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Lohnt es sich, Fans, Follower und Views zu kaufen? 0

Auch ich falle immer mal wieder darauf herein: Fanzahlen bei Facebook, Followerzahlen bei Instagram, Views bei YouTube… nur mit detektivischem Geschick kann man anhand von Tools und anderen Hilfsmitteln abschätzen, ob die angegebenen Zahlen von Fans, Zuschauern und Followern authentisch sind oder eingekauft. Denn es ist nun mal legal, für wenige Euros die Zahlen „aufzupeppen“, und in der Zwischenzeit machen Marken bzw. die beauftragten Agenturen immer selbstverständlicher davon Gebrauch. Doch lohnt es sich, die Menschen zu täuschen? Oder könnte das den Werbenden auf die eigenen Füße fallen?

Nehmen wir mal die SteadyNews. Zwar kein passendes Beispiel, weil hier ja nichts verkauft wird, doch es könnte ja sein, dass ich mich dafür entscheide, zukünftig mehr Beratungen, Fortbildungen und Coachings zu verkaufen.

Natürlich würde ich die SteadyNews inhaltlich umstellen und weniger informative bzw. „belehrende“ Beiträge posten. Stattdessen würde ich intensiv all meine Möglichkeiten nutzen, um 1. auf meine Angebote aufmerksam zu machen und 2. über Landingpages, Werbemails und zeitlich verknappte „Sonderangebote“ Kunden anlocken.

Um Vertrauen zu meinen Angeboten (z.B. sechsmonatige Video-Coaching-Trainingsprogramme) herzustellen, könnte ich die Community für ein überschaubares Budget anwachsen lassen. Die Fanpage hätte innerhalb weniger Wochen zigtausende von Fans und die Viewzahlen für meine werbenden YouTube-Videos lägen lägen im fünfstelligen Bereich – alles machbar, und wirklich bezahlbar!

Was wäre nun? Kann gut sein, dass ich mit beeindruckenden Fan- und Viewzahlen Neukunden gewinnen könnte. Doch wie geht es weiter? Wenn ich etwas poste auf der Fanpage, hätte ich nur wenige Likes und so gut wie keine Kommentare. Selbst die authentischen Fans, die vor der künstlich herbeigeführten Fan-Explosion liebevoll mit mir kommunizierten und die SteadyNews protegierten, würden sich weniger engagieren, weil sie ja von Facebook seltener die Posts zugespielt bekämen! Je weniger Interaktionen, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass Facebook die Posts an Fans weiterträgt.

Bei YouTube würden die zigtausend Viewzahlen mit Sicherheit beeindrucken. Zwar könnten findige Insider schnell entlarven, dass da etwas nicht stimmt – doch wenn ich mir noch Video-Likes hinzukaufe, wird es auch für Profis schwierig. Denn kommentiert wird bei YouTube nicht so selbstverständlich wie bei Facebook.

Doch was wäre nun? Kunden nehmen meine Angebote wahr, sind glücklich und vertrauen mir. Sie stellen früher oder später fest, dass die Views der Video-Hits auf kommerzielle Aktivitäten zurückzuführen sind. Irgendwie spricht es sich ja immer herum. Was macht das nun mit meinen Kunden? Was würde es zum Beispiel mit meinen Kunden machen, wenn ich als Friseur eine tolle Party gäbe im Laden und sie später feststellen würden, dass achtzig Prozent der Partygäste gekauft sind!

Natürlich gibt es Online-Marketing-Agenturen, die sehr offen ihre kommerziellen Kompetenzen kommunizieren und sich selbst als Beispiel nehmen dafür, dass sie so hervorragend Zahlen manipulieren können. Denen würde man wahrscheinlich auch bewundernd verzeihen, wenn auf ihrer analogen Party achtzig Prozent der Gäste 50 Euro für das Erscheinen bekommen haben… Doch was mit all den anderen Unternehmen und Marken?

Ich kann nur davon abraten, Fans, Follower und Views künstlich in die Höhe zu pushen. Der schnelle vertriebliche Erfolg wird sicher zu verzeichnen sein – doch der Rattenschwanz des Vertrauensverlustes kann ganz übel werden. Kunden wollen keine Prostituierten, die ihnen etwas vorgaukeln – Kunden wollen echte Liebe. Gekauft wird über Vertrauen und Werte. Wer hier den rechten Pfad verlässt, kann es eventuell irgendwann bitter bereuen.

Schöner Beitrag dazu in futurebiz.de: Warum „mehr Follower“ kein gutes Ziel bei Instagram ist

Über Eva Ihnenfeldt

Als Expertin für Social Media Marketing berät und begleitet Eva Ihnenfeldt Unternehmen und Organisationen bei der Entwicklung von Social Media Strategien - und übernimmt als Dozentin Lehraufträge für Hochschulen, Kammern und andere Bildungsträger. Eva Ihnenfeldt - Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: e.ihnenfeldt@gmail.com

One thought on “Lohnt es sich, Fans, Follower und Views zu kaufen?

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