Acht Regeln für eine gute PowerPoint Präsentation

Leider wird, seit es Beamer und PowerPoint gibt, fast ausschließlich nur noch mit eben diesen Medien gearbeitet. Mit PowerPoint visualisiert – als Vortragender präsentiert – das erwartet das Publikum, und das gibt dem Vortragenden (ob Dozent, Verkäufer oder Motivator) den nötigen Halt. Große Kommunikationsasse wie Vera F. Birkenbihl nutzen selbstverständlich viel lieber lebendige Medien, die eine Vortragsentwicklung aus der Situation ermöglichen – doch wer ist schon so souverän, sich ohne Sicherheitsanker vor ein unkalkulierbares Publikum zu stellen? Ganz abgesehen davon, dass PowerPoint Visualisierungen als „schick“ und professionell gelten – während Filzstiftzeichnungen auf Flipchart oder Overheadfolie ärmlich wirken könnten! Also im Folgenden einige wichtige Tipps für eine gelungene Präsentation von PowerPoint Folien:

  1. Beginn: Der erste Eindruck ist entscheidend: Sie haben direkt zu Anfang die Gelegenheit, Ihr Publikum auf Ihre Seite zu bringen, mit einem Bild, einer kleinen Geschichte, einer Anekdote, einer Provokation. Dieser Anfang darf aber nicht zu bemüht wirken – und vor allem muss er sehr kurz sein. Ziel: das Publikum soll sich entspannen, sich wohlfühlen, sich verstanden fühlen, positiv gestimmt sein gegenüber dem Vortragenden.
  2. Hauptteil: Überfrachten Sie Ihr Publikum nicht. Mehr als 5 Kernaussagen sind unzumutbar. Steigern Sie Ihre Argumentationskette langsam, behalten Sie sich das Beste für den Schluss vor. Nutzen Sie möglichst die Dreierregel: These, Antithese, Synthese. Oder Gestern, Heute, Morgen. Oder Gut, Besser, Am Besten… Nutzen Sie Bilder in der Visualisierung, liefern Sie mündlich die Inhalte dazu – je weniger Worte Sie verwenden, desto eindringlicher ist die Botschaft
  3. Schluss: „Der letzte Satz bleibt stehen“. Enden Sie mit einem Appell, einer Prognose, einer Ankündigung, einer konkreten Ansprache. Vermeiden Sie, dass das Interesse des Publikums zum Ende hin absackt, das fühlt sich an wie eine Enttäuschung und kann viel zerstören, was zuvor mühsam errungen wurde.
  4. Körperhaltung: Signalisieren Sie mir Ihrer Körperhaltung Zugewandtheit, Transparenz und Aufrichtigkeit. Vermeiden Sie alle Gesten und Haltungen, die Abwehr signalisieren, wie verschränkte Arme, Hände in den Taschen, Hände auf dem Rücken. Sehr hilfreich sind Karten, auf denen Sie die wichtigsten Inhalte notiert haben. So stehen Sie nicht mit leeren Händen dar, und haben eine gute Gedächtnisstütze, die Ihnen vollständige Bewegungsfreiheit lässt.
  5. Bei längeren Präsentationen: Verwenden Sie mehrere Medien. Man kann durchaus parallel zur ppt noch mit dem Flipchart arbeiten, oder den Zuhörern mit Stift und Papier ein paar kleine Aufgaben geben. das stärkt die Aufmerksamkeit und schafft Sympathie.
  6. Sprache: Sprechen Sie laut und deutlich, halten Sie Blickkontakt zum Publikum. Legen Sie immer mal wieder eine Pause ein, um den Zuhörern zu ermöglichen, das Gesagte aktiv zu verarbeiten. Sprechen Sie in kurzen, klaren Sätzen, vermeiden Sie Fremdworte und detaillierte Erklärungen – die sind besser im Handout untergebracht.
  7. Der Vortragende in Person: Gestalten Sie Ihren Auftritt souverän und selbstbewusst: Stellen Sie sich zu Beginn nur kurz vor – nähere Einzelheiten können Sie, wenn angebracht, noch im Vortrag selbst mit einfließen lassen. Auf keinen Fall sollten Sie sich für Irgendetwas rechtfertigen oder entschuldigen. Wenn negative Einwürfe kommen, nehmen Sie diese ganz an, bevor Sie sie entkräften. Nehmen Sie den Redner als Mensch an, auch wenn er aggressiv ist. Signalisieren Sie Akzeptanz, bevor Sie das Argument sachlich und unaufgeregt entkräftigen.
  8. Gestaltungsregeln: Je weniger Folien, je besser. Je kürzer die Worte und Aussagen auf den Folien, je besser. Je emotional ansprechender die Folien, je wirkungsvoller. Denken Sie immer daran: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“. (Und eine Zeichnung mehr als eine Fotografie…)

Hier eine umfangreiche Anleitung für die Erstellung von PowerPoint Präsentationen, von der Gestaltung der ersten Folie bis zur Einbindung von Videos:

Studium und PC.de: Die PowerPoint Präsentation in Wort und Video

Vera F. Birkenbihl: Von Nix kommt Nix. Vortrag in 16 Teilen

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Teil 7

Teil 8

Teil 9

Teil 10

Teil 11

Teil 12

Teil 13

Teil 14

Teil 15

Teil 16

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

4 thoughts on “Acht Regeln für eine gute PowerPoint Präsentation

  • Reply Michel Vielmetter 21. Januar 2011 at 12:09

    Was eine super Präsentation! Und wirklich sehr viel Wissenswertes auch für Argumentationen enthalten. Gefällt mir sehr gut der Beitrag! Jetzt muss ich mir nur noch den Beitrag durchlesen 🙂

    Aber das ist nunmal heute das Verwöhnt sein. Erst schaut man sich das Video an, wenn es denn eines gibt. Lesen ist so anstrengend geworden.

    • Reply Eva Ihnenfeldt 21. Januar 2011 at 14:39

      Und überhaupt: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ :))

  • Reply thirtyseven 25. Januar 2011 at 13:26

    Ich hätte da noch eine neunte Regel:

    Wenn es eine wichtige Präsentation vor Kunden, Investoren oder anderen Leuten ist, von denen Sie Geld bekommen möchten – investieren Sie selbst Geld in einen Grafik-Designer, der Ihre Folien so professionell be- und überarbeitet, dass sie zum CI Ihres Unternehmens passen.

    Denn eine Power-Point Präsentation kommt nur dann professionell und „schick“ rüber, wenn sie auch professionell und schick gemacht ist – andernfalls wirkt das ganze sehr schnell eher peinlich und ärgerlich – beispielsweise, wenn die Schriftgröße zu klein ist oder sich zu viel Text auf einer Seite befindet oder der Vortragende 1 zu 1 das vorträgt, was man auch auf den Seiten lesen kann.

    • Reply Eva Ihnenfeldt 25. Januar 2011 at 15:28

      Ich unterrichte gerade Präsentationskunst – und genau das war ein Punkt, wo ich wirklich Überzeugungsarbeit leisten musste: eine Präsentation ist schließlich auch „eine kleine Website“! Will sie überzeugen, muss sie beeindrucken. Will sie beeindrucken, muss sie etwas bieten – so wie ein Ferrari auch etwas anderes bietet als ein Nissan Micra (ich liebe meinen Nissan Micra 😉 ).

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