Der Schlankheitswahn: Muss Frau eigentlich wirklich unbedingt schlank sein?

Mal was Persönliches: Ich bin jetzt fast Mitte fünfzig, 170 cm groß und wiege 68 Kilo. Das ist völlig ok, aber trotzdem stört es mich, dass ich nicht mehr mit der gleichen Unbeschwertheit esse und genieße wie noch vor wenigen Jahren, als mein Gewicht nie über 55 Kilo kam. Natürlich möchte ich gut aussehen, und natürlich möchte ich beweglich und kraftstrotzdend gesund sein – aber muss ich wirklich auch richtig schlank sein und Kleidergröße 38 zum Nonplusultra erklären?

ErdbeerkuchenVor Kurzem besuchte ich sehr liebe Freunde von mir, die ich wegen größerer Entfernung nur alle paar Monate sehen kann. Beim Abschied meinte meine (schlanke) Bekannte liebevoll mahnend zu mir: „Aber nicht noch ein Pfund mehr, einverstanden?“

Ich denke seitdem viel über diesen Satz nach. Ich gehe zweimal in der Woche ins Fitnessstudio und fühle mich gut. Ich liebe es zu essen und genieße es, bei Mahlzeiten so richtig pappsatt zu werden. Zwar habe ich die Regel, nicht zwischen den Mahlzeiten zu „schnuckern“ und lasse immer mindestens vier Stunden Abstand dazwischen – aber wenn ich dann esse, dann ist es auch gern üppig, süß und sahnig.

Seit vielen Jahren bin ich selbständig, ich liebe es, keinen Chef über mir zu haben und selbst bestimmen zu können, was ich tu, wann ich es tu und wie ich es tu. Soll ich mir nun von einem gesellschaftlichen Kodex vorschreiben lassen, wie ich eine der fundamentalsten Grundlagen meiner Sinnesfreude gestalte?

Es tut mir leid, aber ich will nicht. Ich passe schon auf, dass ich nicht übertreibe, dass ich nicht gierig oder maßlos werde und seelische Probleme durch Frustessen ausgleiche. Aber wenn ich denn nun bald eine Figur habe wie unsere Bundeskanzlerin finde ich das völlig in Ordnung. Ich will ja keinen Schönheitswettbewerb gewinnen – ich will jede Minute meines Lebens auskosten.

Ich finde die ewige Selbstkasteiung bei jeder einzelnen Mahlzeit undankbar. Jeden Bissen bewusst genießen, langsam Currywurstkauen, immer wieder „danke“ denken dabei, das ist vielleicht besser als quälende Diäten und selbstverachtende Überprüfungen vor dem Spiegel. Ich mag mich wie ich aussehe (sogar auf Fotos 😉 ), und auf der Straße finde ich etwas mollige Menschen oft hübscher als ganz dünne – vor allem wenn sie schon älter sind. Und wenn ich mal so richtig krank werde habe ich wenigstens ein bisschen Polster zum Abnehmen – also ehrlich gesagt, dünn wird man von ganz allein wieder, spätestens wenn….

Ich esse ja fast alles gern. Und Sie? Was sind Sie für ein Genusstyp? Süß oder deftig – oder Beides? Hmmmm….

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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3 thoughts on “Der Schlankheitswahn: Muss Frau eigentlich wirklich unbedingt schlank sein?

  • Reply Petra Große-Stotlenberg 16. Juli 2013 at 08:34

    Liebe Eva, diese Art der „liebevoll mahnenden Worte“ finde ich völlig unangemessen. Was soll das eigentlich? Als wir beispielsweise aufhörten, Fleisch zu essen, reagierten einige Menschen, als hätten wir Freundschaft oder Konsens aufgekündigt. Und der Schlankheitswahn? (Ich spreche nicht von bedrohlichem Fett.) Da gibt es doch zum Glück Wichtigeres zu denken und zu handeln. Herzlichst aus Hattingen!

    • Reply Eva Ihnenfeldt 16. Juli 2013 at 16:46

      Danke liebe Petra, meine Nachbarin sagte immer: „Ratschläge sind auch Schläge“. Wahrscheinlich hat sie recht. Aber für mich war es ja gut! ich habe auf jeden Fall mal über das Thema intensiv nachdenken müssen – und meine Entscheidung getroffen: Ich esse gern und reichlich – und so selten wie möglich 😉

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