Voricht vor „Guerilla Marketing“ – Hit wird zum Fluch

Eva Ihnenfeld: Vor einiger Zeit lag Guerilla Marketing ganz hoch in der Gunst der Unternehmen – vom Mittelständler bis zum international aufgestellten Konzern: alle wollten es haben: das halblegale, spannende, so überaus preiswert wilde Guerilla Marketing. Doch nun ändert – ganz nach Guerilla-Manier – das Produkt seinen Charakter – und Werbeagenturen sollten besser vorsichtig sein, bevor sie in ihrem Profil damit werben, ein Guerilla-Experte zu sein…

Viele Unternehmen verbinden Guerilla damit, dass sie das Web nutzen können, um kostenlos und unerkannt Werbebotschaften zu platzieren – durchaus auch mit der Bereitschaft, gefakte Bewertungen zu setzen – oder auch die ungeliebte Konkurrenz mit schlechten Bewertungen zu ärgern…

SEO-Agenturen werden beauftragt, um aus dem Ausland viele Backlinks zu kaufen – und es werden sogar Click-Worker irgendwo auf der Welt angehalten, die Google-Adwords-Kampagnen der Wettbewerber durch häufige Klicks zu zerstören – miese Methoden in einerm relativ rechtsfreien Raum.

Doch das Web schlägt zurück: wie Heise berichtet, gibt es immer mehr Einzelkampf-Guerilla-Krieger, die mit Videos und Bewertungen bewusst die Web-Kampagnen von großen Marken angreifen: mit Parodien, Gerüchten, Behauptungen und allen weiteren Mitteln, um den guten Ruf des Unternehmens zu schädigen.

Dann wird der betreffende Konzern freundlich eingeladen, durch Zahlungen diese viralen Störbotschaften beenden zu können – sozusagen Schutzgelderpresser im Netz! Da schnell zweistellige Millionenverluste zusammenkommen, wenn zum Beispiel verbreitet wird, dass ein Kosmetik-Konzern Regenwald vernichtet oder eine Fluglinie Gitarren zerstört, oder eine Modemarke Obdachlose herzlos erfrieren lässt, ist die Chance groß, dass auf diese Schutzgeldforderungen eingegangen wird – was soll man auch machen? Die Polizei einschalten ist wohl sinnlos.

Selbst übelste Verleumdungskampagnen bleiben straffrei, wenn der Server im Ausland steht – da sind auch die Abmahnanwaltskanzleien der Mächtigen und Reichen hilflos. Ein durchaus spannendes Gefecht – doch als seriöse Werbeagentur will man sicher weder als Schmuddel-Anbieter gelten, der falsche Bewertungen unter das Volk bringt, noch als Krimineller, der die Konkurrenz kaltblütig vernichtet – also Finger weg von Guerilla – das Thema besetzen jetzt die, wo es denn auch hingehört – denn bei aller Che-Guevara Romantik ist Krieg nie lustig – es ist einfach gemein.

Bericht zum „neuen“ Guerilla Marketing aus Heise

Spiegel: Telekom soll massenweise fingierte Bewertungen gesetzt haben

Eva Ihnenfeldt ist Social Media Expertin aus Dortmund mit den Bereichen: Consulting, Lehre, Redaktion

Eva Ihnenfeldt
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Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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3 thoughts on “Voricht vor „Guerilla Marketing“ – Hit wird zum Fluch

  • Reply Patrick 11. Oktober 2010 at 12:02

    Wäre das nicht gerade eine Chance für die betroffenen Unternehmen in die Offensive zu gehen? Also im Sinne „Achtung: folgende Gerüchte sind im Umlauf: … Hiermit möchten wir klarstellen, dass wir …. Wenn Sie auf solche Informationen stoßen, dann schreiben Sie das bitte auf unsere Facebook-Seite“. Damit ist das Problem in der Diskussion und das Unternehmen erheischt sogar noch Mitleid. Wunschdenken oder Möglichkeit?

  • Reply Dorothea Linnenbrink 12. Oktober 2010 at 11:52

    Ehrlich währt am längsten!

  • Reply Eva Ihnenfeldt 12. Oktober 2010 at 14:07

    An Patrick: Das ist sogar eine hervorragende Idee: Facebook nutzen für Transparenz, Authentizität, Vertrauen und Kundenservice. Ich habe nur das Gefühl, dass Unternehmen, die scon länger am Markt sind – vom Handwerker bis zum Konzern – eine Einstellung zum Kunden haben, die dem häufig entgegensteht: Kunden müssen HEUTE als gleichwertige Partner gefühlt werden, sonst geht Social Media nach hinten los – wir kommen sozusagen vom „Zweck“-Konsumenten zum „Liebes“-Konsumenten – wie früher von der „Zweck“-Heirat zur „Liebes“-Heirat – ein wirklich neues Phänomen!

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