Naschen am Arbeitsplatz: je höher das Gehalt, desto mehr wird nebenbei genascht

Der Wissenschaftler Daniel S. Hamermesh hat zum ersten Mal eingehend das Thema „Naschen am Arbeitsplatz“ untersucht. Wie das Handelsblatt berichtet, kommt Hamermesh in seiner Studie zu dem Ergebnis, dass Gehalt und Bildungsabschluss in direktem Zusammenhang zum „Nebenbei-Naschen“ steht. Logisch: je besser ich für meine Arbeit bezahlt werde, desto weniger Zeit nehme ich mir für volle Mahlzeiten, für Zubereitung, Einkauf und Spülen. Doch erstaunlicherweise sind gut gebildete, und somit häufig besser bezahlte Berufstätige dünner als ihre schlechter bezahlten Kollegen. Naschen macht also nicht zwangsweise dick.

Der renommierte US-Wirtschaftswissenschaftler Hamermesh forscht in Austin an der University of Texas. Ihn interessierte für diese Studie vor allem, wie Menschen zunehmen, wie viel Zeit sie für Essen verwenden, wie viel Zeit für die Tätigkeiten rund um die Nahrungsaufnahme – und wie sich das alles auf die Gesundheit auswirkt.

Zurückgreifen konnte der Wissenschaftler auf Daten von mehreren Tausend US-Amerikanern, die über mehrere Jahre nach ihren Ess-und Trinkgewohnheiten befragt wurden, zu Einkaufsverhalten und sonstigen Lebensumständen. Hamermesh kombinierte die enormen Datensätze und wertete sie aus. Er kam zu vielen erstaunlichen Ergebnissen:

  • US-Amerikaner verwenden ähnlich viel Zeit für volle Mahlzeiten wie für Naschereien
  • Insgesamt verbringen die Befragten etwa zweieinhalb Stunden am Tag mit essen
  • Naschen ist eine Tätigkeit, die neben Arbeit, Freizeit oder Hausarbeit der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme dient
  • Mit steigendem Gehalt wird häufiger genascht, gleichzeitig sinkt die Zahl der vollen Mahlzeiten
  • Durch Naschen am Arbeitsplatz sinken Konzentration und Effizienz
  • Am Arbeitsplatz finden etwa die Hälfte aller Naschereien statt
  • Besserverdienende gehen zwar seltener essen, tun es aber dafür länger
  • Männer, die heiraten, erhöhen ihre Futterfrequenz in beiderlei Hinsicht: volle Mahlzeiten wie Naschereien
  • Der BMI (Body-Maß-Index) steigt trotzdem bei verheirateten Männern nicht an
  • Der BMI nimmt mit steigendem Bildungsgrad kontinuierlich ab – je gebildeter, desto dünner
  • Wer mehr isst, fühlt sich gesünder -gleichgültig ob am Arbeitsplatz oder zu Hause

Quelle: Handelsblatt

„Grazing, Goods and Girth: Determinants and Effects“ von Daniel S. Hamermesh, NBER Working Paper Nr. 15277 (2009)

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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