5 geschriebene Gedanken: Wie wird sich Social Media im Jahr 2017 entwickeln?

In den letzten Jahren ging es in Bezug auf Social Media zunächst immer nur um die Vermittlung von Grundkenntnissen: Welche Kanäle sind für welche Zielgruppen interessant, wie benutzt man diese, welche Regeln gilt es zu beachten… Doch spätestens seit der siebzigjährige Donald Trump aus dem Ärmel heraus Twitter als seine stärkste politische Waffe benutzt, wird auch dem Konservativsten klar, dass Social Media keine Technik ist, sondern eine subjektiv getroffene Einstellung zur Errungenschaft der digitalen Kommunikation: Trau ich mich? Will ich es? Wie gehe ich mit dem „Echo“ um – und mag ich mit den unzähligen Möglichkeiten spielen?

5 Gedanken zu Social Media im Jahr 2017

Gedanke Nr. 1: Mit der 50+ Generation kommen die Bürgerrechte ins Social Web
Ich denke, dass wir nun den nächsten Step bei der Eroberung des digitalen Planeten getan haben: Aus den Misstrauischen, soap-bubble-1388505_640Zögernden, Ängstlichen werden nun endlich die Menschen, die Ansprüche stellen und aktiv die Ausformung des digitalen Zeitalters mitgestalten. Gerade auf die Älteren und Alten lege ich da meine Hoffnung. Sie wissen noch sehr gut, wie schwierig es war, in den Sechzigern und Siebzigern Bürgerrechte und demokratische Strukturen gegen die etablierten Mächte durchzusetzen. Sie haben mitgestaltet, dass in Gerichten, Universitäten und Schulen die skrupellosen Nationalsozialisten aus ihren Machtpositionen zurückgedrängt wurden – durch mutige, entschlossene junge Menschen. Nun können sie ihre Kraft und ihre Klugheit ein zweites Mal nutzen, um Bürgerrechte zu verteidigen und eine menschliche Gesellschaft zu entwerfen, in der es sich als Mensch zu leben lohnt. Ich denke, das Social Web wird sich 2017 gewaltig verändern, weil die Nutzer 50+ stark ansteigen und die Interessen in eine neue Richtung lenken. Darauf freue ich mich sehr.

Gedanke Nr. 2: Wir erlernen Medienkompetenz
In den letzten Jahren wurde immer viel von Bildungsseite darüber diskutiert, wie Kinder Medienkompetenz erlangen könnten – doch natürlich war es schwer, solche Ansprüche umzusetzen, da viele Lehrer Social Networks ablehnten und dementsprechend keine Ahnung davon hatten! Das ist so ähnlich, als wenn ein Fan Klassischer Musik Kompetenz in Heavy Metal vermitteln soll – geht nicht. Dank Big Data und dem Wissen, wie umfassend wir getrackt werden, horchen die Menschen nun auf und machen sich selbstständig auf den Weg, um ihre Medienkompetenz auszubilden. Auch wenn dieses häufig noch unbewusst passiert, passiert es. Wir hinterfragen angebliche Wahrheiten, wir geben uns nicht mit vorgelegten Nachrichten zufrieden, wir suchen nach Zusatzquellen und recherchieren weiter. Nach der Entdeckung von Psychologie und Selbstreflektion bildet der Mensch nun seinen „inneren Journalisten“ aus – Medienkompetenz ist ein bedeutender Schritt hin zu Selbstbestimmung und Freiheit. 2017 wird ein Jahr, in dem sich Medien, Wissenschaftler, Blogger und Publizisten intensiv mit Medienkompetenz und Manipulation der Massen auseinandersetzen werden. Gut so.

Gedanke Nr. 3: Wir erwarten viel – als mündige Konsumenten
Durch die digitale Entwicklung sind Konsumenten sehr viel mündiger und kritischer geworden als zu analogen Zeiten. Preisvergleiche und Rezensionsvergleiche sind eine Selbstverständlichkeit. Fake-Bewertungen werden immer seltener, da die Plattformen ein Interesse daran haben, diese zu entfernen und die Glaubwürdigkeit zu steigern. Vor dem Kauf eines Produkts recherchieren nun auch ältere Bürger je nach Interessenslage und Kaufabsicht. Unser Kaufverhalten wird bewusster. Da wir immer mehr Geld zur Kauf-Verfügung haben (Sparen lohnt sich schließlich kaum noch), geht mit diesem kritischen Bewusstsein der Wunsch einher, qualitativ hochwertige und/ oder besonders innovative Produkte zu erwerben. Ob in der Küche, in der Unterhaltungselektronik, in Beauty, Luxus oder im Bereich Freizeit, Erlebnis und Wellness – die Menschen wollen konsumieren und müssen nicht mehr verführt werden. 2017 wird ein Jahr, in dem Unternehmen zunehmend entdecken, dass sie bei konsumwilligen Bürgern offene Türen einrennen – sich jedoch bemühen müssen, auf Augenhöhe zu kommunizieren und hervorragende Produkte anzubieten. Bauernfängerei ist out.

Gedanke Nr. 4: Wir schrauben Standards ständig hoch
Fast täglich werden neue Entdeckungen gemacht, wie man mit Hilfe digitaler Techniken noch schneller, komfortabler, weitführender und spannender sein Leben gestalten kann. Durch das „Internet der Dinge“ steigen die Erwartungen weiter an und schrauben sich immer weiter hoch. Haben wir uns einmal daran gewöhnt, das Smartphone wie einen „persönlichen Butler“ zu benutzen, dessen Fähigkeiten immer weiter steigen, fallen uns weitere Wünsche ein: Gesundheitsdaten analysieren, Orte und Produkte erforschen, bequem einkaufen, das eigene Heim optimieren, luxuriös reisen, Medien konsumieren und mit der ganzen Welt in Echtzeit kommunizieren – die Ansprüche an das „Paradies“ steigen. 2017 werden wir erleben, wie diese Standards sich so rasch steigern, dass wir am Ende des Jahres schmunzeln werden, wie analog und umständlich die Welt Ende 2016 noch war.

Gedanke Nr. 5: Wir erfahren Spaß an der kreativen Selbstbestimmung
Gerade junge Menschen erkennen in sich dank der digitalen Möglichkeiten immer mehr die Fähigkeit, sich kreativ auszuleben. Die Einen fotografieren oder filmen, die Anderen produzieren Video-Sendeformate, es wird geschneidert, erfunden, geschrieben, dekoriert, gekocht, gebacken, programmiert, gebaut, musiziert, geschauspielert und gehandwerkt. Und es gibt immer neue Möglichkeiten, sich zu finden und auszuprobieren als kreativer Geist! Während die Welt sich sorgt um Big Data und die Vernichtung von Arbeitsplätzen durch Roboter und künstliche Intelligenz, entstehen an allen Orten kreative Inseln von Menschen, die lieber etwas tun anstatt sich an Bedenken festzuklammern. 2017 werden wir so viele kreative Köpfe, Körper und Teams entdecken im Social Web, dass wir die vielen Werbebotschaften der langweilig etablierten Unternehmen nur noch wegscheuchen wie lästige Fliegen im Sommer. Es wird ein gutes Jahr, und ich freue mich, dabei sein zu können.

Bildquelle: pixabay_flohrflohr

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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