal wieder aufgefordert, ihre Adressbücher und Postfächer nach Kontakten durchsuchen zu lassen – wertvolle Informationen für den Anbieter!

Xing hingegen als einziges deutsches Netzwerk schneidet in Bezug auf Seriosität weitaus besser ab als die drei US-Netzwerke Facebook, Google+ und LinkedIn. Auch für Personaler ist XING wichtig geworden – jeder dritte Personaler erforscht XING nach geeigneten Bewerbern. Zwar untersuchen mehr als 50 Prozent der Personaler auch gern die Facebook Profile – aber weniger wegen der Qualifikation, sondern wegen dem Charakter des potentiellen Mitarbeiters. XING schneidet bei der TÜV-Studie übrigens in Bezug auf Datensicherheit gut ab: XING bietet eindeutige Regeln und eindeutige Zuständigkeiten beim Datenschutz.

Die Schulbildung von Xing- und LinkedIn-Nutzern ist besonders hoch. LinkedIn hat den höchsten Anteil an Hochschulabsolventen. Für mich das interessanteste Ergebnis der Studie: Für Karriere und Business sind Xing und (im internationalen Bereich) LinkedIn richtig wichtig – schade dass Studenten und Hochschulabsolventen das so wenig nutzen.
Link zur Infografik

Quelle: Hubert-Burda-Media

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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3 thoughts on “Studie 2014: Wie Deutsche soziale Netzwerke nutzen

  • Reply Peter Dieck 1. November 2014 at 19:00

    Das gute Abschneiden von XING ist keine Überraschung, denn die Studie ist von der Burda Media beauftragt, die gleichzeitig Mehrheitseigentümerin von XING ist.

    Seit der Übernahme durch Burda hat bei XING aus meiner Sicht als langjähriger und intensiver Premium-Nutzer eine überhastete Entwicklung begonnen, die ohne Rücksicht auf Kundenbedürfnisse nur noch auf bunte Effekthascherei und Umsatztreiberei abzielt.

    Eine unprofessionell entwickelte, fehlerhafte und kaum getestete Funktion jagt die nächste. Kundenbeschwerden werden ignoriert bzw. klein geredet. Insbesondere die Kundenservice-Wertung verstehe ich daher nicht.

    Eine Wertung zur Internationalität fehlt. Gegenüber LinkedIn oder Facebook hat XING hier etwas Nachholbedarf.

    Hoffen wir, dass es wenigstens beim bislang wirklich guten Datenschutz bleibt.

    Kein Wunder aber, dass niemand auf sein XING-Account verzichten möchte, da hier oft viel Arbeit investiert wurde. Ein klassisches „Lock-in“-Produkt.

    • Reply Eva Ihnenfeldt 2. November 2014 at 14:25

      Danke für die wichtige Ergänzung. Ich selbst bin da subjektiv, da ich mich tatsächlich in einem Netzwerk wohler fühle, das kontrollierbar, datenschutzkonform und mit wirklichem „Verstandes-Sinn“ behaftet ist. Smalltalk und Catcontent liegt mir nicht, und die Timeline-Algorithmen von Facebook sind mir unheimlich. Drum danke!

  • Reply Peter Dieck 2. November 2014 at 19:03

    XING ist im Vergleich mit den anderen genannten immer noch das brauchbarste Soziale Netzwerk.

    Es hat aber leider von seinen anfänglichen Vorzügen einige durch m.E. verfehlte Entwicklungsstrategie und mangelhaftes Produktmanagement selbst wieder zunichte gemacht.

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