In Deutschland ist eine Existenzgründung total unbeliebt

Nirgendwo in Europa gibt es so wenig Selbstständige wie in Deutschland. Am gründungsfreudigsten sind die Dänen, dann folgt Frankreich, Großbritannien und Italien. Die Deutschen verbinden mit  Selbstständigkeit und Unternehmertum vor allem hohe Risiken und ein mögliches Scheitern. Nur Ungarn stehen einer Existenzgründung noch skeptischer gegenüber als die Deutschen.

In einer europaweiten Studie von Amway wurde untersucht, wie die Einstellungen zur Selbstständigkeit im Ländervergleich sind. 1000 Menschen wurden hierfür befragt. Meistens werden positive Aspekte mit der Aussicht assoziiert, der eigene Chef zu sein. In Deutschland halten dies jedoch nur 59 Prozent für attraktiv. Ein Drittel der Deutschen hält überhaupt nichts von Selbstständigkeit.

Im Schnitt sehen zwei Drittel der Europäer eine berufliche Selbstständigkeit als positiv an. Vor allem in Dänemark ist man gründungsfreudig. Schon in der Schule werden den Kindern Eigenverantwortlichkeit und Selbstständigkeit vermittelt. Außerdem sind Selbstständige in Dänemark viel selbstverständlicher in das Sozialversicherungssystem eingebunden. als zum Beispiel in Deutschland.

Allerdings bewundern Deutsche auch Selbstständige besonders. Sie vermuten, dass Unternehmensgründer besonders mutig (nicht müde 😉 ) sind – kaum jemand in Europa zollt Existenzgründern soviel Respekt wie die Deutschen. Junge Menschen sind übrigens gründungsfreudiger als ältere: 41 Prozent der unter 30-Jährigen können sich vorstellen, sich selbstständig zu machen.

Viele weiteren Ergebnisse der Studie finden Sie hier in der Welt

 

 

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

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8 thoughts on “In Deutschland ist eine Existenzgründung total unbeliebt

  • Reply Arne Schulenberg 20. November 2012 at 09:40

    „Allerdings bewundern Deutsche auch Selbstständige besonders. Sie vermuten, dass Unternehmensgründer besonders müde sind – kaum jemand in Europa zollt Existenzgründern soviel Respekt wie die Deutschen.“

    Mein erster Gedanke nachdem ich diese beiden Sätze gelesen habe:
    „… Häh?“
    Mein zweiter war dann:
    „Oh! Ja, klar! Ich habe Selbstständige und Gründer auch immer sehr bewundert und mir gedacht „Mensch, die müssen ja immer total müde sein, so anstrengend wie gründen und selbstständig sein ist. Respekt!“
    Wobei, nein, eigentlich habe ich das noch nie gedacht. Aber vielleicht hast Du ja auch einfach nur falsch zitiert… 😉

    • Reply Eva Ihnenfeldt 20. November 2012 at 10:17

      Hallo Arne – das ist ja lustig! Das war ein klassischer freudscher Verschreiber – ich war wohl wirklich müde. Mag es gar nicht korrigieren – ach ich schreibe es einfach nur noch in Klammern dazu – sorry!

  • Reply Sasa 24. November 2012 at 16:24

    Grüss dich Eva,
    wir haben damals in der Uni, vor knapp 4 Jahren, eine Diskussionsrunde gehabt und da wurde genau dieser Punkt debattiert – genau wie hier geschildert wurde der Grund für weniger Existenzgründung insbesondere besprochen. Es gab eigentlich viele Thesen was genau der Grund ist: einige haben das mit der Historie verbunden, einige Teilnehmer brauchten hervor, dass die Anzahl der Selbstständigen unter den Ausländer höher sei als bei den Deutschen, andere waren der Meinung man möge in DE nicht so eine Art Verantwortung übernehmen und zudem sind wir daran gewohnt Arbeitnehmertättigbei beim Großunternehmen wie Siemens oder Daimler bis in die Rente zu übernehmen usw. usf. Es wurde in verschiedenste Richtungen das Ganze eigentlich diskutiert.

    Wenn man jedoch bedenkt, dass die Existenzgründer jegliche Staatliche Hilfe erhalten, viele Organisationen/Initiativen/Förderprogramme die Gründer unterstützen, wir große Möglichkeit genießen rechtlich wie auch steuerlich – http://www.stb-kaik.de/leistungen/existenzgründung – usw. durch Steuerberater und Anwälte Unterstützung erhalten, dann ist es doch schon verwirrend wieso wir weniger Selbstständige als in anderen EU-Länder haben…

    LG
    Sasa

    • Reply Eva Ihnenfeldt 25. November 2012 at 11:06

      Hi lieber Sasa, wenn ich daran denke wie paradiesisch die Zeiten 2004 waren (als ich gegründet habe) kann ich nur über die heutigen Konditionen für Gründer weinen. Eine Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit wird fast nicht mehr gefördert (und vor allem besteht kein Rechtsanspruch!) und die Zuschüsse zu Beratung und Coaching sind auch extrem gestrichen worden. Ich bedaure es sehr dass das zarte Pflänzchen – ein Beamtenvolk mit unternehmerischem Geist zu inspirieren, dadurch wieder auf den Stand von 1980 zurückkatapultiert wurde: Gründen tun mal wieder nur noch die, die aus den entsprechenden Familien kommen, oder die extrem viel Selbstvertrauen haben – oder die nichts zu verlieren haben, weil es nichts zu verlieren gibt.

  • Reply Sasa 25. November 2012 at 15:23

    Grüss dich Eva,
    das stimmt vollkommen, Familienmitglieder die schon die Selbstständigkeit kennen oder in so einem Umfeld groß geworden sind bzw. weil die Unterstützung von diesem Umfeld erhalten sind sicherlich viel besser dran als Gründer die alleine alles auf die Beine stellen müssen.

    Ich kann mich nicht an die 2004 oder davor erinnern, da ich doch etwas jünger bin und sicherlich das Thema mich zu seiner Zeit nicht interessiert hat, kann ich auch nicht viel dazu mich äußern. Ich finde nichtsdestotrotz gibt es genügend Unterstützung und Hilfe die man in Angriff nehmen kann.

    Wo ich aber zustimmen kann ist der, dass wirklich gerade Coaching und Beratung ziemlich armselig ist und kaum gefördert wird…

    LG
    Sasa

    • Reply Eva Ihnenfeldt 25. November 2012 at 16:57

      Übrigens! Holger Rohde und ich sind ja auch Coaches bei Start2Grow – wenn Du also Coaching brauchst mach doch beim Businessplan-Wettbewerb mit – da erhält man tatsächlich noch Unterstützung ohne dafür zahlen zu müssen 🙂

  • Reply Holger 6. Dezember 2012 at 15:56

    Hallo Eva Ihnenfeldt,

    interessante Studie. Damit sich dieser Trend ändert, haben wir ausführliche, kostenlose Anleitungen und Informationen auf http://existenzgruendung-profis.de bereitgestellt. Evtl. an dieser Stelle auch interessant?

    Viele Grüße

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