Home / Social Media / Ein Hashtag sollte kurz sein, bitte!

Wir müssen reden. Unbedingt. Keine Angst, das wird jetzt keine dieser Sitzungen, die man in amerikanischen Filmen oder Serien kennt – eine Intervention – aber mal im Ernst: Wir – müssen – reden! Nein, nicht darüber, dass Hashtags bei Facebook total nicht funktionieren und sie trotzdem jeder nutzt. Obwohl das auch mal Wert wäre diskutiert zu werden, haben Sie, liebe Leser, jemals versucht einen kompletten – kom-plet-ten – Überblick über alle Beiträge bei Facebook zu bekommen, die mit einem Hashtag versehen und öffentlich sind? Zu einem Thema? Ich glaube, die Nachricht neulich, dass man doch bitte melden möge, wenn man etwas mit einem Hashtag bezeichnet habe, damit die jeweilige Fanpage das auch erwähnen kann spricht ja dann doch Bände. Facebook, darüber reden wir noch. Ein anderes Mal.

Aber vielleicht ist das mit Facebook ja gerade ein wenig der Grund, warum Hashtags mit der Zeit so – lang – geworden sind. Bei Facebook ist Länge nun auch kein Thema. Nicht, dass man die wiederfinden würde je kürzer sie wären – wie gesagt, Facebook, wir müssen noch mal ernsthaft darüber reden. Aber immerhin können Hashtags bei Facebook nun so kurz oder so lang sein, wie sie mögen. Oder wie sie sollen. Manchmal macht es halt auch Sinn einen etwas längeren Hashtag zu verwenden, ja, weil die Abkürzung schon mit anderem Inhalt gefüllt ist und es dann zu Verwechselungen kommt. Obwohl man ja auch dann eine Abkürzung finden kann, die origineller ist als die, die man ursprünglich hatte?

140 Zeichen! Mehr nicht!

Entgegen aller Gerüchte hat Twitter bisher das Limit von 140 Zeichen für eine Botschaft nicht gesprengt. Was ein Glück ist, denn damit ginge der eigentliche Mehrwert des Dienstes verloren. Es reicht schon, dass man in den persönlichen Nachrichten unendlich viel Platz hat. Der Satz: Fasse Dich Kurz! – erinnert sich jemand noch an die Zeit, als man Telefonzellen benutzte und nicht jeder ein Telefon hatte? Genau, daher kommt der – passt bei Twitter also wirklich gut. 140 Zeichen kann man natürlich umgehen – man kann ein Bild mit einer Textnachricht erstellen, man kann Erweiterungen installieren, man kann eine Menge von Dingen tun um diese 140 Zeichen zu sprengen. Was die Nutzer allerdings seltenst tun, weil sie wissen: Wenn ich eine Botschaft nicht kurz und prägnant auf den Punkt bringen kann, dann brauche ich die bei Twitter eigentlich nicht hinzuschreiben. Oder zumindest muss ich dann darüber nachdenken, wie ich kurz und auf den Punkt genau meine Botschaft an den Mann, die Frau oder welches Geschlecht auch immer bringe. Da zwitschert Twitter dem Wurm keinen Morgen ab. Oder so.

Wenn ich nun 140 Zeichen zur Verfügung habe und auf einem Event bin, dann ist es natürlich höchst ärgerlich, wenn der Hashtag zur Veranstaltung so lang ist, dass er gefühlt die Hälfte meines Platzes für den Tweet einnimmt. Ich werde jetzt bewußt keinen scharf ansehen – aber ich glaube so Einige, die Events veranstalten, werden sich jetzt ertappt fühlen. Und das bitte auch mit Recht. Denn: Twitter hat nur 140 Zeichen! Seit der eingebauten Retweet-Funktion ist das Ganze ja zudem für längere Botschaften auch noch machbar – früher gabs ja dieses RT:, wenn man mal was retweetet hatte und das nahm dann ja noch einigen Platz weg. Heutzutage ist das bei Twitter nicht mehr so streng gehandhabt. Nichtsdestohashtagiger: Nach 140 Zeichen ist Ende. Dann schneidet Twitter mir gnadenlos das Wort ab.

Denkt an die Twitterer! Bitte!

Wie soll ich als Twitterer also von einer Veranstaltung gut berichten, wenn der Hashtag mir fast keinen Platz für den Text lässt? Klar, man kann annehmen, dass das von den Veranstaltern so gewollt ist, wenn man später die Statistik macht, machen sich doppelte Tweets – weil man halt keinen Platz hat, teilt man dann seine Texte dreifach oder vierfach mit, diese Nummerierung 1/4 hat man sicherlich schon auch mal gesehen, so ähnlich bestimmt – natürlich super. Je mehr, desto besser. Aber das ist der falsche Weg – eigentlich. Denn ich als Twitterer bin immer ein wenig verärgert, wenn ich Tweets schreiben muss wo ein Tweet gereicht hätte. Und Twitter ist nach wie vor eines der besten Tools, um nicht nur Influencer zu finden sondern auch um live bei Events zu kommunizieren. (Ja, Facebook hat jetzt auf Periscope reagiert und das hat sicher seine Berechtigung, weil es länger da ist als Periscope, da das aber nicht an Twitter angebunden ist nützt mir das im Moment des Ereignisses, das bei Twitter stattfindet nun reichlich wenig. So.) Wenn ich da an Zeiten denke, wo man ein Liveblogsystem in seine Webseite einbetten musste… Heutzutage ist das alles so einfach geworden, dass ich mich wundere, warum nicht jedes Event von einem offiziellen Live-Video-Stream begleitet wird – und sei es meinetwegen bei Facebook. (Was natürlich den Vorteil hat, dass das Video da länger zur Verfügung steht als bei Periscope, aber man kann ja das Eine tun und das Andere nicht lassen.)

Also: Liebe Macher von Events, Conventions, Barcamps, Veranstaltungen – liebe Entscheider, die ihr da oben in der Zentrale sitzt – denkt bitte, bitte, bitte an die Twitterer mit ihren 140 Zeichen, wenn ihr Hashtags erstellt! Wir werden euch dafür lieben. Gut, wir werden bisweilen dann beim Surfen mit gerunzelter Stirn fragen, was das denn wieder für eine kryptische Abkürzung ist – eventuell klicken wir ja dann darauf und stellen fest, dass das eine tolle Veranstaltung ist und beißen uns in den Po, weil wir die nicht mitbekommen haben! Also: Denkt – bitte – an – die Twitterer! Wir haben nur 140 Zeichen! Wirklich!
10428652_909696752374293_5401521222185380255_nChristian Spließ, Social Media Manager, machte schon Social Media als es noch Web 2.0 hieß. Seit 2004 beobachtet er die aktuellen Entwicklungen und hilft mit Rat und Tat, wenn es darum geht Inhalte kompetentgenau an die Zielgruppe zu vermitteln.

Über Christian Spliess

Der selbstständige Journalist und Social Media Redakteur Christian Spließ begleitet Unternehmen und Organisationen bei der erfolgreichen Umsetzung von Social Media Kampagnen. Christian Spließ ist einer der Social Influencer in NRW - vor allem über Twitter und Facebook.

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