Home / Social Media / Kostenlose Dating-Portale wie Tinder: Probieren trotz Datenschutz-Problematik?

Die pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen bewirken, dass Menschen für ihre sozialen und emotionalen Begegnungen mehr digitale Möglichkeiten und Wege ausprobieren. Wie das Schweizer Portal Watson berichtet, erfahren vor Allem die kostenlosen Dating-Apps wie Tinder, Bumble, Once und Lovoo auch in der zweiten Welle rasanten Zuwachs an Nutzern und Aktivitäten. Kostenpflichtige Portale wie Parship verzeichnen kein so rasantes Wachstum – diese Angebote sind vor Allem attraktiv für Menschen, die langfristige Bindungen wünschen. Dating-Apps setzen auf den unverbindlichen Flirtfaktor.

Flirten in Corona-Zeiten

Menschen brauchen Menschen – und wenn die vertrauten Wege für Begegnungen verschlossen sind, sucht sich dieses Bedürfnis neue Wege. Das Misstrauen gegen Datenmissbrauch wird geringer, wenn der persönliche Benefit steigt. Natürlich wissen wohl die meisten Dating-App-Nutzer, dass die Unternehmen hinter den Apps ihr Geld über den Verkauf von persönlichen Daten generieren – genau wie Facebook, Instagram, Spotify und Co.
Zd.net: Studie – die größten Datensammler

Schutz der Privatsphäre?

Kompromisse gehören zum Leben dazu. Sich den Begegnungsmöglichkeiten und dem Austausch mit anderen Menschen zu verschließen, ist ein hoher Preis für all Diejenigen, die (verständlicherweise) den Abbau von Privatsphäre und Persönlichkeitsschutz mit Entsetzen verfolgen.

Mein Tipp: Überlege Dir genau, welche Befürchtungen Du hast bei der Vorstellung, dass Firmen wie Facebook, Match Group (das Unternehmen besitzt ein globales Monopol aller wichtigen Online-Dating-Dienste), Google, Microsoft oder Spotify mit Deinen Date einen lukrativen Handel betreiben.

Im zweiten Schritt recherchiere digitale fortschrittliche, autokratische Systeme wie China und beobachte, wie dort die Bevölkerung durch die nahezu vollkommene Überwachung gesteuert wird. Achte darauf, dass Du bei Deiner Recherche verschiedene Blickwinkel erhältst. Suche auch nach chinafreundlichen Quellen, um zu verstehen, was die Vorteile für die Bevölkerung sein könnten. Ich empfehle Google News und YouTube.

Könnte es sein, dass unsere westlichen Demokratien sehr bewusst den autokratischen Unterdrückungssystemen etwas entgegensetzen wollen, um Kreativität, Selbstwirksamkeit, Mitbestimmung, soziale Absicherungen und Risikobereitschaft der Bürger zu fördern? Schon im kalten Krieg waren diese westlichen Werte den Unterdrückungs-Methoden der real existierenden Gesellschaften meilenweit überlegen. Wird sich auch heute das Steuernde und Unterdrückende der autokratischen Systeme auf Dauer rächen?

Last but not least: Recherchiere zu Themen wie Manipulation, „Gehirnwäsche“, Algorithmen in Bezug auf menschliches Verhalten. Ich empfehle die Netflix-Dokumentation „The Social Dilemma“ von 2020 (hier bei Wikipedia) um sich dafür zu sensibleren, wie anfällig wir Menschen dafür sind.

Anschließend kannst Du für Dich ein Fazit ziehen und Entscheidungen treffen. Es gibt wirkungsvolle Möglichkeiten, die eigenen Daten auf dem PC und auf dem Smartphone zumindest eingeschränkt zu schützen. Hier empfehle ich Edward Snowden (chip.de Die besten Security-Tipps).

Bild von Tumisu auf Pixabay 

Einfach mal probieren?

Oder Du wählst den Weg des Vertrauens und des Mottos „Das beste Geheimnis ist eine offene Tür“. So agiere ich selbst und bemühe mich um größtmögliche Transparenz. Ich empfinde es schon seit vielen Jahren als persönlichen Schutz, geheimnislos durchs Leben zu gehen. Aber das muss natürlich Jede/r für sich selbst entscheiden. Ja, und bei Tinder habe ich auch mal einen Selbstversuch gestartet 😉 Und wäre ich zurzeit nicht so glücklich liiert, würde ich es garantiert wieder tun.
Steadynews: Tinder für Ältere

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

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2 thoughts on “Kostenlose Dating-Portale wie Tinder: Probieren trotz Datenschutz-Problematik?

  1. Die besten Chancen auf gute Beziehungen hat man wohl eher, nachdem man sich von sämtlichen Dating-Portalen abgemeldet und die entsprechenden Apps von seinem Phone gelöscht hat.

  2. Ich verstehe, was Du meinst. Ich selbst hatte es ja auch nur zwei Tage ausgehalten… Aber jetzt in Corona-Zeiten ist es soooo wichtig, Begegnungen zu haben – da kann man vielleicht doch versuchen, nette Leute auf einen Spaziergang einzuladen. Wir brauchen Menschen!

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