Eva Ihnenfeldt: Gedanken zum Totensonntag von einer Flüchtigen

Sind Wölfe wohl überzeugt von sich?

Woran glauben Sie wenn Sie an den Tod denken? Dass alles vorbei ist? Dass es ein Leben nach dem Tod gibt? An Wiedergeburt? Himmel und Hölle? Auflösung? Paradies? Das Wiedersehen der Liebsten? Oder ist Ihnen diese Frage egal? Ich denke es lohnt sich sich etwas zu wünschen. Schließlich ist der Tod für uns alle unausweichlich, und wenn wir genau wissen was wir uns wünschen ist die Chance schon mal um Einiges höher, dass es auch so kommt.

Was Eva Ihnenfeldt sich wünscht für ihren Tod und für das „Danach“

Ich habe ja nun die Lebensmitte überschritten und bin mir äußerst bewusst dass ich sterblich bin. Auch wenn ich mich um eine einigermaßen gesunde

Wölfe haben es gut - sie machen sich keine Gedanken um ihr "Danach"

Wölfe haben es gut – sie machen sich keine Gedanken um ihr „Danach“

Lebensführung bemühe kann es jeden Tag soweit sein – Schlaganfall, Herzinfarkt, Krebs oder etwas anderes, was meinen Körper überfordert und mich aus dem Leben katapultiert. Darum habe ich mir in diesem November 2013 mal die Zeit genommen meinen Tod zu wünschen – inklusive dem „Danach“ – hier meine ganz persönlichen Ergebnisse:

Ich wünsche mir einen Tod wie das Anstoßen mit gutem köstlichen Wein. Ich wünsche mir dass die verschiedenen Rollen die in mir leben (und die sich oft genug uneins sind) miteinander lächelnd anstoßen und sich behaglich und entspannt auf die Reise ins Ungewisse begeben. Ich wünsche mir ein Lächeln auf meinen Lippen, Vertrauen und Gelassenheit. Ich wünsche mir dass ich gehen kann ohne etwas zu vermissen und ohne etwas zu bereuen.

Ich habe mir immer gewünscht mich bei meinem Tod aufzulösen, einfach weg zu sein und mich nicht mehr um irgendwas kümmern zu müssen. Ich liebe das Leben – doch ich empfinde es auch als sehr anstrengend und mühevoll. Die Vorstellung dass ich einfach sterben darf ohne dass es ein „Danach“ gibt war ein wundervoll tröstlicher Gedanke – doch ich fürchte ich muss davon Abschied nehmen. Wie schade!

Ich bin ein zutiefst gläubiger Mensch. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen nur zu leben für Luxus, Reisen, Familie. Ich glaube daran, dass es einen tiefen Grund für unser aller Existenz gibt, und dass dieser Grund ein guter Grund ist, ein liebevoller zugewandter Grund, der alle fühlenden Wesen einschließt. Ich glaube daran dass wir alle unersetzbare Kostbarkeiten sind die man nicht austauschen kann, da ihre Einzigartigkeit unersetzlich ist.

Auch ich bin unersetzlich, leider. So gern ich es würde – ich kann mich nicht einfach davonstehlen und sagen „Macht doch was Ihr wollt – ich bin dann mal tot“. Ich habe keine Ahnung was nach dem Tod kommt, aber ich möchte kein Fahnenflüchtiger sein, der die anderen einfach im Stich lässt. Darum habe ich mich heute seufzend bereit erklärt, mir etwas Neues zu wünschen für ein „Danach“. Ich wünsche mir, dass ich weiterhin mit all meinen Kräften und all meinen Fähigkeiten streiten werde für den tiefen Wunsch, dass es allen fühlenden Wesen gut gehen möge.

Ich möchte mit daran mitwirken, dass es irgendwann kein Leid mehr gibt, kein Quälen, kein trennendes Machtstreben. Ich möchte eindeutig werden in meiner Entschlusskraft und ich möchte in jedem Moment menschlich bleiben ohne Kompromiss mit dem Destruktiven. Es ist mir gleichgültig ob es Wiedergeburt gibt, oder ob man Planetenreisen macht, oder ob man vom „Himmel“ aus verbunden bleibt. Oder ob man sich auflöst in viele kleine Moleküle, die sich neu anordnen und das Gedächtnis der Welt bereichern.

Wichtig ist nur mein Entschluss nicht abzuhauen, wegzulaufen, die Menschen im Stich zu lassen. Meine christliche Religiosität beinhaltet eine tiefe Liebe zu allen Menschen und die Bereitschaft ihnen zu dienen. Da ist der Tod kein Schlusspunkt, sondern nur ein kleiner Schritt auf einem viel viel viel längerem Weg. Schade eigentlich, es war nett auf einen „ewigen traumlosen Schlaf“ zu hoffen. OK, dann sehe ich eben zu, dass ich tagtäglich genug schlafe, genieße, mich erhole und glücklich bin. Mit Verschieben auf später ist nun Schluss. Habe mich in diesem November für das Hier und Jetzt entschieden – ich habe mich einverstanden erklärt – ich lebe.

Und Sie? Wie wünschen Sie sich das ideale Leben nach dem Tod? Oder ist es vermessen sich etwas zu wünschen? Woran glauben Sie?

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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