Thorsten Hülsberg: „Wie man mit einem Blog Geld verdient…“

Thorsten Hülsberg ist Künstler. Er lebt in Köln-Ehrenfeld und kann ganz gut von seinem Schaffen und Kunst-Projekten leben – doch seit etwa zwei Jahren hat er noch eine zweite Einnahmequelle: seinen Blog. Angefangen hatte alles mit einem Hobby: er wollte einfach nur seine Meinung schreiben und mit Lesern diskutieren – doch zu seinem großen Erstauen wurde aus der Freizeitbeschäftigung ein  Einkommen. Wie es dazu kam und was man dafür braucht, erzählt er Steady News.

Frage: Thorsten, was wünscht Du Dir?

T. Hülsberg: dass der Erfolg sich weiter so entwickelt wie er es in den letzten fünf Jahren getan hat, und ich meine Träume und Wünsche umsetzen kann!

Frage: Was genau ist der Erfolg?

T. Hülsberg: Ich erreiche jeden Tag mehr Menschen. Ich stagniere nicht, ich baue über verschiedene Bausteine Tag für Tag meinen Raduis aus – auch wenn ich hier und da mal jemanden verliere – aber (mit Augenzwinkern) ich habe natürlich noch Einiges zu tun, bis ich die ganze Welt erreiche…

Frage: Du hast ja nun drei Standbeine, welche sind das und wovon lebst Du?

T. Hülsberg: Ich lebe aus allen drei Töpfen:
1. Thorsten Hülsberg, der bildene Künstler, der seine Bilder über das Internet, über Ausstellungen und Galerien verkauft
2. Das zweite Standbein ist „Art of Europe“. Seit 2004 reise ich kreuz und quer durch Europa und dokumentiere Kunst und Kultur. Geld verdiene ich zum Beispiel damit, dass ich über Künstler schreibe, die mich dafür bezahlen – irgendwann wird aus „Art of Europe“ ein ganzheitliches Werk entstehen. „Art of Europe“ ist zur Zeit vor allem dafür da, mich als Künstler weiterzubringen.
3. „Fairschreiben.de“ ist ein drittes Standbein geworden, wo ebenfalls Einnahmen mit generiert werden. Es begann vor zwei Jahren als rein politisches, gesellschaftskritisches Hobby – nun ist es erfolgreich geworden und wird richtig gut besucht.

Fairschreiben macht Spaß und ist ausbaufähig. Es hat natürlich auch Bezug zu meinem Künstlerdasein, ist aber als journalistische Plattform doch relativ unabhängig davon. Fairschreiben finanziert sich über Werbung.

Frage: Wie hast Du aus Deinem „Hobby“ eine Einnahmequelle gemacht?

T. Hülsberg: durch Fleiß, durch das dementsprechende Nutzen von Social Bookmarks (Google, Yahoo, Mr. Wong etc.) – durch den Aufbau einer regelmäßigen Leserschaft. Denn desto mehr Leser, desto bessere Vermarktung.

Frage: Wie bookmarkt man denn?

T. Hülsberg: Beispiel Delicious: ich melde mich an und habe einen Account. Ich verfasse einen Artikel, gehe auf meinen Delicious-Button und schreibe: „Heute können Sie einen Beitrag über x lesen“ Bei jedem Account schreibe ich ein bisschen was anderes, um doppelten Content zu vermeiden. Jeden Tag bediene ich alle 20 Accounts, verwende etwas unterschiedliche Anreißer.

Google hat einen besonders effektiven Bookmark-Service. Bei „Kontoeinstellungen“ gehe ich auf „Bookmarks“, dann auf URL, Überschrift, Tags, Leadtext.

Zum Zweiten kommentiere ich in fremden Zeitungsartikeln. Das hatte ich anfangs völlig unterschätzt. Perfekt ist es, jeden Tag zwei themenspezifische Kommentare zu meinen Artikeln zu verfassen. Ich suche die Zeitungsbeiträge über die entsprechenden Keywords bei Google – natürlich die oben gelisteten.

Wichtig ist die Vorgehensweise der Zeitung: wenn nur die eMail-Adresse als Absender eingegeben werden kann, ist es uninteressant. Doch wenn die eigene URL eingetragen werden kann, kommentiere ich und setze die URL meines Artikels ein.

Das ist eben das Thema Fleiß: ich sammle zu jedem Beitrag von mir so viele Backlinks wie möglich von wichtigen Seiten: Bookmarks, Bewertungen, Kommentare. Neben Google Bookmarks sind besonders interessant:

Yigg
Yahoo
Infopirat

Webnews

Gerüchten zufolge wurde Webnews von den Lokalisten.de aufgekauft. Ich setze da heute meinen Bookmark zu Thema x ein. Jeder kann bei Webnews meinen Anreißertext bewerten. Daraus ergibt sich das Ranking. Bei tagespolitischen Themen kann ich mich darauf verlassen, dass die Leadtexte bewertet werden.

Bei manchen Bookmark-Services kann man so viele Tags eingebn, wie man will. Jeder Tag ist ein Backlink! Dort gebe ich bis zu 150 Tags ein, die sinnig sind – sonst wäre die Absprungrate auf meinem Blog zu hoch.

Vorsicht: man darf nie nachträglich die eigenen URL’s verändern, sonst sonst bekommt man „404-Error“ – das kann auf Dauer zu Schwierigkeiten mit Google führen.

Natürlich kontrolliere ich täglich die Seitenzugriffszahlen unter Google Analytics und Semmelstats. Zwar sind beide Statistiken ähnlich, doch trotzdem völlig abweichend voneinander. Es ist aus mehrfacher Hinsicht wichtig, beide Tools zu integrieren: Webnews zum beispiel zieht sofort verstärkte Zugriffe bei beiden Tools nach sich.

So, nun kommen wir vom Unpersönlichen zum Persönlichen: Ich nutze zur viralen Verbreitung meines Blogs Twitter, Facebook und Xing. Vor allem Xing, die Business-Community, ist ein tägliches Muss: ich baue meine Kontakte auf (zurzeit 1.800 Kontakte) und nutze sie. Bei Twitter habe ich 140 Follower (ich folge etwa 140) und bei Facebook etwa 520 Freunde – alos erreiche ich persönlich insgesamt etwa 2.100 Menschen.

Das ist für mich noch spannender als die Bookmarkerei. Hoer treffe ich die Menschen, die sich für das interessieren, was ich mache. Denn diese Menschen wissen, wer ich bin und sie wissen, was sie erwartet. Die Absprungrate dieser Leser ist viel geringer.

Außerdem kommunizieren wir an Google vorbei, was ich sehr schön finde. Ich bestimme selbst, was passiert und was bei wem erscheint.

Frage: Wie baust Du Xing auf und wie nutzt Du diese Plattform?

T. Hülsberg: Am Anfang habe ich Freude und bestehende Kontakte gesucht und gefunden. 150 Kontakte erschienen mir damals noch sehr viel. Das sind die:

1. persönlichen Kontakte. Hinzu kommen die

2. Fremde „mit gemeinsamen Nenner“. Ich kontaktiere etwa Journlisten, Menschen mit politischem Interesse – schreibe sie zielgerichtet auf ihre Stichworte hin an. Fast alle sind Drittkontakte meiner Kontakte – so hat man einen gemeinsamen Nenner. Diese Drittkontakte erfahre ich über meine Statusmeldeungen auf der Startseite.

Was ich noch tue: jeden 1. des Monats stelle ich ein neues Profilfoto ein. Auch mit anderen Methoden aktualisiere ich immer mal wieder meine Statusmeldeungen. Und ich schaue nach, wer mein Profil besucht hat. Ich verfolge, wie diese Xing-Mitgieder auf mich gekommen sind und schreibe sie an. 70 bis 80 Prozent bestätigen mine Kontaktanfrage.

Weiterhin wichtig ist die Kontaktpflege! Ich gratuliere jedem zum Geburtstag (so haben wir uns ja auch kennen gelernt – und Du bist heute hierhin gekommen), ich kommentiere Statusmeldungen, ich bewerte Links bei Facebook positiv.

Ich bewerbe über Xing meine Ausstellungen, meine Projekte – und ich organisiere ein „Real-Life-Netwerk“. So besuche ich auf meinen Touren Menschen, die ich über Xing kenne und treffe auch aus anderen Gründen Xing-Kontakte gezielt.

Frage: Wie lange brauchst Du täglich für Dein Web 2.0-Marketing?

T. Hülsberg: Für Xing, Facebook und Twitter brauche ich täglich eine Stunde. Ich pflege meine Artikel auf allen Plattformen manuell ein und verlinke sie auch bei Xing (Status-Meldungen haben max. 150 Zeichen) über Twitter-URL-Verkürzer! Überhaupt verlinke ich, wo immer ich Gelegenheit dazu habe – nur bei Xing-Kontaktanfragen kann man aus Spam-Vermeidungsgründen keine Links setzen.

Schön ist auch das Xing-Fragetool: ein Xing-App, in das ich Fragen einstellen kann. Der Wirkungsgrad geht über die bestehenden Kontakte weit hinaus. Ich kann mit Fragen auf meine Artikel verweisen, ich kann auf Fragen mit Verlinkungen antworten, die zu meinen Beiträgen thematisch passen…

Google-Gruppen interessieren mich weniger. Zwar bin ich überall Mitglied, wo es mein Profil unterstreicht, doch ich bin selten dort aktiv. Nur wenn ich gebeten werde, in eine Gruppe meinen Artikel einzustellen, mache ich das schon mal: allerdings nie komplett – sonst produziere ich wieder doppelten Content!

Twitter ist für mich (noch) nebensächlich. Das wird wohl erst interessant, wenn man eine Freundes-Communkty hat, mit der man sich in Echtzeit über Twitter austauschen kann. Facebook ist für mich mehr privat. Außerdem ist die technische Umsetzung in meinen Augen stark verbesserungswürdig – manchmal funktionieren die Links nicht  (Facebook Icon „Bei Facebook eingepflegt“).

Facebook kann nerven: man kann Blumen verschicken, Kölsch auf die Pinnwand bringen… lauter überflüssiges Zeug. Was ich bei Facebook beobachte: Laut einiger Gerüchte will Facebook die Rechte an allem erhalten, was man einstellt. Darauf würde ich mich natürlich nie einlassen. Darum nutze ich Facebook aktiv nur zum Bookmarken. Und ich lade zu Veranstaltungen ein. Die Pinnwand nutze ich nicht – auch nicht bei meinen Kontakten, – höchstens bei wirklich persönlichen Freunden.

Frage: Kommen wir zu „Fairschreiben“ – zu Deinem Blog, wie und wie oft schreibst Du?

T. Hülsberg: Ich schreibe meine Artikel in word, setze dort direkt die Links ein, darunter liste ich die Tags auf (einmal mit Kommas, einmal mit Leerzeichen – ist von Bookmark-Service zu Bookmark-Service verschieden). Ich markiere, kopiere, füge in WordPress ein. Danach setze ich die Überschrift ein – Kategorien, Tags. Jeden Tag schreibe ich in der Regel einen Beitrag.

Frage: Wie verdient Dein Blog Geld?

T. Hülsberg: Mit Werbung in drei Formen:

1. Google Adsence (simpel, aber nicht sehr einträglich)

2. AdButler und ähnliche Partnerprogramme (das übernimmt mein Webmaster, mit dem ich eine Kooperation habe)

3. Banner-Verkauf. Da nutze ich Xing als Vermittlungsbörse.

SteadyNews: Lieber Thorsten Hülsberg, Du hast allen Lesern, die ebenfalls über ihre Weblogs Geld verdienen möchten, wertvollste Hilfestellung geboten. Ganz herzlichen Dank. Wer möchte, kann natürlich jetzt sofort auf Fairschreiben gehen – und dort was kommentieren – als Dankeschön und sogar zu eigenem Nutzen!

Also hin zu Fairschreiben.de

www.thorsten-huelsberg.de
twitter: http://twitter.com/fairschreiben
Facebook: http://www.facebook.com/thorstenh1
eMail: [email protected]

One thought on “Thorsten Hülsberg: „Wie man mit einem Blog Geld verdient…“

  • Reply Harald Markus 6. April 2010 at 09:22

    Alles was er sagt klingt logisch. Werde den einen und anderen Tipp selber umsetzten. Man lernt ja nie aus.
    Lieb Grüße an alle Steadynews-Leser.

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