Social Media und Influencer Marketing – nur etwas für Konzerne?

Prominente Testimonials wie Thomas Gottschalk und Bully Herbig sind in der TV-Werbung sehr beliebt und werden häufig eingesetzt. Testimonials sollen das Vertrauen in die Marke oder das Produkt stärken. Nicht nur Prominente, auch Vertreter glaubwürdiger Berufsgruppen oder fiktive Gestalten wie Zeichentrickfiguren werden eingesetzt. Nun hat man in der Social Media Welt ebenfalls Testimonials entdeckt: Social Media Stars erhalten als so genannte Influencer Honorare von Marken und Unternehmen, wenn sie dafür in ihren Kanälen werben: Bei YouTube, Instagram, Facebook, Snapchat und Co.

Gerade junge Zielgruppen versuchen die Marken über Influencer-Marketing zu erreichen. Kein Wunder, denn der TV-Konsum wow-1606892_640junger Menschen nimmt ständig ab, und es ist nicht einfach, als Marke loyale Fans auf den eigenen Social Media Kanälen zu gewinnen. Bei Facebook, Instagram, YouTube und Twitter wird man meistens nur dann Fan, wenn man ein konkretes Interesse hat – oder ein Schnäppchen mitnehmen will.

Billig sind Social Media Stars nicht gerade. So werden laut Economist für eine einzige Werbeeinblendung rund 300.000 Dollar gezahlt, wenn ein YouTuber mehr als sieben Millionen Follower hat. Bei Facebook sind Werbeeinblendungen günstiger. Es folgen Instagram und Twitter. (Zahlen beim Economist von Oktober 2016). Während vor einige Jahren es noch möglich war, Blogger und Creator mit kostenlosen Produkten wie Turnschuhen glücklich zu machen, kennen heute die Aktiven im Web so langsam ihren Wert.

Schleichwerbung?

In Deutschland wird seit Langem relativ streng geahndet, wenn in Printmedien nicht gekennzeichnete Werbung nachgewiesen werden kann. Doch im Bereich Social Media gibt es noch keine Regelung, wie mit der Werbung umgegangen wird. So ist es zum Beispiel bei Sportlern immer häufiger anzutreffen dass diese mit Selfies, Videos und Facebook-Posts für ihre Sponsoren werben, ohne das eindeutig als Werbung zu kennzeichnen. Und natürlich finden sich in vielen Videos von YouTube-Stars zahlreiche Produktwerbungen – ebenso wie bei Instagram-Stars. In den USA ist man da bereits etwas weiter und hat eindeutigere Regulierungen, wie Schleichwerbung identifiziert und geahndet werden kann.
Zu Schleichwerbung ein Artikel von onlinemarketing.de, Juli 2016

Glaubwürdigkeit aufs Spiel setzen?

Fans verzeihen ihren Stars natürlich gern, wenn diese über Marken und Unternehmen Einnahmen tätigen – schließlich geben sie sich viel Mühe mit ihren Produktionen und müssen ja auch von etwas leben. Werbeeinblendungen in Videos sind sowieso von YouTube vorgesehen – die Kanalbetreiber werden an den Werbeeinnahmen beteiligt. Anders sieht das bei Facebook und Instagram aus, und auch bei Blogs. Dort müssen Partnerschaften und Kooperationen mit werbenden Unternehmen auf jeden Fall gekennzeichnet werden, um als Anzeige bzw. Sponsoring erkannt zu werden. Auch wenn die deutschen Gerichte dem Thema noch hilflos gegenüberstehen, fragen sich die Influencer natürlich zu recht: Was kann ich meinen Fans zumuten? Wann werde ich unglaubwürdig und verliere das Vertrauen?

Sicher wird es in den folgenden Jahren noch viel Veränderung im Influencer Marketing geben. Zurzeit zahlen Unternehmen noch horrende Summen, um überhaupt im Web ein Werbe-Bein auf den Boden zu bekommen, und Fans haben häufig noch nicht die Medienkompetenz, um zu unterscheiden zwischen einer objektiven Produktempfehlung und einer bezahlten Werbeeinblendung.

Influencer-Marketing für KmU?

Ob sich Influencer-Marketing auch für kleine und mittlere Unternehmen lohnen könnte, obwohl dort die Werbe-Budgets sehr viel kleiner sind? Hier zählt vor Allem die Beziehungspflege und das gute Netzwerk: Wer es versteht, dass Netzwerke aus Geben und Nehmen bestehen, findet sicher auch Wege, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam Innovationen und spannende Produkte nach vorn zu bringen. „Wie Du mir, so ich Dir“ ist ein guter Wegweiser für StartUps und Mittelständler, wenn sie über Influencer und Blogger im Web gesehen werden wollen.

Seit fast zwanzig Jahren auf der "freien Wildbahn" hat Eva Ihnenfeldt sowohl 2004 eine eingetragene Genossenschaft für Existenzgründer gegründet als auch 2011 eine Akademie für die Ausbildung von Social Media Unternehmenden. Lange Zeit war sie Dozentin und Trainerin für Marketing, Kommunikation und Social Media. Heute arbeitet sie als Coach für Menschen im beruflichen Wandel. Ihre Stärke ist es, IST-Situationen zu akzeptieren, Visionen zu erkennen und gemeinsam mit ihren Klienten Strategien zu entwickeln, die sich auch in der Praxis bewähren. Mobil: 0176 80528749 - E-Mail: [email protected]

steadynews.de

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