Identifikation bei Facebook per Gesichtserkennung: Auffällige Accounts sollen Selfie hochladen

Erstaunlich viele meiner Teilnehmer, die die Weiterbildung zum Social Media Manager machen, nutzen bei Facebook ein Fake-Profil – manche haben sogar zwei Accounts – einen „offiziellen“ mit Klarnamen – und einen Fake-Account für die private Konversation mit Freunden und Familie. Bei Facebook ist das ein Verstoß gegen die AGB und kann zur Account-Sperrung führen – doch Facebook duldet da bisher eine Menge. Die aktuelle politische Forderung nach mehr Schutz gegen Manipulation und Bots-Profilen könnte jedoch diese bisherige Praxis beenden. Seit April 2017 tauchen immer häufiger Beiträge bei Reddit auf, bei denen User berichten, dass ihr Account gesperrt wurde und sie ein Selfie hochladen mussten, damit wieder die Freigabe durch Facebook erfolgt.

Gesichtserkennung ist zur Zeit ein großes Thema in der Algorithmen-getriebenen Digitalwelt. China will seinen digitalen Überwachungsstaat vor Allem über Gesichtserkennung perfektionieren, und Apple steht auch sehr in der Diskussion mit der Face ID des neuen iPhone X. Biometrische Daten sind gefragt.

Laut Wired hat Facebook offiziell bestätigt, dass ein Foto die Authentifizierung der User zukünftig erleichtern soll. Die Account-Inhaber, die bisher aufgefordert wurden, zunächst ein Selfie zu schicken, bevor sie sich wieder bei Facebook einloggen können, würden „auffälliges Verhalten“ vorweisen. Dazu gehören anscheinend das Versenden von Freundschaftsanfragen, das Erstellen von Werbeanzeigen – oder das Erstellen eines neuen Accounts. Doch was wirklich „verdächtig“ ist, ist noch nicht geklärt. Nutzer glauben zu bemerken, dass der Besitz mehrerer Accounts zu einer „Selfie-Überprüfung“ führen kann.
Wired vom 29.11.17:Diskussion mit der Face ID des neuen iPhone X

Mein Tipp: Um Facebook professionell zu nutzen, sollte man auf jeden Fall unter Klarnamen dort agieren. Fake-Namen und mehrere Accounts würde ich nur den Menschen empfehlen, die gelassen mit den Achseln zucken können, wenn sie bei Facebook gesperrt werden. Grundsätzlich finde ich es bedrohlich, dass die Überwachung unseres Verhaltens im Web schon so perfekt ist, dass jetzt anscheinend auch unsere Bewegungsprofile in der Offline-Welt immer mehr gefragt sind. Ich wünschte, ich könnte alle Kameras erkennen, die im öffentlichen Raum angebracht sind. Wahrscheinlich sind es viel mehr, als ich bisher angenommen habe…

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.