Der Social Media Strategie Leitfaden in 5 Teilen. 4. Teil: LinkedIn verstehen und nutzen

Während Xing uns ganz selbstverständlich ist und die meisten beruflich engagierten Menschen dort zumindest ein Pflichtprofil haben, ist LinkedIn schwerer zugänglich. Beide beruflichen Netzwerke haben übrigens fast gleichzeitig gestartet. Sowohl das deutsche Xing (damals noch als OpenBC) als auch das US-Netzwerk LinkedIn erblickten im Jahr 2003 das Licht des Webs. Es sind also ganz frühe Social Networks. Zum Vergleich: Facebook startete 2004. Doch was ist nun der Unterschied zwischen Xing und LinkedIn? Und für wen lohnt es sich, LinkedIn intensiv zu nutzen?

Was das Business-Netzwerk LinkedIn auszeichnet

Im Vergleich zu LinkedIn ist Xing ein Zwerg. Im Frühjahr 2016 verzeichnet LinkedIn 433 Millionen Mitglieder. Ein Jahr zuvor LinkedInwaren es 364 Millionen. Man sieht, das Wachstum ist erheblich. In der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) hat LinkedIn acht Millionen Mitglieder. International ausgerichtete deutsche Unternehmen sind wenig aktiv bei Xing. Sie legen ganz klar den Fokus auf LinkedIn. Xing erscheint ihnen häufig eher „provinziell“. Siemens, VW, die Telekom, die Deutsche Bank und Bosch sind die deutschen Unternehmen mit den meisten Mitarbeitern bei LinkedIn.

Im Vergleich zu Xing hat LinkedIn ein anderes Geschäftsmodell. Bei Xing kommt der Großteil des Umsatzes weiterhin aus den Premium-Mitgliedschaften – bei LinkedIn aus dem Recruiting-Geschäft. LinkedIn hat eine sehr offensive Vertriebsstrategie, um möglichst viele kostenfreie Basis-Mitgliedschaften „einzusammeln“. Der Wert der professionellen Business-Mitgliedschaften und kostenpflichtigen Funktionen für Personaler berechnet sich natürlich durch die Datenqualität. BigData spielt eine große Rolle beim LinkedIn-Geschäftsmodell. Xing hingegen wird immer gelobt für den sorgsamen Datenschutz – es ist eben ein „typisch deutsches“ Social Network mit dem Anspruch, nach deutschen Datenschutzgesetzen zu funktionieren.

Kostenpflichtige Funktionen für Vertriebler bei LinkedIn erlauben es, Vernetzungen zwischen Mitgliedern zu nutzen, aktuelle Themen von Firmen zu identifizieren und Wettbewerber mit konkurrierenden Lösungen zu erkunden. LinkedIn unterstützt seine zahlenden Mitglieds-Kunden dabei, interessante Daten zu filtern und vertrieblich einzusetzen. Ein Beispiel ist Mercedes Benz, die dank LinkedIn gezielt Manager nach einer frischen Beförderung ansprechen kann, um ihnen einen neuen Dienstwagen zu empfehlen.

Man sieht, dass LinkedIn ein starkes Interesse daran hat, dass:

  • Mitglieder ihr Profil detailliert ausfüllen
  • Intensiv interagieren
  • Sich authentisch vernetzen
  • Aktuelle Daten von sich einbringen
  • Viel Content produzieren
  • Häufig die Plattform besuchen
  • Unternehmen Profile anlegen und pflegen
  • LinkedIn möglichst vielen Menschen weiterempfohlen wird

Das kann man strategisch sehr gut nutzen. Ich würde LinkedIn Jedem empfehlen, der eine internationale Ausrichtung hat. LinkedIn fördert alles, was mit Datenqualität zu tun hat. Man kann seine Tweets mit LinkedIn synchronisieren, man kann „Blogartikel“ schreiben, die suchmaschinenrelavant sind, man kann eine Unternehmensseite erstellen, die ähnlich wie eine Facebook-Fanpage funktioniert und sogar Statistiken über die Zugriffe liefert und auf der man kostenlos Content produzieren und verbreiten kann. Man kann Beiträge von Influencern in die eigene Chronik integrieren, und man kann Empfehlungen von anderen Mitgliedern nutzen, um die eigene Reputation zu fördern.

Die kostenpflichtige Mitgliedschaft bei LinkedIn ist weit teurer als die bei Xing. Bei Xing zahle ich knapp 8 Euro im Monat – bei LinkedIn beginnt die kostenpflichtige Variante bei knapp 22 Euro. Es ist wohl nicht strategisch erwünscht, dass zu viele Mitglieder die Premiumfunktionen nutzen können. Bei LinkedIn ist es auch hier ähnlich wie bei Facebook: Nutzer zahlen mit ihren Daten und bekommen personalisierte Werbung angezeigt.

Fazit

LinkedIn ist ein sehr mächtiges Instrument für Recruiting – und im Vertrieb im B2B Bereich. Neben dem deutschen Xing gibt es weltweit kein vergleichbares Business Social Network. Die Vorteile liegen auf der Hand, gerade für Fach- und Führungskräfte, die eine neue Herausforderung suchen. LinkedIn ist verbunden mit vielen US-Netzwerken wie Facebook und Twitter. So kann man seinen Content synchroniseren und mit Verwaltungstools wie Hootsuite die Netzwerke auf einer einzigen Plattform bearbeiten. Es gibt viele Features und Zusatzprogramme für LinkedIn. Hier viele praktische Anregunden zum LinkedIn-Gebrauch auf dem Blog von staffxperts

Weniger zu empfehlen ist die intensive Nutzung von LinkedIn all denen, denen der deutsche Datenschutz im Geschäftsleben sehr wichtig ist. Bis vor einiger Zeit klagten viele LinkedIn-Mitglieder darüber, das in ihrem Namen E-Mails an Nicht-Miglieder versendet wurden, um diese zum Beitritt im Netzwerk aufzufordern. Für dieses aggressive E-Mail-Marketing musste LinkedIn sogar 13 Millionen Dollar wegen einer Sammel-Klage an Entschädigungssumme zahlen: manager-magazin: LinkedIn muss für aggressive Kundenwerbung büßen

Für Vertriebler mit internationaler Ausrichtung und für Personaler und Arbeitgeber ist LinkedIn sehr lohnenswert. Im Gegenzug natürlich dann für alle Berufstätigen, die an Konzernen und grenzüberschreitenden Unternehmen interessiert sind. Wie immer ist die Losung: 1. Das optimale Profil erstellen – 2. Aktiv sein. Denn wie bei Dornröschen auf den Prinzen warten dauert nicht nur im Märchen hundert Jahre…

Social Media Leitfaden in 5 Teilen

Eva Ihnenfeldt hat diesen Leitfaden geschrieben und in 5 Teilen hier in den SteadyNews veröffentlicht. Wenn Sie diesen Leitfaden gesammelt als ein PDF Dokument erhalten möchten, dann registrieren Sie sich einfach hier für unseren Newsletter!

Abonnieren Sie unseren Newsletter und erhalten so jeden Dienstag News zum digitalen Wandel und Veranstaltungstipps.

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

One thought on “Der Social Media Strategie Leitfaden in 5 Teilen. 4. Teil: LinkedIn verstehen und nutzen

  • Reply Newsletter der SteadyNews vom 21. Juli 2016 - Steadynews | 28. Juni 2016 at 15:20

    […] Der Social Media Strategie Leitfaden 4. Teil: LinkedIn verstehen und nutzen Während Xing uns ganz selbstverständlich ist und die meisten beruflich engagierten Menschen dort zumindest ein Pflichtprofil haben, ist LinkedIn schwerer zugänglich. Beide beruflichen Netzwerke haben übrigens fast gleichzeitig gestartet… […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.